Robert Anton Gollwitzer

Seelsorger. Berater. Aktivist. - Politisch. Katholisch. Leidenschaftlich.

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Private Blog of Robert Gollwitzer. Politics, religion, family matters and more.

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Muss die Katholische Kirche sich ändern?

Posted on August 20, 2022 at 4:25 AM

Anstatt über die Mängel einzelner Glieder in der Katholischen Kirche zu jammern, sollten wir selbst die Sache in die Hand nehmen und zu unserem Glauben stehen!

Wir brauchen Priester, die mutig für den traditionell überlieferten katholischen Glauben einstehen, wie er im Katechismus der Katholischen Kirche, der Tradition und der Heiligen Schrift festgehalten ist.

Wir brauchen weiterhin Priester, die sich bei den ersten kritischen Stimmen nicht mit spirituell und vernünftig klingenden Ausreden um die Wahrheit drücken, sondern fest zur Kirche stehen! Priester, die uns nicht das erzählen, was wir hören wollen, sondern das, was wir hören müssen!

Vor allem brauchen wir Priester, die nicht darauf warten, dass jemand an ihre Tür klopft und wehklagen, wenn es nicht so ist, sondern den für alle Gläubigen gültigen Missionsauftrag erfüllen, indem sie hinaus gehen, mit und unter denen leben, die sie am nötigsten brauchen und voller Freude und Tatendrang auf sie zugehen!

Darüber hinaus brauchen wir Gläubige, die diesen Priestern vertrauensvoll und gehorsam folgen - im Bewusstsein, dass diese Männer Gottes für Jesus selbst einstehen.

Gläubige, die für den katholischen Glauben eintreten, koste es was es wolle - im Wissen auf den, der uns zur Seite steht und das, was uns schließlich erwartet.

Die Katholische Kirche ist keine anonyme Organisation, die sich nun eben ändern muss. Alle Katholikinnen und Katholiken sind Glieder dieser Kirche. Wir sollten uns ändern bzw. verändern lassen - hin zu dem Menschen, als den Gott selbst uns sieht und als den Er uns erschaffen hat!

Proof Texting

Posted on July 6, 2022 at 2:30 PM

One common practice among many "Bible churches", especially though in Church of Christ denominations seems to be "proof texting". You come up with an idea of your own and add a number of Bible verses (the more the better) to make it seem the Bible supports your theory. That looks like an undisputable statement at first, but more like rather poor theology at second sight. No serious Bible scholar or theologian would approach the Bible like that. There are a number of points to ponder if you want to do that.


The Compendium of the Catechism of the Catholic Church for example states this:

  

"Sacred Scripture must be read and interpreted with the help of the Holy Spirit and under the guidance of the Magisterium of the Church according to three criteria: 1) it must be read with attention to the content and unity of the whole of Scripture; 2) it must be read within the living Tradition of the Church; 3) it must be read with attention to the analogy of faith, that is, the inner harmony which exists among the truths of the faith themselves." (19)

 

(See also: https://aleteia.org/2020/06/28/how-do-catholics-interpret-the-bible/)

 

In the Catechism of the Catholic Church we read:

 

"According to an ancient tradition, one can distinguish between two senses of Scripture: the literal and the spiritual, the latter being subdivided into the allegorical, moral and anagogical senses. The profound concordance of the four senses guarantees all its richness to the living reading of Scripture in the Church.The literal sense is the meaning conveyed by the words of Scripture and discovered by exegesis, following the rules of sound interpretation: “All other senses of Sacred Scripture are based on the literal.”The spiritual sense. Thanks to the unity of God’s plan, not only the text of Scripture but also the realities and events about which it speaks can be signs. – The allegorical sense. We can acquire a more profound understanding of events by recognizing their significance in Christ; thus the crossing of the Red Sea is a sign or type of Christ’s victory and also of Christian Baptism.– The moral sense. The events reported in Scripture ought to lead us to act justly. As St. Paul says, they were written “for our instruction”.– The anagogical sense (Greek: anagoge, “leading”;). We can view realities and events in terms of their eternal significance, leading us toward our true homeland: thus the Church on earth is a sign of the heavenly Jerusalem. (CCC 115-117)"

 

Keep that in mind when you face more or less simplistic proof-texts that seem to more or less try to prove the author's opinion. You do not come up with an idea and then google Bible verses that seem to match your (!) point, take them completely out of context (especially referring the connection of Old and New Testament - the Old Testament is revealed in the New and the New hidden in the Old) and make them say whatever you want them to say. This is at best naive and poor, even though maybe well intended (if you have no theological background), at worst it is intentional - and dangerous beccause of that.

 

Likewise it makes no sense at all to try to show people who argue like that how wrong this approach is. You could contradict each one of their statements and they would probably stubbornly come up with new ones.

 

I am ever so glad I got out of this practice and started years of studies in theology in order to somewhat still my thirst for more.

 

Greetings from Munich, Germany,

 

Robert

Priester, die die Kirche verlassen

Posted on May 17, 2022 at 1:45 PM

Wenn ein katholischer Priester aus der Kirche austritt, weil ihm da einiges, für das er einst eingestanden hat, auf einmal nicht mehr passt, ist das sein Problem. Das Ganze theologisch begründen zu wollen, wirkt auf mich durchsichtig und vorgeschoben. Dann aber in einer anderen Gemeinschaft als "Priester" (der er ja gar nicht mehr ist!) anzufangen, das scheint mir beinahe peinlich zu sein. Auf manch einen mag das so wirken, als ob da jemand im selben Beruf bleiben will, weil er nichts anderes gelernt hat, auch wenn die Umstände dies eigentlich gar nicht mehr zulassen. Ein Elektriker kann bei einer Firma kündigen und bei einer anderen wieder anfangen - und bleibt dennoch Elektriker. Ein katholischer Priester hingegen, der die Kirche verlässt, exkommuniziert sich selbst und gibt damit sein Priesteramt auf. Woanders dann als "Priester" tätig sein zu wollen, ist schlicht nicht möglich, da er genau das nicht mehr ist. Er mag dieselben Riten und Handlungen vollziehen, sie bleiben jedoch inhaltsleer und verkehren sich fast in ihr Gegenteil. Dann lieber gleich konsequent sein und einen "richtigen" Job ergreifen! Richtig peinlich wirkt es aber auf mich, wenn ebendieser "Priester" dann aus seinem Schritt Geld machen will, indem er ein Buch schreibt und sein Handeln theologisch wie moralisch begründen will - womöglich noch, indem er mit dem Finger auf andere zeigt. Schämen Sie sich, Herr Pfarrer!

Homosexuelle in der Kirche

Posted on January 24, 2022 at 10:55 AM

Nachdem ich immer wieder auf dieses Thema angesprochen werde, hier einige Anregungen zu diesem Thema.

Zu meiner Person: Ich arbeite seit 1991 für die Katholische Kirche – und seit 1993 für den Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. In dieser Zeit durfte ich hier einige wertvolle Erfahrungen mit „Homosexuellen“ machen.

Ich selbst werde manchmal gefragt, was ich denn nun sei – schwul, bi, hetero? Hierauf gibt es für mich nur eine Antwort: Ich bin Robert Gollwitzer. Als solcher brauche ich nicht für jede Empfindung eine eigene Identität und will auch nicht auf meine sexuelle Orientierung reduziert werden.

Ich habe ca. 20 Jahre in der schwulen Szene verbracht. Damals lernten die Menschen sich in Bars und Saunas kennen. Heute hat sich das eher auf das Internet verlegt. Ich habe all die Erfahrungen dort gemacht, die man als schwuler Mann machen kann – inklusiv einer langjährigen Partnerschaft. Trotzdem war ich am Ende dieser Zeit suizidal – ohne mir wirklich bewusst zu sein, warum.

Durch „Zufall“ kam ich 2004 in Kontakt mit einer Organisation namens „Homosexuals Anonymous“ (www.homosexuals-anonymous.com). Sinn und Zweck dieser an die traditionellen 12-Schritte-Programme angelehnten christlichen Gruppierung ist es, Menschen in Selbsthilfegruppen zu begleiten, die ein Leben jenseits der Szene anstreben und ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen – aus welchen Gründen auch immer – nicht ausleben wollen. HA dürfte wohl die älteste Einrichtung dieser Art sein.

Dieser Kontakt hat mein Leben radikal verändert – in vielen unterschiedlichen Bereichen. Wo mein Lebensinhalt früher nur darin bestand, „schwul“ zu sein und dabei so viel „Spaß“ wie möglich zu haben, entdeckte ich nun viele andere Gaben und Talente in mir. Ich machte viele verschiedene Aus- und Weiterbildungen (u.a. als Seelsorger, in Theologie, Psychologie, Psychiatrie, zum Immobilienfachwirt IHK und vieles mehr). Vor allem aber fand ich wieder zurück zur Kirche. Hilfreich dabei waren mir neben der oben genannten Organisation u.a. auch Mitglieder des OPUS DEI. Inzwischen darf bin ich selbst Co-Direktor von Homosexuals Anonymous.

In Deutschland haben wir weiter Organisationen gegründet: Miserere Nobis (www.misererenobis.org, eine katholische Organisation, in der es auch zwei Priester für die Seelsorge gibt), Jason International (www.jason-international.org) und Gays & Ex-Gays (www.gaysandexgays.org, eine Organisation, in der sich sowohl Schwule/Lesben als auch Ex-Gays zusammenfinden). Ziel ist die seelsorgerische Begleitung von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen – unabhängig davon, ob ihr individuelles Ziel eine Abkehr vom Ausleben derselben beinhaltet oder nicht. Auch müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht dem christlichen Glauben angehören. So finden sich bei uns etwa auch Moslems.

Im Zusammenhang mit dem Thema „Homosexuelle und Kirche“ gibt es immer wieder Missverständnisse. Zur Aufklärung derselben sowie als konstruktiven Beitrag zu einer gemeinsamen Gestaltung des Themas werde ich nun auf einige Punkte eingehen:

Die Bedeutung des Begriffes „Homosexualität“ scheint vielen gar nicht bewusst zu sein. In der Regel bezieht man sich hierbei auf eine überwiegende und länger Anhaltende sexuelle (und emotionale!) Anziehung für das eigene Geschlecht. Der Begriff selbst ist noch relativ jung (19. Jhdt. – auch „heterosexuell“ ist noch nicht so alt), insofern bevorzugen manche die Bezeichnung „gleichgeschlechtliche Neigungen“ anstatt „homosexuell“.

Nicht die Orientierung wird von der Kirche verurteilt, sondern das Ausleben derselben. Die Lehre der Kirche zum Thema Ehe, Sexualität und Familie empfinde ich als sehr nützlich und hilfreich – wenn man sie denn kennt. Die meisten hören wohl eher nur die Verbote. Diese sind aber nur die Kehrseite der Medaille. Die Kirche als Leib Christi hat ein Menschenbild, dem ich nur vollen Herzens zustimmen kann. Sie verurteilt Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen keineswegs. Gerade im Schoß der Kirche habe ich die Liebe und Zuneigung gefunden, die ich in der schwulen Welt nicht hatte.

Wobei wir beim Thema wären: Wer meint, ein schwules Leben sei doch dasselbe wie ein heterosexuelles, irrt gewaltig. Ich führte viele Jahre lang genau dieses Leben, habe unzählige Menschen kennenlernen dürfen und hatte auch viele Sexualkontakte. Die wenigsten Menschen haben wohl eine Vorstellung davon, was in der schwulen Szene als „normal“ gilt und gefeiert – oder zumindest toleriert wird oder unwidersprochen bleibt. Selbst schwule Beziehungen sind meiner Erfahrung nach im Durchschnitt weit weniger langfristig als ihre heterosexuellen Gegenstücke. Sie sind ebenfalls durchschnittlich weitaus „kreativer“ – sprich seltener monogam und durchaus auch sexuell ausgefallener (auch wenn die „Heteros“ in allen Bereichen aufholen). Die beiden zu vergleichen, ist deshalb weder möglich noch zulässig. Es handelt sich um – in der Regel – ganz andere Lebensentwürfe.

Ein wesentlicher Fehler, den viele Schwule machen (inklusiv meiner selbst seinerzeit): Etwas zu respektieren, bedeutet keineswegs, es auch akzeptieren zu müssen. Jeder Mensch hat das Recht, aus Glaubens- oder sonstigen Gründen zu sagen, dass er/sie bestimmte Lebensentwürfe, sexuelle Praktiken oder Formen des Zusammenlebens abzulehnen. Er oder sie ist deshalb keineswegs automatisch „homophob“, genauso wenig wie Seelsorge für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen bedeutet, dass hier „Konversionstherapie“ betrieben wird. Jeder Mensch – ob nun Gay, Ex-Gay, Katholik oder was auch immer – hat Respekt verdient. Von vorneherein für die eigene Position nur hehre und lautere Motive in Anspruch zu nehmen und jede davon abweichende Meinung als „homophob“, „Konversionstherapie“ oder was auch immer zu radikalisieren, ist moralisch und ethisch höchst verwerflich.

Die Kirche ist keine Demokratie und darf dies auch nie sein. Sie ist der Leib Christi. Die Kirche muss auch nicht ihre Lehre zur Ehe und zur Sexualität ändern, weil sich einzelne Geistliche falsch verhalten haben. Änderungsbedarf gibt es dennoch – wenn auch auf anderem Gebiet.

Wir haben viele Jahre Lang dem Erzbischöflichen Ordinariat, der Deutschen Bischofskonferenz und vielen anderen katholischen und anderweitig christlichen Einrichtungen, Gemeinschaften und Organisationen kostenlos unsere Hilfe angeboten und sind dabei regelmäßig auf eine Mauer des Schweigens getroffen. Etliche Priester, protestantische Pastoren, Kirchenangestellte oder einfach nur Gläubige haben sich an uns gewandt, da sie von ihrer Glaubensgemeinschaft entweder gar keine Hilfe bekommen haben oder nicht die, die sie erwartet und erhofft haben.

Was die Kirche nämlich regelmäßig betreibt oder zumindest duldet, ist die Unterstützung einer Theologie, die Positionen der Schwulenbewegung vertritt. Dies jedoch ist eine Offenbarung und Bankrotterklärung des katholischen Glaubens und hilft uns Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die Jesus Christus nachfolgen wollen, keineswegs. Wenn ich das will, gehe ich in die Welt hinaus, die können das besser.

Wir können von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen aber auch nicht erwarten, dass sie Kopien von „Otto Normalverbraucher“ werden. Wir haben besondere Gaben und Talente, die wir auch und gerade zum Wohle der Kirche nutzen können und sollten. Wir müssen uns nicht verstellen, verkleiden oder jemand anderes imitieren, um einem Bild zu entsprechen, das nicht das eigene ist.

Was keineswegs geschehen darf, ist eine unterschiedliche Behandlung von Menschen. Wir können nicht einerseits zulassen, dass Wiederverheiratete bei uns arbeiten, aber dann bei offen homosexuell lebenden Menschen den Riegel vorschieben. Das wäre allerdings Diskriminierung. Wenn wir von unseren Mitarbeitenden ein Ausleben der katholischen Lehre verlangen (soweit dies arbeitsrechtlich überhaupt noch verlangt werden kann), dann von allen in gleicher Art und Weise.

Hier sind wir an einem Punkt, der mir besonders am Herzen liegt: Manche Menschen führen an, in katholischen Einrichtungen sei der katholische Glaube nur mehr in homöopathischen Dosen vorhanden. Dies ist vielleicht etwas überzeichnet, weist aber auf ein Problem hin: Wir werden immer mehr wie die Welt. Ja, wir leben in eben dieser Welt, sind aber nicht gleichzeitig Teil davon. Wenn wir uns als Katholikinnen und Katholiken in nichts mehr von anderen Menschen unterscheiden, wenn es nichts mehr gibt, weswegen die Leute sich fragen, was an diesen Menschen besonders ist, dann hätten wir allerdings unsere Existenzberechtigung verloren. Den katholischen Glauben auf ein christliches Wellness-Programm zu reduzieren, mit dem jede/r leben kann und von dem niemand etwas hat oder ihn gar gemäß unseren eigenen Vorlieben oder dem politischen Zeitgeist „umzuschreiben“ oder „neu zu definieren“, kann und darf nicht unser Ziel sein.

Es sollte in jeder katholischen Einrichtung, für jede Pfarrei und insbesondere für geweihte Personen oder Menschen in Klöstern Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner geben, an die sich diese Menschen vertrauensvoll wenden können. Dem ist momentan leider nicht so, wie meine jahrelange seelsorgerische Erfahrung gezeigt hat. Die Erfahrungen, die Menschen unserer Kenntnis nach hierbei gemacht haben, sind teils haarsträubend.

Die Kirche definiert Missbrauch immer noch im juristischen Sinne – bezogen auf Minderjährige. Ein Priester ist aber auch gegenüber Erwachsenen eine Autoritätsperson. Sexuelle Übergriffe sind hierbei demnach anders zu bewerten als bei „normalen“ Personen. Wir mussten bisher die Erfahrung machen, dass die „offizielle“ Kirche offenbar durchaus Kenntnis davon hat, dass manche Priester aktiv sexuelle Kontakte suchen (teils unverhohlen im Internet), dies aber totschweigt, solange der Vorfall nicht öffentlich wird. Diese unsägliche Praxis des „Don’t ask, don’t tell“ in Anlehnung an vergangene Zeiten im US-Militär muss sofort aufhören. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nahzulegen, das Ganze nicht öffentlich zu machen, dann würde man es auch kirchlicherseits durchgehen lassen, ist einfach nur scheinheilig.

Das Argument „Gott hat mich so geschaffen“ oder „ich bin so geboren“ ist unlogisch bzw. in der Form auch nicht richtig. Zum einen sind wir theologisch alle von Geburt an Sünder. Das macht Sünde deshalb auch nicht besser noch nimmt es uns aus der Verantwortung. Was die Theorie der genetischen Veranlagung betrifft, so ist diese bisher immer noch nicht zweifelsfrei geklärt und wäre – wenn dem so sei – auch aus moralischer oder auch katholischer Sicht belanglos. Die Tatsache, dass ich eine genetische Veranlagung für etwas habe, macht dies aus Sicht des Glaubens oder auch der weltlichen Moral noch lange nicht „richtig“. Abgesehen davon zeigen die Erkenntnisse der Epigenetik, dass selbst genetische Veranlagungen weitere – etwa umweltbezogene – Faktoren bedürfen, um überhaupt zum Tragen zu kommen.

Suizide von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen dürfen – egal von welcher Seite – nicht für die eigenen Ansichten instrumentalisiert werden. Suizide sind regelmäßig multifaktoriell. Eine einfache Schuldzuweisung ist hier wenig hilfreich.

Ähnlich verhält es sich mit der Diskriminierung: hier ist die tatsächliche und zu verteilende Diskriminierung von der angenommenen oder gar unterstellten zu unterscheiden.

Besonders ärgert es mich, wenn versucht wird, die Lehre der Katholischen Kirche und der Heiligen Schrift nach eigenem Gutdünken „neu auszulegen“ – sprich: ins Gegenteil zu verkehren. Da werden alle möglichen – teils absurden – Vorstellungen ins Feld geführt. Auf mich wirkt das immer so, als wolle da jemand die kirchliche Lehre und die Bibel ändern, damit sie mit seinen/ihren Vorstellungen übereistimmen – statt das eigene Leben der befreienden Lehre Jesus Christi anzupassen.

Kurz und gut: Ich bin nicht „homosexuell“ und schon gar nicht lasse ich mich aufgrund meiner gleichgeschlechtlichen Neigungen vor irgendeinen Karren spannen. Ich bin auch nicht „bi“, „hetero“ oder sonst etwas. Ich bin Robert Gollwitzer. Als solcher will ich keine Sonderbehandlung und ich stelle mich anderen ebenso wenig mit den Worten „Mein Name ist Robert und ich bin schwul“ vor wie sie es tun würden: „Mein Name ist Hans und ich bin hetero“. Das klingt nicht umsonst schräg. Ich respektiere die Lebensentscheidungen von Menschen wie ich Menschen an sich respektiere. Ich unterstelle ihnen nicht, alleine deshalb schlechte Menschen zu sein.

Vor allem unterdrücke ich meine Neigungen nicht, nur wenn ich meine sexuellen Energien auf andere Art und Weise Frucht tragen lasse.

Ähnliches erwarte – und vermisse ich auch manchmal - ich auch von anderen.

Ich sehe bei Verboten der Kirche die andere – positive – Seite, die mein Bestes im Blick hat.

Ich bin auch kein Versager, wenn ich fallen sollte. Auch mein Glaube ist deshalb nicht falsch. Wohin würden wir kommen, wenn wir jedes Mal, wenn ein Christ sündigt, dem christlichen Glauben Wirkungslosigkeit und Sinnlosigkeit unterstellen würden.

Nachdem sich so viele „Homosexuelle“ in der Kirche geoutet haben, tue ich dies auch – wie schon viele Male zuvor, als noch niemand davon sprach. Mein Zeugnis ist aber ein anderes, wenngleich es aber vielleicht gerade deshalb von der Kraft und Liebe unseres Herrn zeugt, der aus einem unheilvollen Lebenslauf immer noch etwas Großartiges machen kann.

München, den 24.01.2022

Robert Gollwitzer

Offener Brief an Autonome und Antifa

Posted on January 16, 2022 at 5:00 AM

Offener Brief an alle Anhänger der Antifa, Autonome und deren Anhänger

 

Ich habe die Kämpfe um die seinerzeit geplante WAA in Wackersdorf miterlebt und war damals und noch einige Jahre hinterher bei den Anarchos und kurzzeitig auch bei der Antifa. So sehr, dass der Verfassungsschutz seinerzeit vergeblich versuchte, mich anzuwerben.

Was ich bei euch heute sehe, hat mit dem, wofür viele von uns jahre- oder gar jahrzehntelang kämpften, nicht das Geringste zu tun - im Gegenteil. Da wir mit unserem Handeln damals aber möglicherweise mit dazu beigetragen haben, dass es euch gibt, schreibe ich dies. Eines dürft ihr mir glauben - einige von denen, mit denen ich seinerzeit gekämpft habe und mit denen ich noch im Kontakt bin, denken da wie ich.

Wir haben uns nie zum Richter über Gut und Böse aufgespielt und wir haben nie Andersdenkende als "Nazis" bezeichnet. Unser Kampf galt den Unterdrückern und denen, die gegen den Willen der Bevölkerung ihre Projekte durchsetzen wollten.

Was ich heute sehe, sind Menschen, die Anderen Grundrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit absprechen und sie daran hindern wollen, diese wahrzunehmen - etwa indem sie sie am Reden hindern. Die andere als "Nazis" bezeichnen, ohne überhaupt Begriffe wie "Nazis" oder "Faschisten" definieren zu können. Die nicht einmal wissen, welche Programmpunkte von politischen Parteien denn nationalsozialistisch sein sollen und warum dies der Fall sei. Menschen, die Einrichtungen von Menschen mit anderer Meinung beschädigen und Andersdenkende körperlich angreifen und teils schwer verletzen. Menschen, die sich als "anti-rassistisch" begreifen, aber die Existenz von Rassen abstreiten und noch nicht einmal wissen, warum denn andere "rassistisch" sein sollen. Menschen, die intellektuell offensichtlich nicht in der Lage sind, Argumente von Andersdenkenden sachlich zu widerlegen und deshalb lieber zur Holzhammermethode greifen. Menschen, die gedankenlos eine unselige Agenda des Gender Mainstreaming verfolgen und sich wissenschaftlichen Argumenten völlig verschließen und damit instrumentalisieren und manipulieren lassen. Die antisemitisch sein wollen, deren Antisemitismus sich aber manchmal geschickt hinter einer angeblich linken Fassade versteckt.

All dies erinnert mich an unselige deutsche Zeiten.

Ich habe die Autonomen-Bewegung sowie die anarchistische Bewegung bundesweit viele Jahre lang verfolgt und war selbst Teil davon. Ich habe die Ursprünge der Grünen erlebt und durfte Petra Kelly und Gerd Bastian kennenlernen - Menschen, die sich angesichts der grünen Entwicklung wahrscheinlich im Grab umdrehen würden. Ich habe mir die Mühe gemacht, jahrzehntelang Aus- und Fortbilungen zu machen und bin genau aus diesem Grund heute - wie wohl eine Reihe meiner damaligen Genossen - politisch rechts.

Mit euch will ich nicht das Geringste zu tun haben. Ihr habt euch weit von dem entfernt, wofür wir gekämpft haben und teilweise offensichtlich gar ins Gegenteil gewandelt. Es wundert mich deshalb nicht, wenn Demonstranten EUCH heute "Nazis raus!" entgegenrufen.

Mit meinem Schritt will ich andere Kämpfer von damals ermuntern, das Gleiche zu tun und an die Öffentlichkeit zu gehen.

Euer Tun soll nicht unwidersprochen bleiben.

 

München im Januar 2022

 

Robert Gollwitzer

God Is Love

Posted on December 16, 2021 at 4:45 AM

Some people open the Bible, take a verse and yell, "See! It is written - there! It says so!". Well, yes it does - at least at first glance.

Think about it: Somebody writes down today "It's raining cats and dogs". Two thousand years from now on a person finds this and wonders what must have happened back then. How did the animals get up? Who threw them down? You know what I mean.

Even more so if you take the Bible as God's inspired Word. When the Lord inspired the writers to write all that down, His inspiration came from His mind. If we try to interpret it with our small pea brains, all we get is confusion at best - spiritual abuse and doctrinal terror at worst.

Yes, even today the Holy Spirit leads the Church and its pastors, also in teaching and preaching. Those men, however, are humans as well and as such fallible. To recognize the voice of the Holy Spirit among the many voices out there and then to follow and obey it against the will of the flash is a task for a saint.

What does that mean? Can't we rely on anything but our personal likes and dislikes? Should we dismiss the Holy Scripture and replace it with moral relativism?

By no means. In everything though we need to keep in mind that we see a tiny part of the whole - and even as to that tiny part we don't really know what to do with. God is bigger than all of that. He does not need proof texting of human concepts. God does not just love us, He is love. Not love as humans see it, but love as He sees it. The kind of love that is fully unconditional, sacrifices itself for others and gives itself a 100 %. Where you give yourself totally. This love is what our faith is all about. Everything else is just a means to the goal. Each situation, each person and each life will require different means. The goal, however, stays the same: God is love and He wants us to be part of Him.

So what about "Safer Sex"? - written from a homosexual perspective

Posted on November 6, 2021 at 6:55 AM

So what about "Safer Sex"? What' wrong with it?

"Safer Sex" usually means various protective measures so you can have sex without any danger for your health - for instance through sexually transmitted infections (STI). Examples could be condoms, Prep (taking pills before sex) or protection through HIV-medication. These measures are technical and/or medical things that are per se neither good or bad.

Sometimes the argument that this furthers "immoral behavior" is being said to be primarily used by this "fundamental Christians" in the USA. So what about it?

This argument might be seen as beside the point as it talks about a personal code of moral standards which has nothing to do with one's physical health. Or has it?

I am not a doctor so I can only talk about my personal experience of 20 plus years in the gay scene, having hat multiple partners and lots of - also extreme - sex.

These measures and pills certainly further sexual practices and/or acts that might not have happened without. To deny that would probably be very naive. Again - this also looks like it is neither good nor bad and most certainly in some people's eyes nobody's business.

"Safe Sex" has always been promoted, yet the effect was probably not as some might have hoped. Why? I am going to be very open: Do you know the saying "A stiff dick doesn't have a conscience"? I can only subscribe to that wholeheartedly. I have witnessed that myself so many times - people not caring at all about safety once they were horny. Add to that "Chemsex" (using illegal drugs like meth in order to enhance the sexual pleasure and the orgasm) or "just" alcohol and you get an explosive mix that lowers the barrier of protective measures a lot. All those infections with STI don't come from nowhere - with MSM (men having sex with men) having a relatively huge percentage of the overall infections.

"Safe Sex" might further the willingness to do whatever you want to do sexually. Either you do practice "Safe Sex" and think nothing can ever happen then - or you don't care at all and/or hope that the others do protect themselves at least. Even if not, you might believe there is good medication nowadays.

Irresponsibility and neglicence though keep the numbers of infected people high - and this is not just your own business. All of society has to pay for your decisions then - for example by the high medical costs that need to be covered sometimes over a long period of time by the health insurance companies.

Another point is the emotional side and mental health as a whole. Looking back at my long experience I can only warn you: it is very naive to believe that yielding to any and every impulse to have sex in whatever way and form will not have any consequences for you in that area. I have watched too many people - including myself - over the years to think this has done nothing with their mental health. As to myself: At the end of a 20 year-period I looked at myself and could not believe what had become of me - morally, mentally, physically - in many areas of my life. This is why I left this kind of life.

Finally - even if some people deny it - there is the spiritual aspect. This is one of those things that separates human beings from animals - we (at least most of us) believe in a world beyond what we can perceive with our five senses. I have experienced and heard from many others devastating consequences in that field over the years.

Do not buy arguments that sound logical, simple and clear at first but have a bitter aftertaste. Use your common sense. God has given it to us for a reason.

Gibt es überhaupt psychische Krankheiten?

Posted on July 29, 2021 at 12:00 AM

Eine provozierende Frage. Vielleicht in gewisser Weise auch eine berechtigte Frage?

 

Wann ist man überhaupt "krank"? Oft werden Kriterien wie persönliches Leid etc. hierzu herangezogen. All diese Kriterien stehen aber auf wackligen Füßen und eröffnen manchmal mehr Fragen als sie beantworten.

 

Ja, manche Menschen heben sich hinsichtlich ihrer seelischen Verfassung vom Rest der Bevölkerung ab. Ja, das kann man auch mit bildgebenden Verfahren in ihren Gehirnen feststellen. Und? Ohne solche Menschen hätte es wohl nie die Evolution mit den heutigen Ergebnissen gegeben. Wer sich etwa besonders leicht ängstigt, ist vielleicht auch weitaus erfinderischer, um sein Leben zu bewältigen - und kommt so auf Ideen, die Otto Normallverbraucher nie gehabt hätte.

 

Selbst Krankheiten wie Depressionen müssen eventuell nicht unbedingt behandlungsbedürftige Störungen sein. Ist ein "Depressiver" noch krank, wenn er allein im Wald steht? Möglicherweise ist die Depression ja weniger eine Krankheit als vielmehr eine notwendige Auszeit, die Körper und Seele in dem Moment brauchen - so wie wir nachts den Schlaf brauchen!

Selbst Menschen mit Angsterkrankungen brauchen vielleicht weniger Konfrontationen und Expositionen, die kurzfristig Symptome lindern, mittel- und langfristig aber zu einer ungewollten, festen neuronalen Vernetzung von Reiz und Reaktion führen könnten und dabei doch die Ursache des Leidens nicht berücksichtigen. Dies sucht sich dann eventuell andere Ventile...

Dementsprechend könnten diese Menschen einfach etwas ganz anderes brauchen: Ruhe, Reizreduktion und die Möglichkeit, ihre ganz besonderen Gaben und Talente mit (!) ihrer besonderen psychischen Verfassung ausleben zu können!

 

Hier geht es nicht um "Vermeidung", sondern um etwas ganz anders.

 

Bisher werden psychische Krankheiten gemäß dem Klassifizierungssystem ICD-10 (demnächst ICD-11) diagnostiziert. Dies ordnen bestimmte Symptome bestimmten Krankheitsbezeichnungen zu, die dann als Basis für eine Therapie - und die Abrechnung mit den Krankenkassen dienen. In der Regel also eine defizitorientierte Diagnostik, die diese Symptome als etwas Negatives sieht. Möglicherweise ist das aber die völlig falsche Herangehensweise!

 

Nein, ich rate niemanden, sich den Gang zum Psychiater oder zur Psychotherapeutin zu sparen, wenn er oder sie "Krankheitssymptome" aufweist. Ihr sollt auch nicht aufhören, eure Medikamente zu nehmen.

 

Was ich aber behaupte, ist nichts Geringeres als dass dieses ganze System auf völlig falschen Annahmen beruht und einer radikal anderen Sichtweise bedarf. Nicht irgendwann, sondern jetzt.

Konfrontationstherapie - der goldene Standard?

Posted on May 27, 2021 at 12:40 AM

Die Konfrontationstherapie gilt ja as der goldene Standard bei Angst- und Zwangsstörungen. Meine Erfahrungen mit ihr sind jedoch zwiespältig. Werden Expositionsübungen richtig durchgeführt (wenn man also in die Anspannung hineingeht - vielleicht sogar bis zum "flooding"), kann man so den betroffenen Hirnarealen offenbar durchaus beibringen, dass die übertriebene Alarmreaktion unnötig war, sodass in ähnlichen Situationen die Anspannung heruntergefahren wird. Das Hirn schüttet Schritt für Schritt weniger Stresshormone aus. Es scheint auch Hinweise dafür zu geben, dass dies nicht nur symptomatisch wirkt, sondern ursächlich etwas bewirkt.

So die Theorie. Die will ich auch keineswegs bestreiten. Diese Form der Theorie ist meiner Erfahrung nach durchaus nützlich, hilfreich und sinnvoll.

Wo meine Kritik - basierend auf meinen eigenen Erfahrungen und Erlebniswelten - anfängt, ist die Pauschalisierung dieser Therapieform. Was mich selbst betrifft (diverse Angststörungen, Zwangsstörungen, Depressionen, Traumatisierungen etc. - das ganze Paket also), so war sie nur bedingt hilfreich, teilweise schien die Wirkung gar ins Gegenteil umzuschlagen.

Ich habe selbst inwzischen über die Jahre viele psychologische Aus- und Fortbildungen gemacht, um auch die "andere Seite" kennen zu lernen. Ich bin aber kein Therapeut und will auch keiner werden.

Die Konfrontationstherapie für alle gleich anzuwenden, halte ich nicht für sinnvoll. Ich rate hier niemandem etwas, sondern bitte jede und jeden, hierzu mit einem Fachmenschen (etwa Psychotherapeut oder Psychiaterin) Kontakt aufzunehmen.

Aus meinen eigenen Erfahrungen also:

Meine Eltern haben den zweiten Weltkrieg miterlebt. Zusätzlich war meine Mutter während der Schwangerschaft extremen Stress ausgesetzt. Dieser setzte sich meine ersten Lebensjahre hindurch fort. Mit vier Jahren starb ich fast an Meningitis. Meine Kindheit und Jugend war im eigenen Erleben teils extrem belastend. Mittlerweile gelte ich als schwerbindert. Gleichwohl habe ich es geschafft, über die Jahrzehnte hinweg zu arbeiten und Ausbildungen zu machen.

Auch bei mir wurde die Konfrontationstherapie angewandt, inklusive diverser Expositionen und floodings. Der Erfolg scheint schnell und kurzfristig. Scheint. Ich habe jahrelang weiterhin selbst diese Expositionen durchgeführt. Dies hat mich manchmal in beinahe traumatisierende Erfahrungen gebracht.

Warum?

Meine Theorie hierzu (basierend auf dem, was ich bisher lernen durfte sowie auf meinen eigenen Erfahrungen): Es gibt mittlerweile etliche Untersuchungen über die Auswirkungen von extremen Stress, den die Mutter erlebt, auf die Kinder sowie von derartigem Stress in den ersten Lebensjahren. Möglicherweise wird hierdurch die Hirnstruktur dauerhaft verändert - bis hin zu epigenetischen Auswirkungen (die darüber entscheiden, ob und in welcher Form Gene aktiviert oder möglicherweise sogar neu gebildet werden).

Durchlebt eine Mutter extremen Stress und erlebt das Kleinkind zusätzlich außerordentliche Belastungen, so kann es sein, dass die Psyche und der Körper bzw. das vegetative Nervensystem im Dauer-Alarmzustand sind, der sich auch nicht so einfach abstellen lässt. Epigenetische Veränderungen haben vielleicht dazu geführt, dass dem Kind mitgegeben wurde, dass das Leben gefährlich ist, es also ständig wachsam sein muss.

Dies wird sich dann wahrscheinlich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.

Wendet man bei einem solchen Klienten pauschal die Konfrontationstherapie an und führt sie bzw. ihn bis ins Extrem ("flooding"), so kann es meiner Erfahrung nach passieren, dass das Ganze ins Gegenteil umschlägt. Das Hirn lernt dann nicht, dass es künftig einen Gang herunter schalten kann, da die Situation offensichtlich doch nicht lebensgefährlich war, sondern es merkt, dass die bestehende Erregung und der schon existierende Alarmzustand offenbar nicht genug waren. Anstatt die jahrzehntelange Überflutung mit Stresshormonen abzubauen, werden durch die zusätzliche Belastung noch mehr ausgeschüttet und vielleicht sogar Körper und Psyche dauerhaft geschädigt.

Hinzu kommen hier noch die Fälle, bei denen eine ganz andere Ursache vorliegt, bei denen die Psyche also nicht einfach nur lernen muss, mit Stress umzugehen und diesen auszuhalten, sondern tieferliegende Ursachen verantwortlich für das Leid sind. Hier mit Konfrontationen zu arbeiten, würde bedeuten, kurzfristig einen Deckel auf den Topf mit kochendem Wasser zu halten. Dies führt jedoch mittelfristig zwangsweise zu einer umso stärkeren Explosion bzw. zu noch größerem Leid.

Meine Empfehlung in solchen Situationen:

1) Unbedingt klären, ob tiefere Ursachen vorhanden sind. Dann auf die klassische Tiefenpsychologie oder ähnliches ausweichen.

2) Bei vorhandenen kindlichen Traumata oder vergleichbaren Fällen: Hier darf die Konfrontation bzw. Exposition nicht dadurch bestehen, dass man die Erregung künstlich steigert, sondern dass man ganz langsam und schrittweise der Klientin beibringt, solche Situation ruhig und gelassen zu bestehen. Hier darf die Erregung nicht noch weiter gesteigert werden, sondern ist unbedingt dauerhaft zu senken. Sprich: Der Klient ist erstmal für längere Zeit in eine ruhige Umgebung zu bringen. Von dort kann man dann beginnen, schrittweise aufzubauen, was vielleicht noch nie da war.

 

Dies ist wie gesagt kein medizinisch-therapeutischer Rat, sondern nur eine Darstellung meiner eigenen Erfahrungen. Für eine Therapie bzw. Behandlung bitte unbedingt zum Fachmenschen gehen!

Radikale Umstrukturierung der Katholischen Kirche!

Posted on May 14, 2021 at 1:50 PM

Das Zweite Vatikanische Konzil ist mit den besten Absichten gestartet und mittlerweile grandios gescheitert. Das Gegenteil von "gut" ist halt immer noch "gut gemeint".

Die Bischöfe haben jahrzehntelang beide Augen zugedrückt, sodass nicht nur sexueller, körperlicher und emotionaler Missbrauch geschehen konnte, sondern sich auch eine "liberale" Auslegung kirchlicher Lehrmeinung breitmachte, die wenig bis nichts mit dem katholischen Glauben zu tun hat. Maria 2.0, die Verweigerung der Unterordnung unter kirchliche Autorität, moralischer Relativismus, Regenbogenfahnen, Beliebigkeit in Glaubensfragen, Missbrauch der Liturgie, Cafeteria-Christentum (das sich vom Tisch der Spiritualitäten nach Belieben etwas zusammenstellt) - all das sind Früchte dieser unsäglichen Entwicklung.

Die einzigartige Stellung der Priester als Vertreter Christi ist einer oft anmaßenden Selbstherrlichkeit in Glaubensangelegenheiten (wenn auch nicht aller) Pfarrgemeinderäte, Gemeindereferentinnen und Pastoralreferenten gewichen.

Die wenigsten Gläubigen oder kirchlichen Angestellten haben überhaupt noch eine Ahnung davon, was die Kirche lehrt und warum. Wenn sie es denn wissen, kümmert es sie oftmals nicht. Richtig, gut und wahrhaftig ist, was sich für das Individuum gut anfühlt.

Jetzt hilft nur noch eine Radikalkur: sofortige Abschaffung von Pfarrgemeinderäten, Gemeindereferenten und Pastoralassistentinnen. Intensivierung des traditionellen Katechismus. Unverzügliche Amtsenthebung von Priestern und Lehrkräften, die gegen den Katechismus der Katholischen Kirche sowie das kirchliche Lehramt verstoßen oder derartiges unterrichten. Radikale Umstrukturierung kirchlicher Organisationen auf das (für die Katholische Kirche!) wichtige!

 

"We are not called to be the Church mush, but the Church militant!"

- Fr. Bill Casey, C.P.M., Fathers of Mercy


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