Robert Gollwitzer

Politisch. Katholisch. Leidenschaftlich.

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Private Blog of Robert Gollwitzer. Politics, religion, family matters and more.

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Aus der Kirche ausgetreten?

Posted on September 3, 2019 at 12:35 AM

In Organisationen der Katholischen Kirche gilt es immer noch als Kündigungsgrund bzw. als Hindernis, das einer Einstellung im Wege steht, wenn jemand amtlich erklärt hat, aus der Katholischen Kirche auszutreten (etwa um keine Kirchensteuer mehr zu zahlen). Kein Problem haben die, die offensichtlich tagtäglich den katholischen Glauben durch ihre Lebensweise spotten, weiterhin Christinnen und Christen anderer Konfessionen (auch wenn diese aus ihrer Gemeinde ausgetreten sind), Nichtgläubige oder Andersgläubige (etwa Muslime).

Erklärt wird das damit, dass die Betroffenen schließlich klar ihre Abkehr vom katholischen Glauben kund getan haben. Das ist so aber nicht richtig. Wer aus der Kirche austritt, um keine Kirchensteuer mehr zu zahlen, ist damit nicht gleichzeitig und automatisch vom katholischen Glauben abgefallen. Das ist kirchenrechtlich schlicht nicht haltbar, auch wenn es die deutschen Bischöfe gerne so hätten. Zum Abfall gehört auch eine bewusste innere Abkehr, die dann auch ihren Ausdruck in äußeren Taten findet.

Eine derartige Abkehr wäre etwa bei denen vorhanden, die in ihrem persönlichen Leben bewusst gegen die Gesetze der Kirche verstoßen, selbst wenn sie auf dem Papier noch katholisch sind (wenn etwa ein Ehemann Frau und Kinder verlässt und künftig mit seiner Geliebten zusammen lebt). Die wären dann automatisch exkommuniziert. Damit aber haben kirchliche Verbände in der Regel kein Problem mehr.

Wenn man all dies berücksichtigt, darf man angesichts der oben beschriebenen Handhabung doch eine gewisse Scheinheiligkeit vermuten, bei der es offenbar mehr um die Kirchensteuer als um den tatsächlichen Abfall geht (der im Übrigen bei keinem Mitarbeiter oder Bewerber geprüft wird).

Was also tun? Solange der katholische Glaube in manchen kirchlichen Organisationen nur mehr in homöopathischen Dosen vorhanden zu sein scheint, kann ich nicht glaubhaft ausgetretene Bewerber ablehnen. Dies geht nur, wenn ich selbst auch dafür sorge, dass eine Organisation katholisch ist und bleibt - in Wort und Tat.

Missbrauch des Evangeliums

Posted on July 27, 2019 at 1:10 PM

Wenn mich was wirklich auf 180 bringt, dann sind es modernistische Priester, die das Evangelium dazu missbrauchen, ihre persönlichen Thesen zu untermauern. Sozusagen als göttliche Bestätigung der Richtigkeit ihres Denkens.

Da wird dann (in einer Messe vor Altenheimbewohnern!!) kurzerhand gefordert, dass die "alten Schläuche" ausgewechselt werden müssen zugunsten neuerer Versionen (da wird dann gerne mal der Zugang zum Priesteramt erwähnt), da es sonst alles "zerreißt". Das Einzige, was es hier zerreißt, sind vielleicht meine Nerven!

Genau solches modernistisches Gedankengut hat uns (die Kirche) doch in die Situation gebracht, in der wir heute sind! Anstatt sich auf das zu besinnen, was den katholischen Glauben ausmacht, werden dann noch radikalere Reformen gefordert, die uns noch schneller in den Untergang treiben! Solche Priester haben es verdient, dass ihnen ihre Schäfchen davonlaufen. Die Schäfchen wiederum haben nicht solche Priester verdient!

Was hat uns das 2. Vatikanische Konzil und all die Neuerungen (Pastoralreferenten, Gemeindereferenten, Pfarrgemeinderäte...) denn gebracht? Jedes Jahr neue Rekorde bei den Austrittszahlen! Aber wenn es um die Kohle geht (Stichwörter: Reichsdeputationshauptschluss, Kirchensteuer, Gehälter), sind einem die "alten Schläuche" doch noch gut genug! Da wird dann auch die eindeutig kirchenrechtlich nicht zulässige Praxis, Gläubige, die austreten, um die Kirchensteuer nicht mehr zahlen zu müssen, mit einem "Abfall vom Glauben" gleichzusetzen, wieder aufgewärmt. Das ist ganz einfach falsch!

In bester/übelster Apologetik wird dann weiterhin angeführt, dass es damals nicht die Tradition, sondern andere Umstände gewesen seien, die die Gläubigen bei der Kirche gehalten hätten... Quatsch mit Soße!

Ich kann es kaum erwarten, dass das jetzige System zusammenbricht und all die bezahlten Berufskatholiken das Weite suchen. Dann können wir mit dem verbliebenen Rest wieder von Neuem beginnen.

Ist Homosexualitaet eine Krankheit?

Posted on June 15, 2019 at 12:35 AM

Allein die Fragestellung dürfte jeden politisch korrekten Menschen nach Luft schnappen lassen. Wie kann man das nur in Betracht ziehen?

 

Man kann, darf – und muss vielleicht sogar. Wissenschaft und Therapie sind schon lange nicht mehr frei. Sie sind dem Zeitgeist und der politischen Korrektheit unterworfen. Mediziner und Therapeuten plappern nach, was ihnen vorgesagt wird – und die meisten Menschen glauben ihnen, ohne ihren gesunden Menschenverstand zu benutzen. Ganz so einfach und logisch ist die Angelegenheit nämlich keineswegs.

 

 

 

 

„Homosexualität“ wurde erst ab den 70ern von der Liste der psychischen Störungen genommen. Nicht etwa aufgrund neuer medizinischer Erkenntnisse, sondern einzig und allein wegen des politischen Drucks der Schwulenbewegung.

 

 

 

Um oben genannte Frage zu beantworten, bedarf es vorab einer Begriffsklärung: Was meinen wir, wenn wir über „Homosexualität“ reden und was ist eine „Krankheit“?

 

 

 

Mit „Homosexualität“ bezeichnen wir die Tatsache, dass sich jemand überwiegend und über einen längeren Zeitraum hinweg in sexueller und/oder emotionaler Hinsicht zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt. Manche bevorzugen aber den Begriff "gleichgeschlechtliche Neigungen" und sehen „Homosexualität“ nicht als eigenständige Identität an.

 

 

 

„Krankheit“ wiederum wird von Wikipedia wie folgt definiert:

 

"Krankheit ist ein Zustand verminderter Leistungsfähigkeit, der auf Funktionsstörungen von einem oder mehreren Organen, der Psyche oder des gesamten Organismus beruht und zurückgeht.

 

(...)

 

Krankheit wird oft im Gegensatz zu Gesundheit definiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat allerdings Gesundheit auch schon 1946 als idealen Zustand optimalen Wohlbefindens definiert. Zudem ist Krankheit nicht die einzige mögliche Ursache für mangelhafte Gesundheit. Die Übergänge zwischen „Gesundheit“ und „Krankheit“ sind fließend. Vieles mag letztlich einfach eine Frage der Sichtweise sein, zumal der Ausdruck Krankheit keine biologische Konstante, sondern ein kulturelles wertbezogenes Konstrukt darstellt. (...)

 

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 21. März 1958 definiert: „Krankheit ist jede Störung der normalen Beschaffenheit oder der normalen Tätigkeit des Körpers, die geheilt, d. h. beseitigt oder gelindert werden kann.“ Nach einer neueren Formulierung des Bundessozialgerichts (BSG) wird im Kranken- und Unfallversicherungswesen unter Krankheit „ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, der ärztlicher Behandlung bedarf und/oder Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat“ verstanden. Dadurch ist der medizinische Krankheitsbegriff nicht deckungsgleich mit dem sozialrechtlichen.“

 

 

 

Viele Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen fühlen sich damit nicht wohl – unabhängig vom Urteil der Gesellschaft. Ihr „optimales Wohlbefinden“ wäre also zumindest gestört.

 

Krankheit als Gegensatz zur Gesundheit bzw. zum optimalem Wohlbefinden zu definieren, ist eine mehr als zweifelhafte Definition. Folgt man der Logik dieser Argumentation, führt dies zu absurden Ergebnissen. Wenn alleine das subjektive Wohlbefinden über Krankheit oder Gesundheit entscheidet, so bedeutet das zum einen, dass Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen, die darunter leiden, Anspruch auf eine Therapie hätten. Es würde weiterhin bedeuten, dass Menschen mit wie auch immer gearteten sexuellen (oder sonstigen) Normabweichungen anführen könnten, dies sei nicht krankhaft, da sie sich subjektiv "wohl" fühlen.

 

Norm kann im Übrigen vieles sein - das, was die Mehrheit tut oder eine mehrheitlich anerkannte Werte- und/oder Verhaltensgrundlage. Die Mehrheit der Bevölkerung hat keine gleichgeschlechtlichen Neigungen und praktiziert keinen gleichgeschlechtlichen Sex. Was die Akzeptanz, moralische Wertschätzung oder zumindest Gleichgültigkeit des überwiegenden Teils der Bevölkerung angeht, so wage ich hier keine Schätzung. Meine Erfahrung ist, dass selbst diejenigen, die nach außen eine "leben und leben lassen"-Mentalität haben, bei näherem Nachfragen bzw. wenn es die eigenen Kinder betrifft doch schnell eine Ablehnung homosexuellen Handels aufweisen.

 

 

 

Da der BGH bei der Bewertung von Krankheit ausdrücklich auf die „normale“ Beschaffenheit und Tätigkeit des Körpers Bezug genommen hat, muss im vorliegenden Fall geklärt werden, ob „Homosexualität“ zur „normalen“ oder „natürlichen“ Beschaffenheit oder Tätigkeit des Körpers zählt.

 

 

 

Wenn mit „natürlich“ "sich aus den Gesetzen der Natur ergebend" gemeint ist, so ist dies eher zu verneinen. Ist sie dann "in der Natur des Menschen begründet"? Wer vermag das zu beantworten?

 

Dient sie der Arterhaltung? Auch hier ein klares Nein. Bedeutet das also, dass hier ein von der Norm abweichender Körper- oder Geisteszustand vorliegt? Ist Homosexualität eine "Störung der normalen Beschaffenheit des Körpers oder der Psyche"?

 

Nun, sie entspricht zumindest nicht der normalen - also in der Mehrheit der Menschen vorzufindenden - Beschaffenheit. So gesehen also durchaus eine "Störung" oder "Regelwidrigkeit" (wie auch immer man diese Worte definieren mag).

 

Bedarf „Homosexualität“ deshalb der ärztlichen Behandlung und führt zur Arbeitsunfähigkeit? Mit derselben Logik könnte man fragen, ob „Transsexuelle“ einer ärztlichen Behandlung bedürfen und möglicherweise arbeitsunfähig werden. Ein Bewertungskriterium hierfür dürfte wohl die persönliche Wahrnehmung sein. Fühlt sich der Klient bzw. die Klientin durch ihren momentanen Zustand nicht nur geringfügig belastet? Ist die Belastung unter Umständen so groß, dass sie zur Arbeitsunfähigkeit führt?

 

Für gewöhnlich lautet die Argumentation wie folgt: „Homosexualität“ ist keine Krankheit. Damit kann (und darf) sie nicht therapiert werden. Dies würde außerdem zu psychischen Störungen führen. Es gibt auch keine „Heilung“.

 

Diese ist aber beim Vorhandensein einer „Krankheit“ keineswegs notwendig. Allein die Möglichkeit einer Linderung – etwa des persönlichen Leidensdrucks – wäre ausreichend. Wer sich durch seine gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht nur geringfügig belastet fühlt und eine Linderung des Leidensdrucks wünscht, würde also unter diese Kategorie fallen.

 

Die oft angeführten „psychischen Schäden“, die durch eine therapeutische Begleitung entstehen würden, sind bei näherem Hinsehen doch etwas anders zu bewerten: In den 15 Jahren, die mittlerweile vergangen sind, seitdem ich meine langjährige Zeit in der schwulen Szene beendet habe, durfte ich viele Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen („Ex-Gays“) begleiten. Nicht eine/r davon trug dadurch psychische Schäden davon. Gleichwohl habe ich eine Menge meiner schwulen Freunde verloren, die an den Folgen ihres Lebenswandels gestorben sind – Drogen, ansteckende Geschlechtskrankheiten etc. Ein Blick auf die Statistiken des Robert-Koch Instituts bestätigt dies: ein verschwindend geringer Prozentsatz der Bevölkerung („Männer, die Sex mit Männern haben“) hat doch einen enorm hohen Anteil an eben diesen Geschlechtskrankheiten. „Safer Sex“ schützt beileibe nicht vor allem.

 

 

 

Wer meint, im Körper des falschen Geschlechts geboren worden zu sein, darunter leidet und die erforderlichen psychologischen Gutachten beibringt sowie zusätzliche Voraussetzungen erfüllt, darf gegebenenfalls eine „geschlechtsangleichende Operation“ vornehmen lassen. Hier werden also psychische Leiden „therapiert“, indem man gesunde Körper verstümmelt. Dieser offenbare Bruch des hippokratischen Eides scheint aber kaum jemanden zu stören. Wer aber für sich in Anspruch nimmt, unter seinen gleichgeschlechtlichen Neigungen zu leiden, dem soll eine therapeutische Unterstützung untersagt werden, weil hier ja keine „Krankheit“ vorliege, sondern „nur“ der subjektive Wunsch des Leidenden und dieser subjektive Wunsch zwangsweise zu psychischen Störungen führen muss? Ist nicht euer Ernst.

 

 

 

Robert Gollwitzer

 

 

 

www.jason-international.org

 

www.misererenobis.org

 

www.homosexuals-anonymous.com

Ich will endlich so sein, wie ich bin?

Posted on April 13, 2019 at 5:30 AM

"Ich will endlich so sein, wie ich bin?"

Diesen Spruch hört man von vielen Schwulen. Nach langer "Selbstverleugnung" wäre nun der Damm gebrochen und sie könnten so sein, wie sie tatsächlich sind. Wie aber sieht die Realität aus? Kurz: Die Einzigen, die sie so nehmen, wie sie sind, sind wahrscheinlich die "Heteros". Die schwule Wirklichkeit - insbesondere für Männer - sieht anders aus. Um auf dem "schwulen Fleischmarkt" Erfolg zu haben, versuchen viele, Stereotypen zu imitieren - oder verlangen dies von potentiellen Partnern. Das wird dann sogar als "Freiheit" von der bisherigen - tatsächlichen - Identität bezeichnet. So werden die Haare kurz geschoren, ein Holzfällerhemd und Jeans angezogen, man lässt sich einen Bart wachsen und meint dann, ein "richtiger" Mann zu sein. Je mehr man einer stereotypen Vorstellung eines "Hetero-Mannes" entspricht, desto besser. Das Problem dabei? Das ist eine Comic-Version von einem Mann. Mit wahrer Männlichkeit hat das aber schon gar nichts zu tun. Ein Bart und ein Holzfällerhemd machen einen mit Sicherheit nicht zum Mann. Vor allem aber verleugnet man damit sich selbst und fordert dies von anderen. "Freiheit" ist etwas anderes. Die Partner sind austauschbar und befriedigen im Grunde nur die eigenen Bedüfnisse und Wünsche. Irgendwann erledigt das Alter den Rest und ein Stereotyp lässt sich beim besten Willen nicht mehr konstruieren. Ich habe dies selbst getan und erfahren und ich habe es zur Genüge an anderen gesehen.

"Freiheit" ist das, was ich erleben durfte, nachdem ich die schwule Szene verlassen hatte. Endlich konnte ich mich dem Zwang des schwulen Fleischmarktes entziehen und so sein, wie ICH bin und sein will. Ich verlange von niemandem, dies zu mögen, ich werde mich aber bestimmt nicht mehr verleugnen, um jemand anderem zu gefallen. Er will dann nicht mich, sondern ein verzerrtes körperliches Bild von mir.

Besonders aber hat mich immer die Diskriminierung innerhalb der schwulen Szene geärgert und verletzt (wenn dies von Menschen kam, an denen mir was lag): wer nicht der schwulen Vorstellung eines Mannes entspricht, ist eine "Tunte" - und nichts ist schlimmer als das. Niemand will eine Tunte sein und distanziert sich davon, indem er andere als solche beschimpft. Die wahren "Tunten" stecken aber nicht selten in Holzfällerhemden.

Im Grunde ist das alles eine sehr tragische Entwicklung. Wer seine männliche Identität nie gefunden hat, jagt einer Fata Morgana nach, die dem entsprechen soll. Vor allem aber läuft er Männern hinterher, die diesem Trugbild am besten entsprechen. Hat er einen gefunden, bleibt er aber weiterhein auf der Suche, ob das Gras anderswo grüner ist.

Nicht umsonst sind "Bären" so beliebt in der schwulen Szene, weil sie all die körperlichen Kriterien haben, die man als "männlich" vermutet: Dicker Bauch, behaart, kurze Haare, Bart, Holzfällerhemd, Jeans. Die Einzigen, die mich so genommen haben, wie ich bin, waren "Heteros". Wo mich so mancher Schwuler beschimpft (oder aufgrund der Entsprechung mit dem "Ideal" als "geil" bezeichnet hat) hat, haben mir Heteros offen gesagt, was ihnen an mir gefällt.

"Freiheit" habe ich in der schwulen Szene nie gefunden. Sobald potentieller Sex meinerseits nicht mehr zur Verfügung stand, lösten sich schnell schwule "Freundschaften" auf. Ebensowenig selbstlose Liebe und Zuneigung und wahren Glauben.

Das mag politisch nicht korrekt sein, entspricht aber meinen Erfahrungen.

Robert

Mitleid-Hype

Posted on March 17, 2019 at 6:05 AM

Jeder Terror-Akt ist zu verurteilen. Leider werden täglich weltweit Menschen verfolgt, gefoltert und grausam ermordet. Ab und an jedoch pickt sich die internationale Gemeinschaft eine dieser Taten heraus. Es entsteht ein wahrer Hype darum und die gesamte politisch korrekte Welt gibt an, sie würde unermesslich trauern. Ein paar Tage später redet kein Mensch mehr davon und einige Wochen später kann sich kaum mehr jemand daran erinnern. All die anderen gleichzeitig stattfindenden Taten bleiben unkommentiert. Woran das wohl liegt? Ich wage mal einhe kühne These: Bei manchen scheint es nicht um die Handlung selbst zu gehen, sondern darum, ob sie in ihr politisches Weltbild passt und ob sie diese benützen können, um den politischen Gegner die Schuld (oder Mitschuld) dafür zu geben und mit Dreck zu bewerfen. Auf so eine Art von "Mitleid" können die armen Betroffenen allerdings gut und gerne verzichten. Das ist nichts anderes als eine besonders verwerfliche Form von Scheinheiligkeit und politischer Propaganda.

Ich halte es, wie ich es immer halte: ich bete für die Opfer. Im Stillen, ohne viel Theater drum zu machen.

Arbeitshilfe zum Umgang mit Rechtspopulisten?

Posted on March 15, 2019 at 11:50 AM

Nun platzt mir aber langsam der Kragen. Die katholischen Bischöfe wollen von "Experten" eine "Arbeitshilfe zum Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen" erstellen lassen. Das Vorhaben an sich ist schon eine Frechheit - und das sage ich als gläubiger und praktizierender Katholik, der seit 28 Jahren für die Kirche arbeitet.

Eine jüngst erschienene Studie gibt die Zahl der von katholischen Geistlichen in den letzten Jahrzehnten missbrauchten Minderjährigen mit ca. 114.000 (!!!) an. Das Ganze hatte offenbar System und die Kirche als solche hatte und hat auf ganzer Linie versagt. Auch in anderen Bereichen haben unsere verantwortlichen Hirten die Kirche in Grund und Boden gewirtschaftet. Menschen treten seit vielen Jahren zu Abertausenden aus der Kirche aus. Vom katholischen Glauben ist nur mehr ein weichgespültes Etwas zurück geblieben, mit dem jeder leben kann und von dem niemand etwas hat. Kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, in dem der Autor die Ansicht vetrat, der katholische Glaube sei in kirchlichen Organisationen nur mehr in homöopathischen Dosen vorhanden. Es fällt mir schwer, dem zu widersprechen.

In dieser Lage also erdreisten sich die Bischöfe, mit dem Finger auf die bösen Populisten zu zeigen. Wer aber mit dem Finger auf andere zeigt, der muss davon ausgehen, dass mindestens drei Finger auf einen selbst zurück zeigen! Hier ist es nicht anders.

Herr Marx selbst hat offenbar - wie so viele andere - nicht die geringste Ahnung, was "Populismus" bzw. "Rechtspopulismus" überhaupt bedeutet. Zur Info: Die illegale Grenzöffnung von Frau Merkel vor einigen Jahren war eine populistische Aktion. So fantasiert er, die Rechten müssten doch fremden- und flüchtlingsfeindlich sein. Mitnichten, Herr Kardinal. Sie sind sogar weitaus fremden- und flüchtlingsfreundlicher als vieles, was die Kirche zu bieten hat.

Wer den Syrern, Lybiern, Irakern usw. wirklich helfen will, tut das vor Ort. Nichts anderes sagt das Prinzip der Subsidiarität, dem die Kirche folgt. Diejenigen nämlich, die die Hilfe am meisten benötigen, können es sich nicht leisten, illegale Schlepper zu bezahlen. Sie lassen auch nicht ihre Familien zurück und laufen davon. Vor Ort muss die internationale Gemeinschaft militärisch und materiell helfen, damit die Menschen ihre Heimat wieder aufbauen können. Meine Familie stand nach dem 2. Weltkrieg auch vor dem nichts. Sie sind nicht davon gelaufen, sondern haben unter schweren Bedingungen und teilweise auch unter Gefahr für Leib und Leben ihre Heimat wieder aufgebaut.

Wer jedoch bestimmte Bevölkerungsgruppen sogar noch bei der Flucht unterstützt, muss sich fragen lassen, welchen Interessen er damit eigentlich dient.

Im schönsten Pseudo-Therapeuten- und Sozialpädagogen-Deutsch spricht Herr Marx weiter von der "Abwertung von als fremd wahrgenommenen Religionen" und sinniert über "Ängste vor anderen Kulturen". Nein, Herr Marx, hier werden nicht einfach nur andere Religionen "als fremd wahrgenommen". Hier geht es konkret um den Islam und die unglaubliche Naivität im Umgang mit diesem. Unsere Ahnen haben das christliche Abendland aufgebaut, ohne das auch Sie nicht Bischof wären und im Erzbischöflichen Palais residieren könnten. Ich schätze Moslems wie ich alle Menschen schätze - den Islam aber lehne ich aus ganzem Herzen ab (für mehr Infos siehe www.a-christian-view-on-islam.org). Wenn Sie hier gegensätzlicher Meinung sind, können Sie mir bestimmt ein Land mit mehrheitlich islamischer Bevölkerung nennen, das eine vergleichbare Demokratie und vergleichbare Menschenrechte wie der christliche Westen hat. Sparen Sie sich die Suche - dieses Land gibt es nicht.

Nur wer sein eigenes Volk liebt, kann auch andere Völker lieben. Wer keinen Pfifferling auf die Tradition und Kultur seiner Ahnen gibt, der preist eine diffuse "Vielfalt" - die doch nichts anderes ist als die totale Gleichgültigkeit der Zerstörung der eigenen Wurzeln und Identität sowie der Identität anderer Völker gegenüber. Wer Europa wirklich liebt, der trachtet nach einem "Europa der Vaterländer" und nicht nach einem totalitären Land wie die "Vereinigten Staaten von Europa".

Ja, wir haben in unseren Genen die Einflüsse verschiedener Völker. Daraus aber hat sich im Lauf der Jahrtausende eine ganz besondere Kultur und Eigenheit gebildet - wie dies auch bei anderen Völkern der Fall ist. Wer die Wertschätzung desselben als rassistisch bezeichnet, bedient sich einer Art von Propaganda, die ich schon als vergangen wähnte.

Somit habe ich nicht Angst vor anderen Religionen und Kulturen, sondern vor politisch korrekten Menschen, die ihren Willen als den einzig moralisch akzeptablen ansehen und anderen aufzwingen wollen - und damit drauf und dran sind, diese Gesellschaft in Grund und Boden zu richten, frei nach dem Zitat von Ignazio Silone: «Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.»

Ich habe auch keine Angst vor einem "sozialen Abstieg in Zeiten der Globalisierung". Mich besorgt eher die Globalisierung als solche - weil sie naturgemäß das Ziel eines totalitären Systems à la "1984" von George Orwell verfolgt.

Abschließend noch ein weiterer Hinweis: die von Herrn Marx und Konsorten so verachteten "Rechtspopulisten" stehen in vielen Fragen (Ehe und Familie, Abtreibung etc.) der Katholischen Kirche weitaus näher als irgend eine andere Partei. Eine ganze Reihe von Parteien ist etwa für jeden Katholiken allein schon wegen ihrer Stellung zur Abtreibung unwählbar. Davon spricht aber keine von "Experten" erstellte "Arbeitshilfe".

Es ist nicht Aufgabe der katholischen Bischöfe, sich vor den politischen Karren einer gänzlich unkatholischen Bewegung spannen zu lassen.

Diesem Bestreben werde ich Widerstand leisten. Wenn die Hirten der Kirche versagen, müssen die Schafe aufstehen. Das Berufskatholikentum hat versagt. Es ist höchste Zeit, dass wir unsere geliebte Kirche wieder auf den rechten Weg bringen!


München, den 15.03.2019


Robert Gollwitzer

www.robert-gollwitzer.com

Verbot von Konversionstherapien?

Posted on March 5, 2019 at 12:20 AM

Lässt sich die AfD vor den Karren der Schwulenbewegung spannen?


Am 18.Februar 2019 erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Axel Gehrke:


„Unsere Fraktion lehnt jegliche Konversionstherapien entschieden ab! Homosexualität ist keine Krankheit! Eine Behandlung ist aus diesem Grunde weder notwendig noch sinnvoll. Folglich spricht nichts für den Einsatz solcher Therapien. Einem gesetzlichen Verbot von Konversionstherapien stehen wir offen gegenüber.“


Es wird weiterhin darauf hingewiesen, dass "bereits im Jahr 1992 die Diagnose „Homosexualität“ aus dem Krankheitskatalog der WHO gestrichen worden ist"

(https://www.afdbundestag.de/gehrke-ein-klares-nein-zu-allen-versuchen-homosexualitaet-zu-heilen-konversionstherapien)


Ich bin selbst AfD-Mitglied und gleichzeitig in einigen "Ex-Gay Einrichtungen" tätig (Homosexuals Anonymous, Jason International, Miserere Nobis) - und erstaunt darüber, wie leicht sich unsere Partei offenbar der Propaganda der Schwulenbewegung beugt, die doch unserer Position zu Ehe und Familie so eindeutig widerspricht.


- Die Streichung von Homosexualität vom Krankheitskatalog der WHO erfolgte keineswegs auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse (die gab es damals nicht und die gibt es bis heute nicht), sondern alleine (!) aufgrund des politischen Drucks der Schwulenbewegung, die ausgehend von den USA den Rest der demokratischen Welt erobern wollte.

- Bis heute ist nich endgültig geklärt, was eigentlich eine sexuelle Orientierung bestimmt. Man geht von einem Bündel verschiedenster Faktoren aus, die in sehr komplizierter Art und Weise zusammenwirken. Im Zuge der Epigenetik weiß man mittlerweile auch, dass u.a. die Umwelt und das eigene Verhalten einen Einfluss darauf haben, ob und inwiefern bestimmte Gene aktiviert oder deaktiviert werden - oder gar die DNA in Teilen geändert wird.

- Gleichzeitig ähneln sich die Lebensläufe vieler Männer und Frauen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen in einigen Punkten überdurchschnittlich oft (bei Männern etwa eine nicht eingetretene Bindung zum Vater im Kindesalter).

- Schließlich gehen sowohl neuere Forschungen als auch Behauptungen der Schwulenbewegung selbst von einer "Fluidität" der menschlichen Sexualität aus.


Wenn man all das berücksichtig und daran denkt, dass bei jedem Menschen unterschiedliche Faktoren bei der Entwicklung der eigenen Sexualität am Werke waren, ist es naiv und auch ganz einfach falsch anzunehmen, diese Faktoren könnten im Einzelnen nicht angegangen werden. Inwiefern sich das auf die Sexualität als Ganze auswirkt, kann heute kein ernstzunehmender Wissenschaftler mit Sicherheit sagen. Pauschal aber anzugeben, was nicht sein darf, kann auch nicht sein, ist keine Wissenschaft, das ist Propaganda der übelsten Art.


Gehen wir also davon aus, jemand verspüre neben gleichgeschlechtlichen auch heterosexuelle Neigungen und möchte letztere verstärkten. Wer sind wir, dass wir ihm/ihr das verbieten?


Ist es wirklich mit dem hippokratischen Eid zu vereinbaren, einem Menschen, der innere Probleme mit der eigenen Geschlechtsidentität hat, zu sagen, schneide etwas weg und schlucke Hormone ("Geschlechtsangleichung") - und gut isses? Ernsthaft? Wir behandeln innere Konflikte, indem wir gesunde Körper schädigen?


Ich habe viele Jahre in der schwulen Szene verbracht. 2004 (!) habe ich durch die Organisation Homosexuals Anonymous Freiheit davon gefunden - und seitdem nie wieder etwas mit einem Mann gehabt. Und es ging mir nich so gut wie heute.


Das Problem mit diesen Forderungen nach einem Verbot der "Konversionstherapie":


- Die Schwulenbewegung weiß selbst ganz genau, dass die gängigen "Ex-Gay Einrichtungen" eine solche Therapie gar nicht anbieten. Darum geht des ihnen auch gar nicht, denn:

- Mit einer solchen Forderung, der sich viele kaum entziehen können, wird der eigentliche Beweggrund versteckt und unterschwellig eingeführt und kann dann in weiteren Schritten realisiert werden: Das Verbot jeglicher seelsorgerischen oder beratenden Begleitung von Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen. Die Kriminalisierung anderer Meinungen und letztlich die Verwirklichung des geschlechtslosen Gender-Menschens sowie die völlige Zerstörung der traditionellen heterosexuellen und monogamen Ehe und Familie. Diese sollen durch - nichts - ersetzt werden. Alles soll und darf gehen.


Dafür darf die AfD niemals stehen.


Beugt euch nicht dem Druck der Schwulenbewegung! Allein die traditionelle bürgerliche Familie bringt das Beste für alle Beteiligten - und nichts anderes als das Beste wollen wir.


Ich weiß angesichts meiner Vergangenheit, wovon ich rede. Außerdem durfte ich mittlerweile viele Menschen auf ihrem Weg begleiten. Etliche davon sind mittlerweile glücklich verheiratet und haben Kinder. Wer sind wir, dass wir ihnen das versagen?


Wir müssen zu den Werten unserer christlichen Vorväter und -mütter stehen!


Verteidigt unser Erbe und unser Land!


München, den 04.03.2019


Robert Gollwitzer

www.robert-gollwitzer.com

Welchen Sinn hat das kirchliche Arbeitsrecht noch?

Posted on February 18, 2019 at 3:15 PM

Das besondere Arbeitsrecht für Kirchen ("Tendenzbetriebe") wird durch die EU-Gesetzgebung und durch einseitige Zugeständnisse der Deutschen Bischofskonferenz immer weiter ausgehöhlt. Zusätzlich scheinen kirchliche Organisationen keinen besonderen Wert mehr darauf zu legen, dass neue Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter katholisch sind und dies auch leben - auch und gerade privat. Mittlerweile geht vieles.


Warum also brauchen wir dann noch katholische Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser, Sozialarbeiter, wenn das dortige Personal eh wenig Wert auf den katholischen Glauben zu legen scheint?


Wenn ich guten Glaubens in ein katholisches Alten- und Pflegeheim gehe und dann feststellen muss, dass der überwiegende Teil des Pflegepersonals muslimischen Glaubens ist, dann ist das schlimmer, als wenn ich gleich in ein weltliches Heim gehe. Die geben wenigstens nicht vor, katholisch zu sein.


Das Argument, anderes Pflegepersonal sei eben nicht zu finden, lässt sich leicht entkräften: dann muss ich eben ehrlich sein und den christlichen Bezug aufgeben. Gottesdienste finden schließlich auch in weltlichen Heimen statt.


Noch schlimmer wird es, wenn christliche Heime Personal aus armen Ländern abwerben, wo sie dann noch dringender fehlen als bei uns. Das ist moralisch verwerflich.


Provozierende Gedanken - aber wie ich finde, durchaus notwendige - und ich sage das, weil mir etwas an der Kirche liegt.


An die Unterzeichner des offenen Briefes an Kardinal Marx vom Februar 2019 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Posted on February 5, 2019 at 12:50 AM

Die Forderungen der Unterzeichner offenbaren in erschreckender Weise eine Auffassung vom katholischen Glauben, der mit diesem kaum mehr etwas zu tun hat. Erschreckend umso mehr, als die Unterzeichner dies wissen sollten und man somit davon ausgehen darf, dass sie ihre Äußerungen in voller Kenntnis der wahren Sachlage getätigt haben.


Allein die Mischung der Unterzeichner spricht für sich:


Ansgar Wucherpfennig, Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt, Jesuitenpater Klaus Mertes, der Frankfurter Stadtdekan Johannes Graf von und zu Eltz, Gaby Hagemans, Direktorin der Caritas Frankfurt, Bettina Jarasch, Vorstandmitglied der Partei Bündnis 90 Die Grünen, Claudia Lücking-Michel Vizepräsidentin des Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Dagmar Mensink, ZdK-Sprecherin für politische und ethische Grundfragen und Jörg Splett, katholischer Religionsphilosoph und Anthropologe.

 

Wer in katholischen Angelegenheiten einen offenen Brief zusammen mit einer führenden Grünen-Politikerin unterzeichnet, disqualifiziert sich allein dadurch schon selbst. Die Positionen der Grünen sind untragbar für einen Katholiken – allen voran deren Haltung zur Abtreibung sowie zu Fragen von Ehe und Familie.


Das ZdK ist immer wieder durch Äußerungen aufgefallen, die dem katholischen Glauben offen widersprechen und hat allein deshalb seine Existenzberechtigung und seinen Vertretungsanspruch verloren.


Persönlich bin ich davon enttäuscht, dass eine Caritas-Direktorin mit unterzeichnet hat. Ich arbeite seit 1991 für die Katholische Kirche, davon seit 1993 für den Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. Mir liegt die Caritas sehr am Herzen und solche Äußerungen von einer führenden Caritas-Mitarbeiterin enttäuschen mich sehr. Kürzlich habe ich einen Beitrag gelesen, in dem der Autoren von „homöopathischen Dosen“ gesprochen hat, in denen der katholische Glaube noch in der Caritas enthalten sei. Solche öffentlichen Standpunkte, die dem katholischen Glauben deutlich widersprechen, lassen mich verstehen, wie der Autor darauf kommt. Zum fremdschämen.


Zum Inhalt:


Da wird zunächst von „echter Gewaltenteilung“ gesprochen. Klingt für Unwissende gut. Katholiken jedoch sollten wissen, dass die Kirche keine demokratische Organisation ist und dies auch nie sein darf. Das Hirtenamt in der Kirche ist kein politisches Amt und ihr Aufbau sowie die Definition von kirchlichen Autoritäten nicht mit weltlichen Maßstäben zu messen. Das muss so sein und das ist gut so. Die Kirche gibt es schließlich – im Gegensatz zu diversen politischen Strukturen – schon seit über 2.000 Jahren.


Wieder einmal wird gefordert, das Weiheamt für Frauen zu öffnen. Diese Thema hat bereits Papst Johannes Paul II. abschließend behandelt. Jesus – der Sohn Gottes (!) – hat seinerzeit sämtliche Tabus gebrochen, als er sich mit Frauen umgab, diese lehrte und unter die Schar Seiner Jünger aufnahm. Zum Abendmahl – und somit zur Einsetzung der Eucharistie und des Weiheamtes – umgab Er sich nur mit Männern. Es steht keiner Generation an, diesen klaren Willen Gottes zu umgehen. Ende der Diskussion.


Auch die alte Kamelle Zölibat wird wieder hervorgekramt. Priester sollten ihre Lebensform selbst wählen, "damit der Zölibat wieder glaubwürdig auf das Himmelreich verweisen kann". Nun ist zwar der Zölibat nicht zwangsweise für alle Zeiten in Stein gemeißelt, sein Verweisen auf das Himmelreich hängt jedoch keineswegs von der Freiwilligkeit der Wahl ab. Andere christliche Gemeinschaften haben keinen Zölibat. Ihr Amt verweist jedoch nicht mehr oder weniger auf das Himmelreich und Nachwuchssorgen haben auch sie. Ach ja, wenn wir gerade beim Nachwuchs sind: Es wird ja immer wieder angeführt, es gäbe immer weniger Priester. Fakt jedoch ist, dass heute immer mehr Priester für immer weniger Gläubige vorhanden sind!


Natürlich darf die gute alte Forderung nach einem „Neustart mit der Sexualmoral“ wieder hervorgekramt. Natürlich ist auch die Rede von der Notwendigkeit einer „verständigen und gerechten Bewertung von Homosexualität“. Ich selbst habe viele Jahre in der schwulen Szene verbracht. Wenn so manch einem klar wäre, was dort als „normal“ gilt und als solches gefeiert wird, würden sie vielleicht zweimal nachdenken, bevor sie schwule Gruppen an Schulen lassen und sich vor den Karren der Schwulenbewegung spannen lassen. Ich habe mein schwules Leben mit Hilfe der christlichen Selbsthilfe-Organisation „Homosexuals Anonymous“ 2004 (!) hinter mir gelassen. Hierfür wäre die Hilfe und Unterstützung der Kirche wichtig gewesen – leider gab es die nicht (abgesehen von einigen Einzelpersonen). Ich habe die andere Seite der Sexualmoral kennengelernt. Auf einen „Neustart“, wie ihn die Unterzeichner fordern, kann ich gut und gerne verzichten. Die Kirche muss (!) hier das Zeichen des Widerspruchs bleiben. Die heterosexuelle, monogame und lebenslange christliche Ehe und die damit zusammenhängende Lehre von Ehe, Familie und Sexualität ist ein hohes und heiliges Gut und steht weltlichen Veränderungswünschen nicht offen. Ja, es gibt Änderungsbedarf in der Haltung der Kirche zu Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen. Zum einen sollte man Einrichtungen wie „Miserere Nobis“ den Zugang zu Gemeinden möglich machen (momentan treffen diese Einrichtungen auf eine Wand des Schweigens, wenn sie Hilfsangebote an die offizielle Kirche machen). Man darf auch wohlbekannte gleichgeschlechtliche und heterosexuelle Aktivitäten von Priester und Ordensleuten nicht einfach totschweigen, wie das momentan der Fall zu sein scheint. Schließlich sollte vor Ort klar vermittelt werden, was die Kirche lehrt und warum. Anhängern der Schwulenbewegung und ihrer Positionen ist der Zugang zu und Auftritt vor Ortsgemeinden zu untersagen.


Über die Stimmung in den Pfarrgemeinden schreiben die Autoren des offenen Briefes: "Die Sonne der Gerechtigkeit kommt nicht mehr durch. Unter einem bleiernen Himmel verkümmert die Freude am Glauben." Eine „Sonne der Gerechtigkeit“, wie es da so schwülstig heißt, kann es aber nicht geben, wenn vor Ort (und leider ist das in vielen Gemeinden so) der katholische Glaube in seiner Ursprünglichkeit weder gelebt noch gelehrt wird. Vielmehr wird hier wohl darauf angespielt, dass die traditionelle katholische Lehre ein „bleierner Himmel“ sei. Das ist eine unglaubliche Behauptung, die bestenfalls von völliger Unkenntnis, schlimmstenfalls von bewusster Irreführung zeugt.


Weiterhin wird angeführt, die Aussicht auf Macht in Männerbünden ziehe Menschen aus Risikogruppen an. Das ist dumm, unwissend und möglicherweise bewusst verfälschend. Sollten hiermit gar Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen gemeint sein, kann ich als Betroffener, der Kontakt zu einigen Priestern mit solchen Neigungen hat, nur sagen, dass es bestimmt nicht die „Macht in Männerbünden“ ist, die sie zur Kirche zieht. Das grenzt an Unverschämtheit. Sollten hiermit aber Pädophile gemeint sein, kann ich nur sagen, der Vorwurf ist an Absurdität kaum zu überbieten.


Sexuelle Tabus würden Klärungs- und Reifeprozesse blockieren. Das heißt ja nichts anderes, als dass der Zölibat bzw. die kirchliche Lehre zur Sexualität daran sei, dass „Klärungs- und Reifeprozesse“ (was auch immer damit gemeint ist) nicht stattfinden. Ich frage mich allen Ernstes, wer hier noch reifen muss.


Die „vormoderne Ordnung der Kirche“ wird im weiteren für die hohen Austrittszahlen verantwortlich gemacht. So hat man einen bequemen Sündenbock, der mit dieser Behauptung aus dem Weg geräumt gehört. Hierzu folgendes: Jesus sprach vom engen Tor zum Himmel, durch das nur wenige finden und vom weiten Tor, das in die andere Richtung führt und durch das leider die Mehrheit gehen wird. In anderen Worten: das Argument einer großen Anzahl von Menschen, die dieses oder jenes tut, ist in der Kirche nur sehr bedingt anzuwenden. Es gibt auch nicht den „einen“ Faktor, der Menschen zum Austritt bewegt. Schon gar nicht einfach die „vormoderne Ordnung“. Gleichzeitig haben nämlich traditionelle Orden vermehrten Zulauf. Hier ist es auch der jahrzehntelange Missbrauch, die Verschwendung von Gelder, die Abkehr (!) vom traditionellen Glauben sowie die fast völlig ausbleibende Unterrichtung im Glauben in den Gemeinden sowie das eigenmächtige Brechen mit der kirchlichen Lehre vor Ort, die Menschen gehen lässt. Wenn die Kirche immer mehr wie die Welt wird (wie im Brief offenbar gefordert), hat sie keine Existenzberechtigung mehr.


Auch ich bin Katholik. Als solcher widerspreche ich den Forderungen dieses offenen Briefes aus ganzem Herzen.


München, den 04.02.2019


Robert Gollwitzer


Miserere Nobis (Dienst für Katholikinnen und Katholiken mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen): www.misererenobis.org


Katholisch Leben (Katholische Webseite): www.katholisch-leben.org


Jason International (Internationale christliche Ex-Gay Selbsthilfeorganisation): www.jason-international.org


Homosexuals Anonymous (weltweit älteste christliche Selbsthilfeorganisation für Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen): www.homosexuals-anonymous.com


Das Kreuz mit den Schwulen...

Posted on December 29, 2018 at 11:15 AM

Nicht nur die Kirche als Ganze, sondern auch ihre Glieder und sogar christliche Einrichtungen (etwa "Ex-Gay Ministries") tun sich schwer mit den "Schwulen" - also Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, insbesondere denen, die diese ausleben.


Das geht von völliger Akzeptanz oder totaler Gleichgültigkeit ("Leben und leben lassen", "wenn sie sich doch lieben", "solange sie niemandem weh tun") über Unsicherheit und damit Tapsen im Dunkeln ("Try & Error") bis hin zur herablassenden Arroganz ("Wir lieben den Sünder, aber hassen die Sünde" - als ob man selbst kein Sünder wäre!) oder gar dämonischer Verurteilung ("Ihr fahrt alle zur Hölle!" - Ja, die Bibel und die Lehre der Kirche reden von "Sünden, die zum Tod führen", es ist aber immer noch die Entscheidung Gottes, wer darunter fällt und wer nicht.).


Nichts davon ist wirklich hilfreich - weder für die Betroffenen noch für die Kirche als Ganze.


Wer Menschen liebt, will das Beste für sie - und das Beste ist immer noch das Beste in Gottes Augen, nicht in unseren. Wer Mitchristen nicht ermahnt, liebt sie nicht, sondern will nur Unannehmlichkeiten vermeiden. Wer jedoch nicht absolut jeden (!) Menschen bedingungslos (also ohne "aber" hinter "ich liebe dich"!) liebt, kann sich nicht als Jünger Jesu bezeichnen.


Jesus selbst hat die Sünderin, die gesteinigt werden sollte, gerettet - ohne dass sie einen Ton von sich gab (geschweige denn ihr bisheriges Leben bereute). Ja, Er wies sie anschließend darauf hin, fortan nicht mehr zu sündigen, das war aber keineswegs Vorraussetzung für Seine Liebe, die sich in Taten erwies.


Bezeichnenderweise aber vergessen die meisten den Missionsauftrag Jesu dabei, also hinaus(!!) zu gehen, Menschen zu taufen und zu Jüngern Jesu zu machen.


Das heißt demnach nicht, einfach nur kirchliche Veranstaltungen anzubieten, Homepages ins Netz zu stellen oder für Seelsorge-Angebote zu werben und zu warten, ob und bis jemand an die Tür klopft.


Nichts davon tat Jesu. Er ging ZU denjenigen Menschen, was Seinerzeit ein unglaublicher Skandal war!


So habe ich mich kürzlich und für einige Zeit in einigen schwulen Dating-Portalen angemeldet (für Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht nachahmenswert!). Ja, in der "Höhle des Löwen" zu sein, ist für Christen nicht ohne Risiko - auch für mich war es schwer, in meine Vergangenheit zuirückzukehren. Nicht immer habe ich dabei eine gute Figur gemacht.


Habe ich es bereut? Nein!! Ich hatte einige erstaunliche Unterhaltungen und Treffen. Manch einer war überrascht darüber, dass hier einer war, dem es nicht einfach nur um potentielle Sexangebote auf dem Fleischmarkt geht und hat mir bereitwillig aus seinem Leben und von seinen Sorgen und Leidenschaften erzählt. Auch ich habe persönliche Dinge geteilt. Dadurch habe ich mehr gelernt als in Jahren "christlicher" Tätigkeit!


Die Menschen dort wissen größtenteils nichts von "Ex-Gay MInistries", sie haben oft augrund negativer Erlebnisse verzerrte Vorstellungen von dem, was Kirche ist und schon gar nicht können sie sich vorstellen, dass sie wegen sich selbst geliebt werden und dass es da noch ein anderes Leben jenseits der Szene gibt.


All das wird in meine künftige Tätigkeit einfließen.


Ich bin jedem dankbar, den ich auf diesem Weg kennenlernen durfte.


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