Robert Anton Gollwitzer

Seelsorger. Berater. Aktivist. - Politisch. Katholisch. Leidenschaftlich.

Blog

Homosexuelle in der Kirche

Posted on January 24, 2022 at 10:55 AM

Nachdem ich immer wieder auf dieses Thema angesprochen werde, hier einige Anregungen zu diesem Thema.

Zu meiner Person: Ich arbeite seit 1991 für die Katholische Kirche – und seit 1993 für den Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. In dieser Zeit durfte ich hier einige wertvolle Erfahrungen mit „Homosexuellen“ machen.

Ich selbst werde manchmal gefragt, was ich denn nun sei – schwul, bi, hetero? Hierauf gibt es für mich nur eine Antwort: Ich bin Robert Gollwitzer. Als solcher brauche ich nicht für jede Empfindung eine eigene Identität und will auch nicht auf meine sexuelle Orientierung reduziert werden.

Ich habe ca. 20 Jahre in der schwulen Szene verbracht. Damals lernten die Menschen sich in Bars und Saunas kennen. Heute hat sich das eher auf das Internet verlegt. Ich habe all die Erfahrungen dort gemacht, die man als schwuler Mann machen kann – inklusiv einer langjährigen Partnerschaft. Trotzdem war ich am Ende dieser Zeit suizidal – ohne mir wirklich bewusst zu sein, warum.

Durch „Zufall“ kam ich 2004 in Kontakt mit einer Organisation namens „Homosexuals Anonymous“ (www.homosexuals-anonymous.com). Sinn und Zweck dieser an die traditionellen 12-Schritte-Programme angelehnten christlichen Gruppierung ist es, Menschen in Selbsthilfegruppen zu begleiten, die ein Leben jenseits der Szene anstreben und ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen – aus welchen Gründen auch immer – nicht ausleben wollen. HA dürfte wohl die älteste Einrichtung dieser Art sein.

Dieser Kontakt hat mein Leben radikal verändert – in vielen unterschiedlichen Bereichen. Wo mein Lebensinhalt früher nur darin bestand, „schwul“ zu sein und dabei so viel „Spaß“ wie möglich zu haben, entdeckte ich nun viele andere Gaben und Talente in mir. Ich machte viele verschiedene Aus- und Weiterbildungen (u.a. als Seelsorger, in Theologie, Psychologie, Psychiatrie, zum Immobilienfachwirt IHK und vieles mehr). Vor allem aber fand ich wieder zurück zur Kirche. Hilfreich dabei waren mir neben der oben genannten Organisation u.a. auch Mitglieder des OPUS DEI. Inzwischen darf bin ich selbst Co-Direktor von Homosexuals Anonymous.

In Deutschland haben wir weiter Organisationen gegründet: Miserere Nobis (www.misererenobis.org, eine katholische Organisation, in der es auch zwei Priester für die Seelsorge gibt), Jason International (www.jason-international.org) und Gays & Ex-Gays (www.gaysandexgays.org, eine Organisation, in der sich sowohl Schwule/Lesben als auch Ex-Gays zusammenfinden). Ziel ist die seelsorgerische Begleitung von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen – unabhängig davon, ob ihr individuelles Ziel eine Abkehr vom Ausleben derselben beinhaltet oder nicht. Auch müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht dem christlichen Glauben angehören. So finden sich bei uns etwa auch Moslems.

Im Zusammenhang mit dem Thema „Homosexuelle und Kirche“ gibt es immer wieder Missverständnisse. Zur Aufklärung derselben sowie als konstruktiven Beitrag zu einer gemeinsamen Gestaltung des Themas werde ich nun auf einige Punkte eingehen:

Die Bedeutung des Begriffes „Homosexualität“ scheint vielen gar nicht bewusst zu sein. In der Regel bezieht man sich hierbei auf eine überwiegende und länger Anhaltende sexuelle (und emotionale!) Anziehung für das eigene Geschlecht. Der Begriff selbst ist noch relativ jung (19. Jhdt. – auch „heterosexuell“ ist noch nicht so alt), insofern bevorzugen manche die Bezeichnung „gleichgeschlechtliche Neigungen“ anstatt „homosexuell“.

Nicht die Orientierung wird von der Kirche verurteilt, sondern das Ausleben derselben. Die Lehre der Kirche zum Thema Ehe, Sexualität und Familie empfinde ich als sehr nützlich und hilfreich – wenn man sie denn kennt. Die meisten hören wohl eher nur die Verbote. Diese sind aber nur die Kehrseite der Medaille. Die Kirche als Leib Christi hat ein Menschenbild, dem ich nur vollen Herzens zustimmen kann. Sie verurteilt Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen keineswegs. Gerade im Schoß der Kirche habe ich die Liebe und Zuneigung gefunden, die ich in der schwulen Welt nicht hatte.

Wobei wir beim Thema wären: Wer meint, ein schwules Leben sei doch dasselbe wie ein heterosexuelles, irrt gewaltig. Ich führte viele Jahre lang genau dieses Leben, habe unzählige Menschen kennenlernen dürfen und hatte auch viele Sexualkontakte. Die wenigsten Menschen haben wohl eine Vorstellung davon, was in der schwulen Szene als „normal“ gilt und gefeiert – oder zumindest toleriert wird oder unwidersprochen bleibt. Selbst schwule Beziehungen sind meiner Erfahrung nach im Durchschnitt weit weniger langfristig als ihre heterosexuellen Gegenstücke. Sie sind ebenfalls durchschnittlich weitaus „kreativer“ – sprich seltener monogam und durchaus auch sexuell ausgefallener (auch wenn die „Heteros“ in allen Bereichen aufholen). Die beiden zu vergleichen, ist deshalb weder möglich noch zulässig. Es handelt sich um – in der Regel – ganz andere Lebensentwürfe.

Ein wesentlicher Fehler, den viele Schwule machen (inklusiv meiner selbst seinerzeit): Etwas zu respektieren, bedeutet keineswegs, es auch akzeptieren zu müssen. Jeder Mensch hat das Recht, aus Glaubens- oder sonstigen Gründen zu sagen, dass er/sie bestimmte Lebensentwürfe, sexuelle Praktiken oder Formen des Zusammenlebens abzulehnen. Er oder sie ist deshalb keineswegs automatisch „homophob“, genauso wenig wie Seelsorge für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen bedeutet, dass hier „Konversionstherapie“ betrieben wird. Jeder Mensch – ob nun Gay, Ex-Gay, Katholik oder was auch immer – hat Respekt verdient. Von vorneherein für die eigene Position nur hehre und lautere Motive in Anspruch zu nehmen und jede davon abweichende Meinung als „homophob“, „Konversionstherapie“ oder was auch immer zu radikalisieren, ist moralisch und ethisch höchst verwerflich.

Die Kirche ist keine Demokratie und darf dies auch nie sein. Sie ist der Leib Christi. Die Kirche muss auch nicht ihre Lehre zur Ehe und zur Sexualität ändern, weil sich einzelne Geistliche falsch verhalten haben. Änderungsbedarf gibt es dennoch – wenn auch auf anderem Gebiet.

Wir haben viele Jahre Lang dem Erzbischöflichen Ordinariat, der Deutschen Bischofskonferenz und vielen anderen katholischen und anderweitig christlichen Einrichtungen, Gemeinschaften und Organisationen kostenlos unsere Hilfe angeboten und sind dabei regelmäßig auf eine Mauer des Schweigens getroffen. Etliche Priester, protestantische Pastoren, Kirchenangestellte oder einfach nur Gläubige haben sich an uns gewandt, da sie von ihrer Glaubensgemeinschaft entweder gar keine Hilfe bekommen haben oder nicht die, die sie erwartet und erhofft haben.

Was die Kirche nämlich regelmäßig betreibt oder zumindest duldet, ist die Unterstützung einer Theologie, die Positionen der Schwulenbewegung vertritt. Dies jedoch ist eine Offenbarung und Bankrotterklärung des katholischen Glaubens und hilft uns Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die Jesus Christus nachfolgen wollen, keineswegs. Wenn ich das will, gehe ich in die Welt hinaus, die können das besser.

Wir können von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen aber auch nicht erwarten, dass sie Kopien von „Otto Normalverbraucher“ werden. Wir haben besondere Gaben und Talente, die wir auch und gerade zum Wohle der Kirche nutzen können und sollten. Wir müssen uns nicht verstellen, verkleiden oder jemand anderes imitieren, um einem Bild zu entsprechen, das nicht das eigene ist.

Was keineswegs geschehen darf, ist eine unterschiedliche Behandlung von Menschen. Wir können nicht einerseits zulassen, dass Wiederverheiratete bei uns arbeiten, aber dann bei offen homosexuell lebenden Menschen den Riegel vorschieben. Das wäre allerdings Diskriminierung. Wenn wir von unseren Mitarbeitenden ein Ausleben der katholischen Lehre verlangen (soweit dies arbeitsrechtlich überhaupt noch verlangt werden kann), dann von allen in gleicher Art und Weise.

Hier sind wir an einem Punkt, der mir besonders am Herzen liegt: Manche Menschen führen an, in katholischen Einrichtungen sei der katholische Glaube nur mehr in homöopathischen Dosen vorhanden. Dies ist vielleicht etwas überzeichnet, weist aber auf ein Problem hin: Wir werden immer mehr wie die Welt. Ja, wir leben in eben dieser Welt, sind aber nicht gleichzeitig Teil davon. Wenn wir uns als Katholikinnen und Katholiken in nichts mehr von anderen Menschen unterscheiden, wenn es nichts mehr gibt, weswegen die Leute sich fragen, was an diesen Menschen besonders ist, dann hätten wir allerdings unsere Existenzberechtigung verloren. Den katholischen Glauben auf ein christliches Wellness-Programm zu reduzieren, mit dem jede/r leben kann und von dem niemand etwas hat oder ihn gar gemäß unseren eigenen Vorlieben oder dem politischen Zeitgeist „umzuschreiben“ oder „neu zu definieren“, kann und darf nicht unser Ziel sein.

Es sollte in jeder katholischen Einrichtung, für jede Pfarrei und insbesondere für geweihte Personen oder Menschen in Klöstern Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner geben, an die sich diese Menschen vertrauensvoll wenden können. Dem ist momentan leider nicht so, wie meine jahrelange seelsorgerische Erfahrung gezeigt hat. Die Erfahrungen, die Menschen unserer Kenntnis nach hierbei gemacht haben, sind teils haarsträubend.

Die Kirche definiert Missbrauch immer noch im juristischen Sinne – bezogen auf Minderjährige. Ein Priester ist aber auch gegenüber Erwachsenen eine Autoritätsperson. Sexuelle Übergriffe sind hierbei demnach anders zu bewerten als bei „normalen“ Personen. Wir mussten bisher die Erfahrung machen, dass die „offizielle“ Kirche offenbar durchaus Kenntnis davon hat, dass manche Priester aktiv sexuelle Kontakte suchen (teils unverhohlen im Internet), dies aber totschweigt, solange der Vorfall nicht öffentlich wird. Diese unsägliche Praxis des „Don’t ask, don’t tell“ in Anlehnung an vergangene Zeiten im US-Militär muss sofort aufhören. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nahzulegen, das Ganze nicht öffentlich zu machen, dann würde man es auch kirchlicherseits durchgehen lassen, ist einfach nur scheinheilig.

Das Argument „Gott hat mich so geschaffen“ oder „ich bin so geboren“ ist unlogisch bzw. in der Form auch nicht richtig. Zum einen sind wir theologisch alle von Geburt an Sünder. Das macht Sünde deshalb auch nicht besser noch nimmt es uns aus der Verantwortung. Was die Theorie der genetischen Veranlagung betrifft, so ist diese bisher immer noch nicht zweifelsfrei geklärt und wäre – wenn dem so sei – auch aus moralischer oder auch katholischer Sicht belanglos. Die Tatsache, dass ich eine genetische Veranlagung für etwas habe, macht dies aus Sicht des Glaubens oder auch der weltlichen Moral noch lange nicht „richtig“. Abgesehen davon zeigen die Erkenntnisse der Epigenetik, dass selbst genetische Veranlagungen weitere – etwa umweltbezogene – Faktoren bedürfen, um überhaupt zum Tragen zu kommen.

Suizide von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen dürfen – egal von welcher Seite – nicht für die eigenen Ansichten instrumentalisiert werden. Suizide sind regelmäßig multifaktoriell. Eine einfache Schuldzuweisung ist hier wenig hilfreich.

Ähnlich verhält es sich mit der Diskriminierung: hier ist die tatsächliche und zu verteilende Diskriminierung von der angenommenen oder gar unterstellten zu unterscheiden.

Besonders ärgert es mich, wenn versucht wird, die Lehre der Katholischen Kirche und der Heiligen Schrift nach eigenem Gutdünken „neu auszulegen“ – sprich: ins Gegenteil zu verkehren. Da werden alle möglichen – teils absurden – Vorstellungen ins Feld geführt. Auf mich wirkt das immer so, als wolle da jemand die kirchliche Lehre und die Bibel ändern, damit sie mit seinen/ihren Vorstellungen übereistimmen – statt das eigene Leben der befreienden Lehre Jesus Christi anzupassen.

Kurz und gut: Ich bin nicht „homosexuell“ und schon gar nicht lasse ich mich aufgrund meiner gleichgeschlechtlichen Neigungen vor irgendeinen Karren spannen. Ich bin auch nicht „bi“, „hetero“ oder sonst etwas. Ich bin Robert Gollwitzer. Als solcher will ich keine Sonderbehandlung und ich stelle mich anderen ebenso wenig mit den Worten „Mein Name ist Robert und ich bin schwul“ vor wie sie es tun würden: „Mein Name ist Hans und ich bin hetero“. Das klingt nicht umsonst schräg. Ich respektiere die Lebensentscheidungen von Menschen wie ich Menschen an sich respektiere. Ich unterstelle ihnen nicht, alleine deshalb schlechte Menschen zu sein.

Vor allem unterdrücke ich meine Neigungen nicht, nur wenn ich meine sexuellen Energien auf andere Art und Weise Frucht tragen lasse.

Ähnliches erwarte – und vermisse ich auch manchmal - ich auch von anderen.

Ich sehe bei Verboten der Kirche die andere – positive – Seite, die mein Bestes im Blick hat.

Ich bin auch kein Versager, wenn ich fallen sollte. Auch mein Glaube ist deshalb nicht falsch. Wohin würden wir kommen, wenn wir jedes Mal, wenn ein Christ sündigt, dem christlichen Glauben Wirkungslosigkeit und Sinnlosigkeit unterstellen würden.

Nachdem sich so viele „Homosexuelle“ in der Kirche geoutet haben, tue ich dies auch – wie schon viele Male zuvor, als noch niemand davon sprach. Mein Zeugnis ist aber ein anderes, wenngleich es aber vielleicht gerade deshalb von der Kraft und Liebe unseres Herrn zeugt, der aus einem unheilvollen Lebenslauf immer noch etwas Großartiges machen kann.

München, den 24.01.2022

Robert Gollwitzer

God Is Love

Posted on December 16, 2021 at 4:45 AM

Some people open the Bible, take a verse and yell, "See! It is written - there! It says so!". Well, yes it does - at least at first glance.

Think about it: Somebody writes down today "It's raining cats and dogs". Two thousand years from now on a person finds this and wonders what must have happened back then. How did the animals get up? Who threw them down? You know what I mean.

Even more so if you take the Bible as God's inspired Word. When the Lord inspired the writers to write all that down, His inspiration came from His mind. If we try to interpret it with our small pea brains, all we get is confusion at best - spiritual abuse and doctrinal terror at worst.

Yes, even today the Holy Spirit leads the Church and its pastors, also in teaching and preaching. Those men, however, are humans as well and as such fallible. To recognize the voice of the Holy Spirit among the many voices out there and then to follow and obey it against the will of the flash is a task for a saint.

What does that mean? Can't we rely on anything but our personal likes and dislikes? Should we dismiss the Holy Scripture and replace it with moral relativism?

By no means. In everything though we need to keep in mind that we see a tiny part of the whole - and even as to that tiny part we don't really know what to do with. God is bigger than all of that. He does not need proof texting of human concepts. God does not just love us, He is love. Not love as humans see it, but love as He sees it. The kind of love that is fully unconditional, sacrifices itself for others and gives itself a 100 %. Where you give yourself totally. This love is what our faith is all about. Everything else is just a means to the goal. Each situation, each person and each life will require different means. The goal, however, stays the same: God is love and He wants us to be part of Him.

Radikale Umstrukturierung der Katholischen Kirche!

Posted on May 14, 2021 at 1:50 PM

Das Zweite Vatikanische Konzil ist mit den besten Absichten gestartet und mittlerweile grandios gescheitert. Das Gegenteil von "gut" ist halt immer noch "gut gemeint".

Die Bischöfe haben jahrzehntelang beide Augen zugedrückt, sodass nicht nur sexueller, körperlicher und emotionaler Missbrauch geschehen konnte, sondern sich auch eine "liberale" Auslegung kirchlicher Lehrmeinung breitmachte, die wenig bis nichts mit dem katholischen Glauben zu tun hat. Maria 2.0, die Verweigerung der Unterordnung unter kirchliche Autorität, moralischer Relativismus, Regenbogenfahnen, Beliebigkeit in Glaubensfragen, Missbrauch der Liturgie, Cafeteria-Christentum (das sich vom Tisch der Spiritualitäten nach Belieben etwas zusammenstellt) - all das sind Früchte dieser unsäglichen Entwicklung.

Die einzigartige Stellung der Priester als Vertreter Christi ist einer oft anmaßenden Selbstherrlichkeit in Glaubensangelegenheiten (wenn auch nicht aller) Pfarrgemeinderäte, Gemeindereferentinnen und Pastoralreferenten gewichen.

Die wenigsten Gläubigen oder kirchlichen Angestellten haben überhaupt noch eine Ahnung davon, was die Kirche lehrt und warum. Wenn sie es denn wissen, kümmert es sie oftmals nicht. Richtig, gut und wahrhaftig ist, was sich für das Individuum gut anfühlt.

Jetzt hilft nur noch eine Radikalkur: sofortige Abschaffung von Pfarrgemeinderäten, Gemeindereferenten und Pastoralassistentinnen. Intensivierung des traditionellen Katechismus. Unverzügliche Amtsenthebung von Priestern und Lehrkräften, die gegen den Katechismus der Katholischen Kirche sowie das kirchliche Lehramt verstoßen oder derartiges unterrichten. Radikale Umstrukturierung kirchlicher Organisationen auf das (für die Katholische Kirche!) wichtige!

 

"We are not called to be the Church mush, but the Church militant!"

- Fr. Bill Casey, C.P.M., Fathers of Mercy

An die Unterzeichner des offenen Briefes an Kardinal Marx vom Februar 2019 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Posted on February 5, 2019 at 12:50 AM

Die Forderungen der Unterzeichner offenbaren in erschreckender Weise eine Auffassung vom katholischen Glauben, der mit diesem kaum mehr etwas zu tun hat. Erschreckend umso mehr, als die Unterzeichner dies wissen sollten und man somit davon ausgehen darf, dass sie ihre Äußerungen in voller Kenntnis der wahren Sachlage getätigt haben.


Allein die Mischung der Unterzeichner spricht für sich:


Ansgar Wucherpfennig, Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt, Jesuitenpater Klaus Mertes, der Frankfurter Stadtdekan Johannes Graf von und zu Eltz, Gaby Hagemans, Direktorin der Caritas Frankfurt, Bettina Jarasch, Vorstandmitglied der Partei Bündnis 90 Die Grünen, Claudia Lücking-Michel Vizepräsidentin des Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Dagmar Mensink, ZdK-Sprecherin für politische und ethische Grundfragen und Jörg Splett, katholischer Religionsphilosoph und Anthropologe.

 

Wer in katholischen Angelegenheiten einen offenen Brief zusammen mit einer führenden Grünen-Politikerin unterzeichnet, disqualifiziert sich allein dadurch schon selbst. Die Positionen der Grünen sind untragbar für einen Katholiken – allen voran deren Haltung zur Abtreibung sowie zu Fragen von Ehe und Familie.


Das ZdK ist immer wieder durch Äußerungen aufgefallen, die dem katholischen Glauben offen widersprechen und hat allein deshalb seine Existenzberechtigung und seinen Vertretungsanspruch verloren.


Persönlich bin ich davon enttäuscht, dass eine Caritas-Direktorin mit unterzeichnet hat. Ich arbeite seit 1991 für die Katholische Kirche, davon seit 1993 für den Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. Mir liegt die Caritas sehr am Herzen und solche Äußerungen von einer führenden Caritas-Mitarbeiterin enttäuschen mich sehr. Kürzlich habe ich einen Beitrag gelesen, in dem der Autoren von „homöopathischen Dosen“ gesprochen hat, in denen der katholische Glaube noch in der Caritas enthalten sei. Solche öffentlichen Standpunkte, die dem katholischen Glauben deutlich widersprechen, lassen mich verstehen, wie der Autor darauf kommt. Zum fremdschämen.


Zum Inhalt:


Da wird zunächst von „echter Gewaltenteilung“ gesprochen. Klingt für Unwissende gut. Katholiken jedoch sollten wissen, dass die Kirche keine demokratische Organisation ist und dies auch nie sein darf. Das Hirtenamt in der Kirche ist kein politisches Amt und ihr Aufbau sowie die Definition von kirchlichen Autoritäten nicht mit weltlichen Maßstäben zu messen. Das muss so sein und das ist gut so. Die Kirche gibt es schließlich – im Gegensatz zu diversen politischen Strukturen – schon seit über 2.000 Jahren.


Wieder einmal wird gefordert, das Weiheamt für Frauen zu öffnen. Diese Thema hat bereits Papst Johannes Paul II. abschließend behandelt. Jesus – der Sohn Gottes (!) – hat seinerzeit sämtliche Tabus gebrochen, als er sich mit Frauen umgab, diese lehrte und unter die Schar Seiner Jünger aufnahm. Zum Abendmahl – und somit zur Einsetzung der Eucharistie und des Weiheamtes – umgab Er sich nur mit Männern. Es steht keiner Generation an, diesen klaren Willen Gottes zu umgehen. Ende der Diskussion.


Auch die alte Kamelle Zölibat wird wieder hervorgekramt. Priester sollten ihre Lebensform selbst wählen, "damit der Zölibat wieder glaubwürdig auf das Himmelreich verweisen kann". Nun ist zwar der Zölibat nicht zwangsweise für alle Zeiten in Stein gemeißelt, sein Verweisen auf das Himmelreich hängt jedoch keineswegs von der Freiwilligkeit der Wahl ab. Andere christliche Gemeinschaften haben keinen Zölibat. Ihr Amt verweist jedoch nicht mehr oder weniger auf das Himmelreich und Nachwuchssorgen haben auch sie. Ach ja, wenn wir gerade beim Nachwuchs sind: Es wird ja immer wieder angeführt, es gäbe immer weniger Priester. Fakt jedoch ist, dass heute immer mehr Priester für immer weniger Gläubige vorhanden sind!


Natürlich darf die gute alte Forderung nach einem „Neustart mit der Sexualmoral“ wieder hervorgekramt. Natürlich ist auch die Rede von der Notwendigkeit einer „verständigen und gerechten Bewertung von Homosexualität“. Ich selbst habe viele Jahre in der schwulen Szene verbracht. Wenn so manch einem klar wäre, was dort als „normal“ gilt und als solches gefeiert wird, würden sie vielleicht zweimal nachdenken, bevor sie schwule Gruppen an Schulen lassen und sich vor den Karren der Schwulenbewegung spannen lassen. Ich habe mein schwules Leben mit Hilfe der christlichen Selbsthilfe-Organisation „Homosexuals Anonymous“ 2004 (!) hinter mir gelassen. Hierfür wäre die Hilfe und Unterstützung der Kirche wichtig gewesen – leider gab es die nicht (abgesehen von einigen Einzelpersonen). Ich habe die andere Seite der Sexualmoral kennengelernt. Auf einen „Neustart“, wie ihn die Unterzeichner fordern, kann ich gut und gerne verzichten. Die Kirche muss (!) hier das Zeichen des Widerspruchs bleiben. Die heterosexuelle, monogame und lebenslange christliche Ehe und die damit zusammenhängende Lehre von Ehe, Familie und Sexualität ist ein hohes und heiliges Gut und steht weltlichen Veränderungswünschen nicht offen. Ja, es gibt Änderungsbedarf in der Haltung der Kirche zu Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen. Zum einen sollte man Einrichtungen wie „Miserere Nobis“ den Zugang zu Gemeinden möglich machen (momentan treffen diese Einrichtungen auf eine Wand des Schweigens, wenn sie Hilfsangebote an die offizielle Kirche machen). Man darf auch wohlbekannte gleichgeschlechtliche und heterosexuelle Aktivitäten von Priester und Ordensleuten nicht einfach totschweigen, wie das momentan der Fall zu sein scheint. Schließlich sollte vor Ort klar vermittelt werden, was die Kirche lehrt und warum. Anhängern der Schwulenbewegung und ihrer Positionen ist der Zugang zu und Auftritt vor Ortsgemeinden zu untersagen.


Über die Stimmung in den Pfarrgemeinden schreiben die Autoren des offenen Briefes: "Die Sonne der Gerechtigkeit kommt nicht mehr durch. Unter einem bleiernen Himmel verkümmert die Freude am Glauben." Eine „Sonne der Gerechtigkeit“, wie es da so schwülstig heißt, kann es aber nicht geben, wenn vor Ort (und leider ist das in vielen Gemeinden so) der katholische Glaube in seiner Ursprünglichkeit weder gelebt noch gelehrt wird. Vielmehr wird hier wohl darauf angespielt, dass die traditionelle katholische Lehre ein „bleierner Himmel“ sei. Das ist eine unglaubliche Behauptung, die bestenfalls von völliger Unkenntnis, schlimmstenfalls von bewusster Irreführung zeugt.


Weiterhin wird angeführt, die Aussicht auf Macht in Männerbünden ziehe Menschen aus Risikogruppen an. Das ist dumm, unwissend und möglicherweise bewusst verfälschend. Sollten hiermit gar Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen gemeint sein, kann ich als Betroffener, der Kontakt zu einigen Priestern mit solchen Neigungen hat, nur sagen, dass es bestimmt nicht die „Macht in Männerbünden“ ist, die sie zur Kirche zieht. Das grenzt an Unverschämtheit. Sollten hiermit aber Pädophile gemeint sein, kann ich nur sagen, der Vorwurf ist an Absurdität kaum zu überbieten.


Sexuelle Tabus würden Klärungs- und Reifeprozesse blockieren. Das heißt ja nichts anderes, als dass der Zölibat bzw. die kirchliche Lehre zur Sexualität daran sei, dass „Klärungs- und Reifeprozesse“ (was auch immer damit gemeint ist) nicht stattfinden. Ich frage mich allen Ernstes, wer hier noch reifen muss.


Die „vormoderne Ordnung der Kirche“ wird im weiteren für die hohen Austrittszahlen verantwortlich gemacht. So hat man einen bequemen Sündenbock, der mit dieser Behauptung aus dem Weg geräumt gehört. Hierzu folgendes: Jesus sprach vom engen Tor zum Himmel, durch das nur wenige finden und vom weiten Tor, das in die andere Richtung führt und durch das leider die Mehrheit gehen wird. In anderen Worten: das Argument einer großen Anzahl von Menschen, die dieses oder jenes tut, ist in der Kirche nur sehr bedingt anzuwenden. Es gibt auch nicht den „einen“ Faktor, der Menschen zum Austritt bewegt. Schon gar nicht einfach die „vormoderne Ordnung“. Gleichzeitig haben nämlich traditionelle Orden vermehrten Zulauf. Hier ist es auch der jahrzehntelange Missbrauch, die Verschwendung von Gelder, die Abkehr (!) vom traditionellen Glauben sowie die fast völlig ausbleibende Unterrichtung im Glauben in den Gemeinden sowie das eigenmächtige Brechen mit der kirchlichen Lehre vor Ort, die Menschen gehen lässt. Wenn die Kirche immer mehr wie die Welt wird (wie im Brief offenbar gefordert), hat sie keine Existenzberechtigung mehr.


Auch ich bin Katholik. Als solcher widerspreche ich den Forderungen dieses offenen Briefes aus ganzem Herzen.


München, den 04.02.2019


Robert Gollwitzer


Miserere Nobis (Dienst für Katholikinnen und Katholiken mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen): www.misererenobis.org


Katholisch Leben (Katholische Webseite): www.katholisch-leben.org


Jason International (Internationale christliche Ex-Gay Selbsthilfeorganisation): www.jason-international.org


Homosexuals Anonymous (weltweit älteste christliche Selbsthilfeorganisation für Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen): www.homosexuals-anonymous.com


Der eigene Körper

Posted on December 29, 2018 at 10:30 AM

Gerade Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben häufig ein gestörtes Verhältnis zum eigenen - männlichen - Körper.


Ein mögliches Szenario:


Der männliche Körper wird vor dem heranwachsenden Jungen verborgen. Er sieht den Vater nie nackt, duscht nicht mit seinen Brüdern, balgt nicht mit dem Papa oder mit Gleichaltrigen herum - kurz: der männliche Körper wird zu etwas Geheimnisvollen für ihn. Etwas, das andere haben, nicht aber er selbst. Seinen eigenen Körper und seine Geschlechtsteile sieht er vielleicht als etwas Fremdes an.


In der aufkommenden Pubertät wird dieser Junge dann von dem angezogen, was er als "anders" empfindet als er selbst: dem männlichen Körper. In seinem späteren "schwulen" Leben fühlt er sich dann möglicherweise als Frau oder als etwas zwischen allen Geschlechtern - oder er wählt das "Gegenteil" und trainiert sich Muskeln an, zieht Armee- oder Lederklamotten an, lässt sich einen Bart wachsen, schert die Haare kurz und himmelt Männer an, die einem derart verzerrten Comic-Abbild entsprechen. Dabei ist er im Grunde nur auf der ständigen Suche seiner eigenen Männlichkeit - wird sie aber außerhalb sich selbst bzw. im Versuchen, einen "Look" zu kopieren, nie finden.


Was tun?


Ganz einfach - ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper finden.


Ich stellte kürzlich ein Foto von mir mit nacktem Oberkörper online. Obwohl es nur kurz im Internet war, löste es unterschiedlichste Reaktionen aus - von Beifallskundgebungen über Angewidert-Sein bis hin zum "das gehört sich nicht".


All das zeugt nicht nur von einem verzerrten Verhältnis zum eigenen Körper, es zeugt auch von einem verzerrten Bild des menschlichen Körpers aus christlicher Sicht.


Obwohl in jedem Freibad mehr zu sehen ist als auf meinem Bild, wurde angeführt, es sei in Ordnung, im Freibad "ohne" herumzulaufen, nicht aber anderswo.


Das ist - mit allem Respekt - kompletter Unsinn. Es ist Unsinn aus psychologischer Sicht (ein Gehirn macht keinen Unterschied, wo es einen anziehenden Körper sieht. Dementsprechend sind Lustgefühle im Freibad ebenso vorhanden wie anderswo). Es ist aber auch Unsinn in spiritueller Hinsicht (was überall sonst eine Sünde ist, ist das auch im Freibad).


Das Schlimme daran: Ein derartiges Verhalten verstärkt oben genannte Entwicklung und Verzerrung der eigenen Geschlechtsidentität, die so oft ein wesentliches Merkmal bei der Herausbildung gleichgeschlechtlicher Neigungen ist.


Wer es vermeidet, sich im Fitness-Studio um Umkleideraum auszuziehen oder dort zu duschen, wer es vermeidet, sich in Badekleidung oder ähnlichem zu zeigen oder andere darin anzusehen, verstärkt durch dieses Vermeidungsverhalten den ursprünglichen Reiz und signalisiert dem Gehirn: du hast recht. Der männliche Körper ist etwas Geheimnisvolles. Ihn anzusehen oder zu zeigen ist außerdem "unanständig".


Wie viel hilfreicher wäre es, anfängliche Scheu und lustvolle Gedanken zu überwinden und damit sein Gehirn darin zu trainieren, dass der männliche (alternativ weibliche) Körper etwas völlig normales und natürliches ist! Genau das wird nämlich passieren, wenn es zum Alltag gehört, sich mit anderen umzuziehen und der sexuelle Reiz schließlich so gut wie verschwindet.


Warum?


Weil der eigene Körper und das eigene Geschlecht dann eben nicht mehr als etwas Fremdes und Geheimnisvolles betrachtet wird, das andere haben, man selbst aber nicht.


Gilt das ohne jede Einschränkung?


Eigentlich ja - aber nur eigentlich. Adam und Eva sind auch nackt herum gelaufen. Seitdem gab es allerdings den Sündenfall. Niemand wird behaupten können, dass er/sie andere nackte Körper noch nie ohne jeden Hintergedanken angesehen hat, also ist spätestens bei den primären Geschlechtsmerkmalen Schluss.


Alles andere aber kann, darf, soll und muss genossen werden!


Ausgehetzt?

Posted on July 17, 2018 at 3:10 PM

#ausgehetzt – Gemeinsam gegen die Politik der Angst! - eine weitere Aktion, die momentan hier in München läuft.

Das Schema ist immer dasselbe: CSU und AfD schüren "Hass und Ausgrenzung". Es wird erneut das Feindbild von "undemokratischen, menschenrechts-feindlichen und rechten Populisten" an die Wand gemalt.

 

Es folgt eine wirre Aufzählung verschiedener Punkte, die hier wohl angeklagt werden sollen: Kriminalisierung von Flüchtlingen, deren Internierung in Lagern, Abschiebung in Kriegsgebiete, Schüren von "Ängsten", Unterstützung von menschenfeindlichen Regimes mit Geld und Waffen, "kulturelle Scheindebatten" wie Söders Kreuz-Erlass oder Islam-Leitkulturdebatten, Gleichberechtigung unabhängig von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität ("rückwärtsgewandtes Weltbild").

 

Zu den Unterzeichnern gehören neben dem üblichen bunten Völkchen auch kirchliche Organisationen.

 

Die angeführte Propaganda ist genauso bekannt wie unehrenhaft. Anstatt dem politischen Gegner zuzugestehen, dass er rationale Gründe für seine Position hat, unterstellt man ihm eine Motivation, die sich auf "Hass", "Ausgrenzung", "Menschenrechts-Feindlichkeit" etc. gründet. Ob dies nun der Wahrheit entspricht, ist völlig belanglos. Hier zählt offenbar nur, etwas oft genug zu wiederholen, damit es die Öffentlichkeit glaubt. Eine Art von Propaganda, die mich an eine unselige deutsche Zeit erinnert.

 

Allein die verschiedenen Themengebiete, die hier zusammengepackt werden und eine gemeinsame Anklage bilden sollen, lassen Rückschlüsse auf das sonderbare Weltbild der Unterzeichner zu.

 

Dass sich jedoch selbst kirchliche Organisationen vor den Karren u.a. von schwulen Aktivisten spannen und für deren - zutiefst unkatholische - Ideologie missbrauchen lassen (hier geht es ja nicht alleine um eine "Gleichberechtigung unabhängig von sexueller Orientierung etc. - alle Menschen haben vor dem Gesetz dieselben Rechte - sondern eine Akzeptanz der schwulen Ideologie!), verärgert und entsetzt mich als gläubigen Katholiken. Die Lehre der Kirche zum Ausleben einer sexuellen Neigung sowie zur Geschlechtsidentität ist klar: Wir orientieren uns an dem, in dessen Ebenbild wir erschaffen wurden. Durch die gesamte Bibel zieht sich die heterosexuelle, monogame und lebenslange Ehe zwischen Mann und Frau. Jesus selbst hat dies ausdrücklich befürwortet. Daneben gibt es nichts - auch keine eigenständige Identität. Alle Menschen sind zu lieben und zu achten - was aber keineswegs bedeutet, dass wir ihren Lebensstil oder ihre Auffassungen befürworten müssen/dürfen.

 

Söders Kreuz-Erlass ist aus katholischer Sicht ausdrücklich zu begrüßen. Endlich einmal wieder jemand, der sich auf die christliche Grundlage unserer westlichen Demokratien, besonders unserer bayerischen Heimat besinnt (ich sage das ausdrücklich als jemand, der kein Anhänger Söders ist!).

Ja, wir sind christlich. Unser Glaube ist keine Privatsache. Das war er nie und wird er nie sein. Bayern ist ein Land, das auf dem christlichen Glauben gegründet ist und weiterhin sein soll. Wer auch immer hier lebt, hat dies zu akzeptieren. Nein, der Islam gehört nicht hierhier. Wir begegnen Moslems mit Liebe und Respekt, unsere Gesellschaft ist und bleibt aber christlich.

 

Was Flüchtlinge betrifft, so werden diese nur "kriminalisiert", wenn sie gegen ein Gesetz verstoßen haben. Dann aber aus gutem Grund.

 

Was meinen die eigentlich mit der Unterstützung menschenfeindlicher Regimes? Saudi-Arabien? Die Türkei? Die "Palästinenser"? Dann dürfen sie sich gerne an Frau Merkel und ihre Regierung wenden. Oder an alle anderen etablierten Parteien, die bisher alle Staaten mit unterstützt (oder sich zumindest nicht klar von ihnen abgegrenzt) haben, in denen Menschenrechte verletzt werden.

 

Ach ja, bevor ich es vergesse: "Hass und Ausgrenzung" schürt, wer andere politisch mit Schmutz bewirft, ihnen unmoralische Beweggründe unterstellt oder sie bewusst (mangels Argumente?) in eine radikale Ecke stellt, um selbst besser da zu stehen.

 

Das ist nicht nur schäbig, das ist zutiefst unchristlich.

Wenn die Kirche wie die Welt ist

Posted on February 3, 2018 at 1:50 PM

Ich komme eben von der Abendmesse in einem örtlichen Altenheim zurück.

Der Gottesdienst war in ziemlich allen Teilen ein Spiegelbild der deutschen Katholischen Kirche.

Für gewöhnlich ist der Priester in ein Gespräch mit einem Mitglied des Pfarrgemeinderats vertieft, wenn ich den Raum betrete. Ein kurzer Händedruck - und fertig.

Abgesehen davon, dass ich der Ansicht bin, dass sich ein Priester - alleine! - geistig auf das vorbereiten sollte, was nun kommt (schließlich gibt es nichts im Universum, was größer ist als der Moment, an dem Himmel und Erde in der Wandlung aufeinander treffen!), so sollte doch (nach der Messe) ein Anteilnehmen am Leben der Gläubigen selbstverständlich sein.

Ich habe mir irgendwann gedacht, mach du doch den ersten Schritt - was aber höflich und bestimmt abgewiesen wurde.

Nun gut. Irgendwann wird das Geplauder beendet und nahtlos die Messe begonnen (wie kann man sich eigentlich geistig so schnell auf das Wesentliche konzentrieren?).

Die Messe beginnt wie üblich.

In der Regel fällt die erste Lesung komplett weg. Warum eigentlich? Die erste und zweite Lesung ergänzen sich wunderbar und gemeinsam mit dem Evangelium bilden sie eine großartige Einheit. Warum dies den Gläubigen vorenthalten?

Heute fallen die Lesungen kommentarlos komplett weg.

Ein Wunder, dass noch das Evangelium verlesen wird.

Die Predigt ist wie gehabt - eine theologische Abhandlung, bei der der Priester wohl mehr oder weniger bewusst zeigen will, was er gelernt hat. Schön und gut in der Uni - völlig fehl am Platz in einem Altenheim.

Wie üblich werden Bibelverse auch heute immer wieder mal kurz verwendet (missbraucht?), um das, was der Priester persönlich unter "Reformen" versteht, als gut und gottgewollt darzustellen (die theologische Darstellungsweise soll hier wohl noch zusätzliche Autorität verleihen). Im Englischen nennt man das "proof texting" - das Ausschneiden einzelner Bibelverse aus dem Kontext, um damit die eigene Meinung zu unterlegen und zu "beweisen".

Ebenfalls wie üblich ist die Predigt irgendwie richtig und irgendwie belanglos. Jedesmal frage ich mich, was denn eigentlich die zentrale Botschaft der Predigt ist. Und jedesmal habe ich keine Ahnung. Ich vermute, die anwesenden Alten noch viel weniger. Würde man irgendjemand nach der Messe nach der Predigt oder einer der Schriftlesungen fragen, würden wohl die wenigsten eine Antwort geben können.

Angesichts des Austreibens von bösen Geistern durch Jesus, von dem im Evangelium die Rede war, kommt ein kurzer Verweis darauf, dass dies eine "bildhafte Darstellung" (sprich eine Art Symbol und keineswegs die Realität) sei. Da werde ich zum ersten Mal zornig. Nicht nur, dass ganze Pfarreien seit Jahrzehnten nichts von Dämonen, bösen Geistern, Satan, Hölle und Verdammnis gehört haben, jetzt wird das sogar als "bildhaft" dargestellt. Das ist verantwortungslos für einen Hirten.

Ich denke mal, da werden einige spätestens nach dem Tod sehr überrascht sein.

Kurz vor dem Schlusssegen dann stellen sich die Kandidat*innen für die anstehende Pfarrgemeinderatswahl vor.

Nun ist es kein Geheimnis, dass ich den Pfarrgemeinderat als gutgemeintes, aber gescheitertes Experiment in Folge des II. Vatikanischen Konzils sehe. Hier wollen Laien, die wenig bis gar keine theologischen Kenntnisse haben, an kirchlichen Entscheidungen und Glaubensfragen beteiligt werden, von denen sie schlicht keine Ahnung haben. Gut gemeint und schlecht gelaufen. Eine Plage für unzählige Priester. Kein Wunder, dass diese eine Identitätskrise haben.

Ich höre jeder einzelnen Kandidatin zu (nur ein Mann darunter - ebenso ein Bild für unsere deutsche Kirche).

Bei keiner einzigen könnte man sagen, das hat wirklich etwas mit der Katholischen Kirche zu tun. Sie wollen alle Gutes tun, sich um das gemeinschaftliche Leben kümmern oder einfach "ihren Beitrag leisten" (wobei dies nicht näher bestimmt wird).

Was um Himmels willen unterscheidet so eine Gemeinde von einem atheistischen Nachbarschaftsverein? (Fast) gar nichts.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich bin der festen Überzeugung, dass sowohl die Kandidat*innen wie der Priester die besten Absichten haben. Das Gegenteil von "gut" ist aber "gut gemeint". Dieses "gut" ist leider nicht gut genug für die Kirche.

Kein Mensch braucht so einen Wohlfühl-Verein und es ist somit nur folgerichtig (wenn auch traurig), dass viele Menschen die Katholische Kirche in Deutschland verlassen (international steigt die Zahl der Katholiken!).

Menschen wie ich gelten als "aggressiv", "fundamentalistisch", "engstirnig", "altmodisch" (im Gegensatz zur eigenen, Möchtegern-fortschrittlichen Einstellung). Sei's drum.

Die deutsche Kirche ist am Schrumpfen. Das ist gut so und notwendig. Papst Benedikt hat das bereits 1969 in beinahe prophetischer Art und Weise vorausgesehen.

Wir müssen schrumpfen, um wieder zu dem zurückzufinden, was wir eigentlich sind:

Der Leib Christi.

München, 03.02.2018

Robert Gollwitzer

Katholische Pfarreien

Posted on January 23, 2018 at 2:00 PM

Habe mir heute die Homepages einiger katholischer Pfarreien angesehen.

Ehrlich gesagt fragte ich mich dabei, wer denn überhaupt so eine Pfarrei braucht? Vom katholischen Glauben sogut wie gar nichts. Katechese - also Unterrichtung im Glauben (ich kann nur lieben, was ich auch kenne) - null. Mission/Evangelisierung - null. Ein wenig Flüchtlingshilfe, weil's wohl gerade "in" ist (ohne überhaupt über deren Sinn nachzudenken). Mutter/Kind-Gruppen. Eine Menge Meditation. Beichte nur auf Anfrage.

DAS kann die Welt da draussen wahrlich besser. Für solchen Quatsch brauche ich weiß Gott (pun intended) keine katholische Pfarrei.

Als Katholik blutet mir da das Herz.

Wellness-Angebote mit christlichem Touch?

Posted on January 4, 2018 at 3:20 PM

Wenn Pastoralreferenten und sonstige kirchliche Angestellte nun für Wellnessangebote mit einem christlichen Touch zuständig sind, könnten manche doch auf die Idee kommen, nachzufragen, wofür ich diese Angestellten - oder gar die ganze Kirche? - noch notwendig sind. Das können nämlich andere besser.

Von ihrem ursprünglichen Auftrag (der u.a. das Liebes- und Missionsgebot beinhaltet) hat sich Mutter Kirche (bis auf wenige Ausnahmen von Einzelkämpfern, die dann als "Fundamentalisten beschimpft werden) wohl nun verabschiedet.

Eure Gläubigen schlafen während der Predigt ein?

Posted on May 6, 2017 at 1:30 PM

Die Kirchengemeinde starrt euch mit einem leeren Blick während eurer Predigt an und schläft offensichtlich innerlich während ihr euch als Priester abmüht?

 

Hier einige Tips:

 

1) So wie die Apostel die Worte in ihren Briefen gemäß den Adressaten wählten, solltet auch ihr daran denken, wen ihr vor euch hat. Ein theologischer Vortrag im Altenheim wird vielleicht nur wenige erreichen.

 

2) Eure Predigt sollte ein Ziel, eine Kernbotschaft haben. Worauf wollt ihr hinaus? Wo wollt ihr hin? Wer auf tausend Hochzeiten tanzt, wer hier etwas erwähnt und dort etwas anschneidet, erreicht im Prinzip nur, dass niemand weiß, um was es geht. Eure Predigt wird dann in dem Moment vergessen, in dem ihr sieh haltet.

 

3) Kaum ein Katholik weiß mehr, was die Kirche lehrt und warum. Eure Aufgabe ist es unter anderem, das zu ändern - in lebensnahen Worten und Bildern.

 

4) Stellt euch vor, das ist die letzte Predigt, die ihr haltet - und dann müsst ihr sterben. Genau diese Power braucht es beim Predigen.

 

5) Eure Botschaft sollte authentisch und wahrhaftig sein. Wer bodenständige Wörter und Botschaften verwendet, aber selbst ein vergeistigter Theologe zu sein scheint, macht sich lächerlich.

 

6) Die Aufgabe jedes Christen - und insbesondere jedes Priesters - ist es, von der Hoffnung und Liebe zu künden, die in uns ist - und andere damit anzustecken. Die Gläubigen (und Nichtgläubigen!) sollten aus dem Kirchengebäude gehen und voller Feuer sein, brennend darauf, das anderen zu erzählen! Geht nicht? Geht wohl! Wer meint, das ist utopisch, hätte nie Priester werden sollen und ist ein armseliger Christ. Vergesst aber nie: Die Zuhörer sollten anschließend nicht sagen "Was für ein toller Prediger!", sondern vielmehr "Was für ein toller Erlöser!"!

 

7) Wer in jedem Satz durchklingen lässt, was er alles weiß, gelernt und studiert hat, weiß im Grunde gar nichts und hat auch nichts verstanden. Seid wie Jesus in der Bergpredigt, wenn Er zu einfachen Menschen spricht!

 

8) Ihr müsst euch nicht anbiedern. Eure Aufgabe ist es nicht, zu erreichen, dass jeder euch gern hat. Ihr müsst die Menschen genug lieben, um ihnen die Wahrheit, die ganze (!) Wahrheit zu sagen - ob sie es nun hören wollen oder nicht. Die Menschen haben den Sohn Gottes ans Kreuz geschlagen - warum sollten sie seinen Jüngern Beifall klatschen?

 

9) Auf keinem Fall sollt ihr der Versuchung des "Wohlfühl-Christentums", des "Auswahl-Christentums" oder des "therapeutischen Christentums erliegen. Euer Job ist es nicht, dass sich die Menschen wohl dabei fühlen, was sie tun - unabhängig davon, um was es sich dabei handelt. Euer Job ist es genauso wenig, die Gläubigen zu ermutigen, sich selbst auszusuchen, was ihnen an der Kirche gefällt und was nicht - und was sie befolgen und was nicht. Euer Job ist vor allem nicht der Leiter einer therapeutischen Selbsthilfegruppe!

 

10) Emotion und Intellekt gehören zusammen. Zeigt beides in eurer Predigt! Redet zu den Menschen, unter den Menschen, mit den Menschen! Öffnet euer Herz und eurern Verstand! Bei manchen Predigten scheint beides verloren gegangen zu sein.

 

11) Auf keinen Fall "Theologen-Sprech". "Ich lade euch ein,...", "der begleitende Gott, der mit uns geht...", "in den johanneischen Briefen...", "In-Sich-Sein", "Gott ruft uns und möchte mit uns ein Stück des Weges gehen" - ihr kennt das. Ja, so reden (leider) manche an der Uni. Kein Mensch spricht aber so im wirklichen leben. Wer sich so ausdrückt, weiß selbst nicht, was er sagen will und macht aus Gott ein kraftloses Etwas, dass durch Theologen erklärt werden kann. Ist er nicht und kann Er nicht.

 

12) Der für alle Christen geltende Missionsauftrag fordert uns auf, hinaus (!) zu gehen, Menschen zu taufen und zu Jüngern Jesu Christi zu machen. Das heißt, ich muss wissen, was ein Jünger ist. Das heißt weiterhin, ich muss hinaus gehen! Ich kann nicht nur meine wöchentlichen Gottesdienste abhalten und rumjammern, warum immer weniger kommen. Die Menschen, die Jesus am nötigsten haben, klopfen nicht an unsere Tür. Da müssen wir uns schon die Mühe machen und zu ihnen gehen!