Robert Anton Gollwitzer

Seelsorger. Berater. Aktivist. - Politisch. Katholisch. Leidenschaftlich.

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Die AfD und die Katholische Kirche

Posted on March 9, 2017 at 5:20 PM

Die deutschen Bischöfe haben vor einiger Zeit einseitig und ohne äußeren Druck das kirchliche Arbeitsrecht dahingehend geändert, dass jemand, der in Scheidung oder in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt oder sonst wie grob gegen die katholische Moral- und Sittenlehre verstößt, nicht mehr automatisch gekündigt wird (ich frage mich, wie dieser Mensch dann glaubhaft nach außen für die Kirche eintreten kann!). Dementsprechend findet man in der Kirche selbst wie in kirchlichen Organisationen einiges an Lebensformen, die dem katholischen Glauben widersprechen, ja spotten. Selbst auf die Mitgliedschaft in der Katholischen Kirche wird nicht mehr so sehr Wert gelegt wie früher. So finden sich bei uns viele nicht-katholische Christinnen und Christen, Atheisten, Moslems etc. Der Anteil muslimischer Pflegekräfte in kirchlichen Altenheimen scheint zu steigen. Gleichzeitig wirbt man eben diese Pflegekräfte aus den Heimatländern ab - wo sie dann fehlen. Innerkirchliche Seelsorge scheint sich auf ein Wohlfühl-Christentum zu beschränken. Eine Katechese - also eine Glaubensvermittlung - findet nicht mehr statt. Wir sind Großkonzerne geworden. Die arme Kirche existiert nur mehr auf dem Papier. Die Bistümer sind teils Multi-Milliarden Unternehmen und kirchliche Wohlfahrtsverbände - auch angesichts des Flüchtlingsstroms - am wachsen.

Diese Reihe lässt sich noch lange fortsetzen (zur Anmerkung: ich bin gläubiger Katholik und liebe meine Kirche und meinen Glauben - deshalb will ich beides nicht denen überlassen, die offenbar momentan das Sagen haben!).

Jetzt meint die Bischofskonferenz, eine AfD-Mitgliedschaft sei nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar (im Übrigen ein grober Verstoß gegen das Grundgesetz bzw. das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, nach dem niemand wegen seiner politischen Überzeugung benachteiligt oder diskriminiert werden darf). Da schießt mir angesichts all dessen die Zornesröte ins Gesicht (ich bin seit 25 Jahren in der Katholischen Kirche angestellt!!). Gleichzeitig ist es offenbar kein Problem, in einer der "großen" Parteien aktiv zu sein, die offen für Abtreibung, gleichgeschlechtliche Lebensweisen und so einiges mehr eintritt, was ein Christ nie und nimmer für gut heißen kann.

Es ist höchste Zeit, dass jeder gläubige Katholik und jede Katholikin jetzt aufsteht und für unseren Glauben und unsere Kirche eintritt!

Church for the Poor?

Posted on March 6, 2017 at 4:25 PM

Dear Pope Francis,

they keep on saying you want a Church for the poor. Don't we all. The problem with that: this Church does not exist. Here in Germany, the dioceses are multi-billion Euro companies (!) which are a far cry away from being a Church of the poor. From what I hear the Vatican itself has not laid open its wealth so far either (not to mention giving it away), so nobody really knows how much belongings you have. What you are saying sounds nice - like everything you say and do - but the local bishops don't seem to mind much. Besides, the Bible does not only talk of the "materially poor", but most of all the poor in Spirit. For this reason a healthy catechises might be best to begin with. Few Catholics know what the Church really teaches and why. From what I get to hear from you and the cardinals and bishops, I am not really surprised though. For decades instruction in the faith has been neglected. Liberal theology has gained ground. Now we have a pick-and-choose cafeteria Catholicism where almost everything goes. And it gets worth. You as the Bishop of Rome and the Pope are in charge right now and responsible for the Church. As such I ask you to step down to prevent further damage for the Body of Christ. The Catholic Church is in its worst shape at the moment and much of it has been caused by you. Hugging kids in front of cameras is nice, but it certainly is not enough to lead 1,2 billion Catholics.

Working for the Catholic Church

Posted on January 6, 2017 at 8:20 AM

I wonder how many people who work for the Catholic Church and its organizations really live according to Catholic teachings on morals and faith. Because if not, what's the point.

Arbeiten in kirchlichen Einrichtungen

Posted on January 6, 2017 at 8:15 AM

Die von uns, die - wie ich - in katholischen Einrichtungen arbeiten, sollten sich immer bewusst sein, dass wir in allem, was wir tun, ein Bild von der Kirche abgeben (dessen sollte sich eigentlich jeder Christ/jede Christin bewusst sein!). Sei es in unseren Worten und Taten oder im Umgang mit Geldern, die uns Menschen gegeben haben, um sie an Bedürftige weiterzugeben. Wie sollten eben nicht nur ein weiterer Großkonzern sein, der mehr an Selbsterhaltung als an einem mildtätigen Ziel interessiert ist. Wir sollten den extra Schritt tun, den andere nicht tun. Spendengelder sollten wirklich nur im Sinne des Spendengebers verwendet und nicht zum Fenster hinaus geworfen werden. Stellenbesetzungen sollten aufgrund der Qualifikation und des Glaubenszeugnisses (und nicht auf Basis von Vitamin B) erfolgen. Sollten wir nämlich hierbei versagen, würde es keinen Grund mehr für unsere Existenz geben und wir würden bald verschwinden - und das zu recht. Wenn die Kirche wie die Welt wird, wer braucht dann noch eine Kirche?

Interview mit stellv. AfD-Bundesvorsitzenden

Posted on December 18, 2016 at 7:45 AM

Interview mit dem stellvertretenden AfD-Bundesdelegierten Helmut Müllner:

 

Lieber Herr Müllner, Sie haben dankenswerterweise einem Interview zugestimmt.

 

Robert Gollwitzer: Herr Müllner, Sie sind erster stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Schwandorf-Cham, stellvertretender Bundesdelegierter, Landesdeligierter, Schatzmeister im Bezirk Oberpfalzund Mitglied im Bundeskonvent.

Wie sind Sie eigentlich zur AfD gekommen?

 

Helmut Müllner: Ich war schon längere Zeit auf Suche nach einer politische Alternative zu unseren Altparteien. Im März 2013 fand ich im Internet einen Hinweis auf die Gründung der Alternative für Deutschland.

Nach genauerem Studium der Ziele und Beweggründe entschloss ich mich, aktiv daran zu beteiligen.

Und so war ich auf der Gründungsveranstaltung 2013 in Ebersberg anwesend, war Mitbegründer des Bezirksverbandes Oberpfalz und Initiator des Kreisverbandes Schwandorf/Cham.

 

RG: Wenn man AfD hört, klingt sofort "rechtspopulistisch" im Ohr. Sehen Sie sich selbst so?

 

HM: Durchaus nicht, ich selbst sehe mich und auch die Alternative für Deutschland als patriotisch eingestellte, wertkonservative Partei, die gegen eine zentralistische EU ist. Wir sind für ein Europa der Vaterländer. Den Begriff „rechtspopulistisch“ bekommt von unseren Mainstreammedien jede

Bewegung, die nicht „Links“ ist.

 

RG: Herr Müllner, was halten Sie vom zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump? Denken Sie, dass durch seine Wahl sich auch in Europa neue Möglichkeiten für "rechte", also wert-konservativeParteien ergeben?

 

HM: Ich denke, dass die Wahl von Donald Trump in Amerika ein Protest gegen das herrschendeEstablishment war. Ich hätte auch Donald Trump gewählt.

Durch den Turbokapitalismus, der verheerenden Finanzpolitik und der Einflussnahme von Kartellen wurde die Mittelschicht der Gesellschaft abgehängt und in eine Situation gebracht, die existenzbedrohend geworden ist. Die Wahl von Donald Trump war eine Protestreaktion der Wähler. In Europa haben wir mittlerweile die gleiche Konstellation in den verschiedenen Ländern der EU. Eine dementsprechende Protestreaktion der enttäuschten Mittelschicht ist sehr wahrscheinlich. Es liegt dann an der Alternative für Deutschland, ihre Wähler nicht zu enttäuschen.

 

RG: In den USA - und entsprechend in anderen Ländern - will man nun gegen "Fake News", also Nachrichten mit gefälschten Inhalten, vorgehen. Klingt gut, ist aber höchst problematisch.

Hintergrund ist, dass Medienvertreter wie Alex Jones von Infowars oder bei uns der Kopp-Verlag inzwischen größer sind als viele Mainstream-Medien. Alex Jones etwa hat jedoch vielfach nachgewiesen, dass es die Mainstream-Medien sind, die "Fake News" verbreiten und dies nur als Vorwand suchen, um ihnen ungeliebte Konkurrenten aus dem Weg zu schaffen. Infowars hatte einen erheblichen Einfluss bei der Wahl Donald Trumps und der Niederlage von Hillary Clinton. Was

denken Sie hierüber?

 

HM: Der Begriff Fake-News wurde kurze Zeit nach den Präsidentschaftswahlen in Amerika groß in die Presse gebracht. Von der Verliererpartei, die eine demokratische Niederlage nicht akzeptieren kann, weil sie nicht in deren Agenda passte. Der Begriff wurde innerhalb kürzester Zeit von unseren

„Regierungen“ als Mittel des Machterhaltes übernommen. Es stellt sich doch die Frage, warum alternative Medien im Internet so großen Zulauf haben. Ich denke, daran sind unsere Qualitätsmedien in erheblichem Maße mit schuld. Im Zeitalter des Internets ist es einer kritischen Menge von Menschen leicht möglich, Nachrichten zu hinterfragen und gravierende Unterschiede von der offiziellen Meinung hin zu alternativen Wahrheiten zu erkennen. Es war in letzter Zeit zu viel

Alternativlos – Die Eurorettung, die Ukrainekrise, die Syrienkrise, Afghanistan, Libyen. Unsere Kriege sind gut, die Kriege der anderen sind schlecht. Viele Medien sind politisch in eine bestimmte Richtung vorbestimmt. Es sind zu viele Politiker als Journalisten am Werk. Es gibt fast keine Journalisten mehr, die Politik neutral hinterfragen sollen und wollen. Es ist offensichtlich, dass einseitige politische Meinungen in unseren Massenmedien herrschen, da eine kritische Meinung

überhaupt nicht mehr groß veröffentlicht wird. Es wird in allen Zeitungen und Nachrichtensendungen eine einheitliche Nachrichtenlage übertragen. Eine neutrale, wahrheitsgetreue Berichterstattung würden viele unzufriedene, kritische Bürger besänftigen und weniger empfänglich machen für Nachrichten, die die Seele von vielen Enttäuschten streicheln.

 

RG: Es gab kürzlich europaweit Umfragen bezüglich des Islams. "Experten" meinten daraufhin, hier in Deutschland gebe es circa fünf Prozent Muslime und auch in den nächsten Jahren werde diese Zahl nicht über sieben Prozent gehen. Stimmen Sie dem zu? Kann man die Zahl der Moslems überhaupt zahlenmäßig erfassen?

 

HM: In der Frankfurter Allgemeinen vom 15.12.16 wird berichtet, dass lt. den Zahlen des Bundesinnenministeriums Ende 2015 zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime in Deutschland leben würden.

Diese machen einen Anteil von ca. 5,7 % an der Bevölkerung von 81,4 Millionen aus. Die FAZ berichtet, dass gut jeder vierte Muslim erst kürzlich nach Deutschland zugewandert sei. Insgesamt seien 2015 nun 2,14 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen. Ausschlaggebend ist jedoch die Altersstruktur, die in Deutschland herrscht. Der größte Teil der nach dem Grundgesetz und dem Asylgesetz illegal nach Deutschland gekommen Menschen hat eine viel jüngere Altersstruktur als die deutsche Bevölkerung. Diese jungen Menschen haben auch eine viel höhere Geburtenrate als in Deutschland statistisch festgestellt. Somit ist schon allein durch die Zunahme von Muslimen aus den Kreissälen heraus sichergestellt, dass deren Zahl in den nächsten Jahren über die 7 % und noch weiter steigt. Auch ist die illegale Zuwanderung ja nicht gestoppt – sie läuft abseits von medialer Berichterstattung unvermindert weiter.

 

RG: Wie stehen Sie eigentlich zum Islam?

 

HM: Den politischen Islam kann man durchaus als Speerspitze muslimischer Landnahme in Europa bezeichnen. Ich kenne viele moslemische Bürger, die sehr gut in Deutschland integriert sind, sie haben allesamt eine tolerante islamische Haltung. Ich denke, grundsätzlich fehlt dem Islam ein Martin Luther, der die islamische Lehre in die Gegenwart führt und eine klare Trennung von Religion und Staat durchsetzt. Ansonsten ist die Religionsfreiheit in Deutschland ein Grundrecht. Doch dieses Grundrecht müssen alle Religionen in Deutschland anerkennen und ohne Ausnahme akzeptieren.

Auch unsere Regierung ist aufgerufen, die Dinge wachsam zu beobachten und bei Bedarf regulierend einzugreifen.

 

RG: Benjamin Netanyahu, Premierminister Israels, ist momentan einer der wenigen ernstzunehmenden Politiker weltweit, der nicht nur durch Erfolge glänzt, sondern vor allem durch seinen standhaften Charakter. Wie stehen Sie zu Israel?

 

HM: Grundsätzlich stehe ich dem israelischen Volk freundschaftlich gegenüber – so wie jedem Volk auf dieser Welt. Israel ist aufgrund seiner isolierten Lage von Staaten umgeben, die Israel nicht unbedingt freundlich gesinnt sind. Ich denke, Israel hat wie jeder Staat seine volle Existenzberechtigung. Israel

hat ein Recht auf eine friedliche Weiterentwicklung, abseits von religiösen Anschauungen..

 

RG: Momentan fliehen wieder Menschen aus den umkämpften Städten im Irak. Verständlich, da sie nichts mehr zu essen haben. Anstatt aber nun direkt vor Ort zu helfen, warten unsere Politiker, bis die Flüchtlinge bei uns ankommen. Wie stehen Sie zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und wie sähe eine Alternative aus?

 

HM: Kriege können nur mit Waffen und mit Munition geführt werden. Wenn wir wirklich Frieden in diesen Regionen haben wollen, dann müssen wir mit den Waffenlieferungen in diese Regionen aufhören.

Wir müssen aufhören, unbequeme Regime mit Gewalt zu entfernen und aufhören wirtschaftlichen lnteressen Vorrang vor dem Frieden einzuräumen. Wir müssen den Leuten nahe Ihrer Heimat sichere Zufluchtsstätten schaffen, in denen Sie mit allem Lebensnotwendigen menschenwürdig versorgt werden. Wir müssen diese Menschen befähigen, Ihr Land wieder aufzubauen und zu bevölkern. Die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung erzeugt Leid in den Krisengebieten, auf dem Fluchtweg und auch bei uns. Sie ist in keinster Weise geeignet, irgendetwas zu verbessern. Wenn man Afrika nach Europa holt, dann haben wir in Europa kein Europa mehr, sondern ein zweites Afrika. Dies kann nicht der Sinn von Asylgesetzen sein.

 

RG: Die Katholische Kirche scheint ja Probleme mit der AfD zu haben. Sie sind selbst gläubiger und engagierter Katholik. Welche Botschaft haben Sie für die Kirche - und für die Gläubigen?

 

HM: Ich denke, die katholische wie auch die evangelische Kirche in Deutschland sollte sich auf Ihre eigentliche Aufgabe besinnen und keine aktive Politik betreiben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass zu viel politisches Engagement von Seiten der Kirche niemals gut ging. Jesus sagte, gebt dem Kaiser,

was dem Kaiser gehört und gebt Gott, was Gott gehört. Wir dürfen nicht in Zeiten zurückfallen, in denen der Fürst zum Bischof sprach – „Halt du sie dumm, ich halt sie arm“.

 

RG: Beide große Kirchen haben jährlich neue Rekorde bei den Austritten zu verzeichnen. Gleichzeitig tut sich bei ihnen nichts - eine dringend nötige innere Neuorientierung findet nicht statt, da gleichzeitig wegen der trotzdem weiter steigenden Kirchensteuereinnahmen immer genügend Geld da ist. Das

Erzbistum München und Freising etwa gibt sein Vermögen mit ca. 5,5 Milliarden (!) EUR an. Was halten Sie von der Kirchensteuer, Herr Müllner?

 

HM: Es stellt sich für mich grundsätzlich die Frage, warum ich in Deutschland meinen katholischen Glauben nur ausüben darf, wenn ich Kirchensteuern bezahle. Aus welcher Zeit stammt dieses Gesetz?

Wie kann es sein, dass Kirchen, abseits all Ihrer anerkannten Leistungen im pflegerischen, medizinischen und betreuerischen Bereich, so ein enormes Vermögen ansammeln. In den 5,5 Milliarden sind meines Wissens die Stiftungsvermögen noch nicht eingerechnet.

Die kath. Kirche sollte m. M. auch das Zölibat hinterfragen, die christliche Lehre in den Vordergrund stellen und als menschliche Priester für die Menschen wirken. Warum darf eine Frau kein katholische Priesterin werden?

 

RG: Ihr besonderes Anliegen ist die Ehe und Familie. Damit sind Sie politisch nicht unbedingt sehr korrekt, vor allem nicht mit konservativen Ansichten. Warum meinen Sie, dass das traditionell christliche Familienbild auch heute noch unsere Wertgrundlage bilden sollte?

 

HM: Die Familie ist in jeder Kultur die Keimzelle der Gesellschaft. In der Familie werden traditionelle Werte weitergegeben, was unsere derzeitige Politik als negativ ansieht. Die aktuelle Politik zerstört den Familienverbund, das dörfliche Leben, die heimatliche Kultur, um ähnliche Strukturen staatlich

gelenkt und kostenpflichtig wieder aufzubauen.

Die Christliche Weltanschauung ist geprägt von einer gesunden Nächstenliebe und moralischen Wertvorstellungen. Allein die 10 Gebote und die Regel Jesu – „Du sollst deinen nächsten Lieben wie dich selbst“ würden sämtliche Gesetze der Welt überflüssig machen.

 

RG: Bei uns gibt es ja mittlerweile die eingetragene Lebenspartnerschaft, es können also auch zwei Menschen desselben Geschlechts "heiraten". Ist das wirklich so positiv, wie es klingt?

 

HM: Warum sollen gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften nicht verheiratet sein? Ich verstehe überhaupt nicht, warum man wegen dieser wenigen Fälle so ein Aufheben macht. Ob das erziehen von Kindern in einer gleichgeschlechtlichen Ehe wirklich zum Wohle von Kindern in Ihrer gesamtheitlichen Entwicklung ist, steht für mich auf einem anderen Blatt und sollte von Psychologen beantwortet werden.

 

RG: Das Bild Russlands und insbesondere Putins hat sich ja überraschenderweise bei vielen Menschen sehr zum positiven gewandt. Wie stehen Sie dazu?

 

HM: Ich stehe dem russischen Volk und auch der russischen Demokratie freundschaftlich gegenüber. Herr Putin hat meinen Respekt als großartiker Politiker. Meiner Meinung nach hätte er den Friedensnobelpreis verdient.

 

RG: Putin selbst hat mehrmals vor einem neuen Weltkrieg gewarnt. Bei uns scheint diese Gefahr den wenigsten bewusst zu sein. Wie sehen Sie die augenblickliche internationale politische Situation - gerade im Hinblick auf Syrien und den Irak sowie die Ukraine?

 

HM: Jahrelang war es unser oberstes Ziel, Frieden in Europa zu garantieren. Nun wird meiner Meinung nach nur aus finanzwirtschaftlichen Interessen ein Kriegsszenario heraufbeschworen, es wird aufgerüstet und Sanktionen beschlossen. Warum? Ich denke, allein die atomare Abschreckung hat bisher und wird weiterhin dafür sorgen, dass kein Land mehr in Europa einen kriegerischen Konflikt heraufbeschwört. Ich denke, dass sich unsere Bundesregierung auf einem gefährlichen Irrweg befindet und einen noch gefährlicheren Weg beschritten hat.

 

RG: Unsere Bundeswehr ist zu einer nicht nennenswerten militärischen Kraft verkommen und hätte im Ernstfall einem Gegner wenig entgegenzusetzen. Kein Wunder bei einer Verteidigungsministerin, die mal kurz vom Familienministerium zur Armee versetzt wurde und nicht die geringste Ahnung

davon hat. Was kann man hier verbessern, Herr Müllner?

 

HM: Ganz einfach – man sollte einen General zum Verteidigungsminister machen.

 

RG: Was möchten Sie gerne Menschen sagen, die die AfD in eine rechtsradikale Ecke stellen und beinahe auf einem Niveau mit der NSDAP stellen?

 

HM: Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Die Methoden der linksfaschistischen Ecke zeigen viel Verwandtschaft mit Methoden der SA. Wer politische Diskussionen in einer Demokratie scheut und verhindert, will keine Demokratie, der will nur seine Meinung durchsetzen.

 

RG: Sie haben drei Berufe erlernt, sind Justizvollzugsbeamter, Familienvater mit drei Söhnen, in der Kirche engagiert - wie viele Stunden hat Ihr Tag eigentlich? Findet man da noch Ruhe und Zeit für sich selbst?

 

HM: Mein Tag hat 24 Stunden, davon versuche ich, ausreichend Schlaf zu finden und durch Meditationsübungen geistig und körperlich frisch zu bleiben. Selbstverständlich bleibt neben Beruf und politischem Engagement, dass derzeit notwendig ist, leider die Familie und man selbst etwas auf

der Strecke.

Doch hoffe ich, meiner Familie und den Menschen im Land durch mein politisches Engagement etwas Gutes zu geben.

 

RG: Herr Müllner, herlichen Dank für dieses Interview. Gottes Segen und eine besinnliche Adventszeit für Sie und Ihre Familie!

 

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München, 18.12.2016

 

Robert Gollwitzer

Dantestr. 25

80637 München

www.robert-gollwitzer.com

Abdruck erlaubt unter Angabe der Quelle und kurzer Rückmeldung.

Mit dem Besen durch die Kirche...

Posted on December 17, 2016 at 6:35 AM

Manchmal habe ich das Gefühl, der Herrgott müsse mal mit einem Besen Seine Kirche - und alles was an ihr hängt - gründlich durchkehren...

Freiheit für die Ortspfarreien!

Posted on December 17, 2016 at 6:30 AM

Wie kommt es eigentlich, dass katholische Pfarreien derartig abhängig von der Diözese sind? Der Ortsbischof hat die spirituelle Autorität - aus gutem Grund! - alles andere aber sollte vor Ort geschehen und entschieden werden. Weg mit dem Berufs-Katholikentum!

Interview mit Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg

Posted on December 11, 2016 at 2:35 PM

Interview mit Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg:

 

Sehr geehrter Herr Bischof,

herzlichen Dank, dass Sie einem schriftlichen Interview zugestimmt haben. Hier einige Fragen, um deren Beantwortung ich Sie bitte:

Frage: Die Katholische Kirche und mit ihr die gesamte Christenheit ist augenblicklich in einem Zustand wachsender spiritueller Verwirrung. Viele wenden sich ab, andere suchen um Klarheit – um Hirten, die ihre Verantwortung wahrnehmen und nicht der politischen Korrektheit verfallen. Was raten Sie Christinnen und Christen in dieser Zeit?

 

Bischof Laun: Ich möchte den Menschen sagen: Unser Glaube gilt Jesus Christus und gründet auf Seinen Aposteln, nicht auf anderen Menschen. Konkret: Orientiert euch am Katechismus und damit an der Lehre der Kirche.

 

F: Gerade auf dem Gebiet der Familie und Sexualität ist momentan alles aus den Fugen. Amoris Laetitia hat hier leider nicht zur Klarheit und Orientierung beigetragen. Menschen, die noch an der traditionellen biblischen Lehre festhalten, werden bestenfalls belächelt. Welche Probleme sehen Sie hier am dringendsten an und welche Lösungsvorschläge bieten Sie den Gläubigen?

 

B: Orientiert Euch an dem hl. Papst Johannes Paul II. Er hat mit größter Klarheit gelehrt: Familiaris consortio.

F: Gerade gläubige Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben es hier sehr schwer. Wenn sie diese – aus welchen Gründen auch immer – nicht ausleben möchten, sondern einen anderen Weg gehen wollen, werden ihnen von der Gesellschaft Steine in den Weg gelegt. Auch in der Kirche finden sie in der Regel keine Unterstützung. Sie werden nicht selten verspottet und beleidigt – oder man ermuntert sie, ihren Neigungen doch freien Lauf zu lassen. Andererseits haben es christliche Ex-Gay Einrichtungen wie Jason International (http://jason-online.webs.com) oder Homosexuals Anonymous (www.homosexuals-anonymous.com) schwer, überhaupt Zugang zur Kirche zu finden. Ihre Hilfsangebote werden ignoriert und durch schwulenfreundliche Theologen ersetzt. Welche Litur Botschaft haben Sie für solche Menschen?

 

B: Hs fühlende Menschen sind genauso von Gott geliebt und berufen wie alle Anderen. Ich kenne in den USA die Bewegung „Courage“: Sie bietet ein kath. Programm an! Und es gibt auch therapeutische Angebote bei Wüstensturm (OJC) und bei Prof. Aardweg in Holland! Ich bedauere den Weg oder Irr -Weg der Kirche im deutschen Sprachraum!

F: Die wenigsten Katholikinnen und Katholiken haben überhaupt noch eine Ahnung davon, was die Kirche lehrt und warum. Die Botschaften, die ihnen von Priestern und Theologen vermittelt werden, sind so schwammig, dass jeder damit leben kann und keiner etwas davon hat. Lieben kann ich aber nur etwas, was ich auch kenne. Wohin sollen sich Ihrer Meinung nach Gläubige wenden, wenn sie den vollen Schatz des katholischen Glaubens entdecken möchten?

 

B: Ohne Vermittlung des Glaubens durch die Eltern und kath. Gruppen kann die Erneuerung kaum gelingen! Die Lehr - Basis sollten der Katechismus sein oder auch meine Religionsbücher „Glaube und Leben“ in 8 Bänden, die ich übrigens in viele andere Sprachen übersetzen lassen will. Angefangen habe ich schon in Ungarn und Kroatien und Slowenien, aber es fehlen mir bisher die Mittel.

 

F: Angesichts der Tatsache, dass sogar „christliche“ politische Parteien Positionen vertreten, die ein gläubiger Christ nicht annehmen kann und darf (etwa hinsichtlich der Abtreibung) wenden sich viele Christinnen und Christen rechten Parteien wie etwa der „Alternative für Deutschland“ zu. Auch in der Flüchtlingsfrage sind Gläubige der Ansicht, dass man weder den Flüchtlingen noch den Aufnahmeländern hilft, wenn man einfach alle Tore aufmacht (sondern eher, wenn man sie in ihren Heimtatländern unterstützt). Können Sie das verstehen? Verurteilen Sie diese Menschen?

 

B: Nein, ich verurteile diese Menschen nicht, ich denke wie sie! Ich halte ein radikales Umdenken für nötig: Zum Beispiel: Afrika helfen durch öffnen unserer Märkte, damit sie eine eigene Wirtschaft entwickeln können! Die Haltung Europas bzgl. der Flüchtlinge ist z. T. verlogen: Man schaut zu, wie Tausende ertrinken, statt ihnen gute Schiffe zu schicken, auf diesen die Leute prüfen und dann bereits entscheiden, die es eitergehen kann. Handelte es sich um Europäer wäre ein solcher Weg unbestritten!

Was uns fehlt sind Christen in der Politik, die nicht feige sind. Feigheit ist die Hauptsünde unserer Zeit, hat Otto von Habsburg gesagt. Man lese V. Palko: „Die Löwen kommen“ Er dokumentiert, wie die schlechten Gesetze in Europa überall mit den Stimmen der Christen gemacht wurden!

F: Vor einiger Zeit baten vier Kardinäle Papst Franziskus um Klarheit hinsichtlich Amoris Laetitia. Mittlerweile haben sich dem 23 Gelehrte angeschlossen (https://www.lifesitenews.com/news/23-catholic-scholars-release-letter-supporting-dubia-the-church-is-facing-a). Die amerikanische Zeitung The Remnant (http:// remnantnewspaper.com/web/index.php) hat unter dem Titel „With Burning Concern: We Accuse Pope Francis“ eine detaillierte Auflistung seiner Verfehlungen veröffentlicht. Offenbar besteht weltweit ein Bedürfnis danach, dass der Nachfolger Petri wie einst sein Vorgänger dort für Klarheit sorgt, wo Unklarheit herrscht. Vor allem aber, dass er die katholische Lehre authentisch vertritt. Alleine Menschen zu umarmen, macht ihn zwar zum Liebling der Medien, hilft aber den Gläubigen nicht weiter. Was denken Sie darüber? Können Sie die Sorgen dieser Gläubigen verstehen?

 

B: Ja, ich denke genauso! Beten wir für ihn und die Kirche! Und bezeugen wir die Wahrheit, weil auch Schweigen Sünde sein kann!

Lieber Herr Bischof Laun, ich danke Ihnen ganz herzlich für dieses Interview.

Es grüßt Sie aus München

Robert Gollwitzer

Dantestr. 25

80637 München

Tel.: +49 (0)89 780 18 960 oder +49 (0)170 129 3016

www.robert-gollwitzer.com

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strom in Jerusalem

Posted on November 17, 2016 at 12:10 AM

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm legen das Kreuz am Jerusalemer Tempelberg ab und provozieren damit – zu recht! - einen Sturm der Entrüstung. Nun wird das Ganze auf katholisch.de schön geredet und verteidigt. Klar – Angriff ist für manche besser als Selbstkritik und Bitte um Vergebung.

 

Zuerst wird sich da erstaunt darüber gezeigt, dass die Bild-Zeitung erst zwei Wochen später darüber berichtet hat. Na und? Das ändert wohl kaum etwas am Sachverhalt. Es wird darauf verwiesen, dass die Kreuze bereits auf jüdischer Seite abgelegt wurden. Als ob das ein „Argument“ für irgendwas ist. Das macht es nur umso schlimmer – zumal von israelischer Seite offenbar ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass es nicht stimmte, dass die beiden dazu aufgefordert wurden.

 

Im folgenden wird bauernschlau gefolgert, es würde wohl eher darum gehen, dass man dem intoleranten Islam nicht die Stirn geboten hätte. Ob das so ist oder nicht, sei dahingestellt (das wäre allerdings die Pflicht der beiden gewesen!). Peinlich, dass hier verzweifelt nach Ausreden, Analysen etc. gesucht wird, um andere schlecht zu machen und den eigenen Arbeitgeber gut dastehen zu lassen (wie könnte man von einem Redakteur von katholisch.de auch erwarten, dass er sich auf die Seite derer stellt, die hier den Bischof und den Kardinal anklagen). Die Gegenseite als „Salonprotestanten“ oder „Fleischhauer“ zu beschimpfen sagt eigentlich schon viel über den Charakter des Autors. In einem hatten die Angegriffenen durchaus recht: Luther hatte weitaus mehr Mut, als manch einer unserer Kirchenvertreter…

 

Der ganze Artikel ist durchdrungen von dem, was ich der Kirche an sich und vielen Christinnen und Christen im besonderen vorwerfe: eine unglaubliche Naivität hinsichtlich des Islams. Es geht hier nicht um radikalen oder nicht radikalen Islam – es geht um den Islam an sich. Ihn mit dem Christentum oder dem Judentum vergleichen zu wollen, zeugt von grob fahrlässiger Unkenntnis. Weltweit haben eine ganze Reihe von Ex-Moslems Einrichtungen gegründet, mit denen sie aus erster Hand über das aufklären, was wir als Islam bezeichnen. Unzählige Augenberichte, die uns warnen sollten – und doch nicht tun.

 

Im weiteren wird sich darüber lustig gemacht, dass nur ein „Kleinglaube“ sich von „Amtsinsignien“ abhängig macht. Derartige Äußerungen über das Kreuz und dem, wofür es steht sowie denen, die ihr Leben dafür geben und es auch offen zeigen wollen, sind bodenlos und eines Christen nicht würdig. Der internationale Sturm der Entrüstung ist wohl kaum als Kleinglaube zu bezeichnen. Das ist eine Beleidigung für all die, denen das Kreuz noch etwas bedeutet. Es geht hier nicht um das „Tragen edler Schmuckkreuze“ (spätestens hier fragte ich mich, wer diesen Redakteur überhaupt eingestellt hat), sondern um das, was Kreuze international, weltweit und gerade bei der Begegnung mit Nicht-Christen aussagen. „Brennende Zeugen für Christus“ waren weder Kardinal Marx noch sein Amtskollege – und schon gar nicht der Redakteur.

 

Der Artikel endet mit einem fast peinlichen Kniefall des Redakteurs vor dem Kardinal und dem Landesbischof. Vielleicht sollte man Kommentare von Menschen schreiben lassen, die nicht auf der Gehaltsliste von katholisch.de stehen.

 

Ich bin Katholik und stehe dazu. Als solcher bete ich täglich für den Kardinal und den Papst und achte und ehre ihr Amt. Gleichwohl ist es auch meine Pflicht als Christ, mich in klaren Worten zu melden, wenn ich etwas sehe, das ich für eines Christen nicht würdig halte. Nichts anderes hat Paulus mit Petrus gemacht. Selbst Jesus fand oft klare und deutliche Worte, um Seine Jünger zu ermahnen. Nicht, weil Er sie bloßstellen wollte, sondern weil er sie liebte.

 

16.11.2016

 

Robert Gollwitzer

www.katholisch-leben.org

Weg mit den Pfarrgemeinderäten!

Posted on November 4, 2016 at 5:25 PM

Ich stehe dazu, dass ich für die Abschaffung von Pfarrgemeinderäten bin. Sie sind nicht nur sinnlos, sie sind auch gefährlich. Diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, können das auch ohne einen Pfarrgemeinderat. Meist ist es doch so, dass in einem Pfarrgemeinderat Menschen sitzen, die in der Regel keine theologische Ausbildung haben, sich aber oft genug anmaßem, dem Pfarrer Vorschriften machen zu wollen, die Liturgie mitbestimmen zu wollen (nein, die katholische Messe ist kein Theaterstück, bei dem jeder mitspielen kann) und kurzerhand klare und eindeutige kirchliche Vorschriften und Normen außer Kraft setzen zu wollen. Noch problematischer wird es aber, wenn Mitglieder des Pfarrgemeinderates in ihrem privaten Leben klar gegen die Gebote der Kirche verstoßen. Dies zeigt zum einen, dass ihnen offenbar nicht klar ist, warum die Kirche bestimmte Gebote erlässt und zum anderen, dass sie nicht reif für das Amt sind, das sie ausfüllen. Das Experiment der Pfarrgemeinderäte ist kläglich gescheitert. In vielen Pfarreien gab und gibt es schlimme Auseinandersetzungen zwischen den Pfarrern und den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und etliche liturgische und andere Missbräuche sind genau darauf zurück zu führen, dass hier Laien am Werk sind, die sich Rollen anmaßen, die ihnen nicht zugedacht sind, ohne das dafür erforderliche Wissen und die nötige Verantwortung zu haben. Also weg damit!