Robert Gollwitzer

Politisch. Katholisch. Leidenschaftlich.

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Das Drama sozialer Arbeit in Deutschland

Posted on October 22, 2017 at 6:30 AM

Gestern habe ich einen Beitrag über Obdachlose in Berlin gesehen. Hierin wurde ein Sozialarbeiter befragt, der dann meinte, man müsse eben mehr Sozialarbeiter einstellen.

Hier offenbart sich das Drama der sozialen Arbeit in Deutschland. Hier wird keine Ursachenforschung und -behandlung nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe betrieben, sondern danach getrachtet, die eigene Position als Wohlfahrtsorganisation oder darin Beschäftigte/r zu erhalten und auszubauen.

Das hat mit Sozialarbeit nicht das Geringste zu tun.

Man hilft Obdachlosen nicht, indem man noch mehr Sozialarbeiter einstellt. Das hilft den jeweiligen "gemeinnützigen" Organisationen, nicht aber den Notleidenden. Zumal die Sozialarbeiter zwar eigentlich diese Menschen aus der Not führen sollten, tatsächlich aber ehre damit beschäftigt sein dürften, si zu besuchen und bestenfalls in Tageseinrichtungen mit Essensversorgung zu vermitteln.

Es hat einen Grund, warum diese Menschen in Not sind. Daran ist zu arbeiten - sei es, in dem man auf politisch notwendige Änderungen verweist oder den Menschen hilft, wieder auf die Beine zu kommen und ein selbsterhaltendes Leben zu führen.

Auch wenn man dann keine Sozialarbeiter und Streetworker mehr braucht.

Radikale Zeiten erfordern radikale Lösungen!

Posted on November 27, 2016 at 4:15 PM

Bedürftigenspeisung? Tafeln? Gebrauchte Kleidung? Gebrauchte Möbel? Hört sich doch alles wunderbar an, was man armen Menschen anbietet. Ist es aber wirklich das Beste für sie? Nicht unbedingt. Zweifellos sollten wir uns Konzepte überlegen, wie man gebrauchte Sachen wiederverwertet und Essen bzw. Lebensmittel nicht wegwirft. Wer aber meint, etwas Gutes zu tun, wenn man es armen Menschen gibt, dem seien einige Gedanken mitgeteilt: Zum einen hindert das den Staat daran, seine Verantwortung zu übernehmen. Er hat für diese Menschen ausreichend zu sorgen - wofür wir auch Steuern zahlen. Wenn das aber andere übernehmen, ist er fein raus. Auch für die armen Menschen ist das nicht unbedingt die hilfreichste Lösung: Sie bekommen neben der Grundsicherung/Hartz IV oder was auch immer noch kostenlos Essen, Kleidung, Lebensmittel, verbilligte Eintrittspreise usw. So hält man sie - gewollt oder ungewollt - in der Unselbstständigkeit. Warum sollten sie noch ihren Hintern hochheben und etwas tun? Warum versuchen, die eigene Situation zu verbessern, wenn alles für einen getan wird?

Auch an Arbeitslose, Arme etc. ein paar Worte: Es liest sich allemal besser im Lebenslauf, wenn jemand in seiner Zeit als Arbeitsloser sich ehrenamtlich betätigt hat. Manche Firmen bietet als Gegenleistung sogar Fortbildungen oder ähnliches. Außerdem hat man schon mal den Fuß in der Tür und wird möglicherweise gar übernommen! Allemal besser als zuhause auf der Couch zu sitzen.

Warum kann man arbeitslosen Menschen nicht einfach auch gemeinnützige Arbeit zuweisen? "Zwangsarbeit!" - mögen einige aufschreien. Ist es aber wirklich ethisch verwerflich, wenn Menschen, die momentan keine feste Stelle haben, aufgefordert werden, für die Allgemeinheit etwas zu tun? So bleiben sie zumindest in einer festen Tagesstruktur und tun gleichzeitig noch etwas Gutes!

Selbst Frührentner, die ja keine drei Stunden mehr arbeiten können, können ja vielleicht noch eine oder zwei Stunden tätig sein! Ähnliches gilt für alte Menschen.

All die, die hier empört stöhnen, sollen doch mal daran denken, wie das Ganze weiter gehen soll. In einigen Jahren schon werden die Menschen im Durchschnitt weitaus älter sein. Wer soll denn dann bitte für die Renten und Pflegekosten aufkommen?

Entweder wir lassen jetzt Tabus fallen und diskutieren offen die Möglichkeiten oder wir landen zwangsweise in einer Katastrophe - für alle.

Gutes tun

Posted on August 1, 2016 at 4:25 PM

Wer etwas "Gutes" tut, also anderen Menschen in irgendeiner Form hilft oder helfen will, sollte im Kopf immer folgende Checkliste haben:

 

1. Subsidiarität: Ich helfe Menschen nur dort, wo sie sich nicht selbst helfen können und wenn möglich befähige ich sie, dies zu tun.

2. Ich höre immer wieder in mich hinein: Warum tue ich das eigentlich? Wirklich nur für die anderen oder weil ich damit - bewusst oder unbewusst - ein eigenes Gefühl oder Bedürfnis befriedigen will? Beispiele: Emotionale oder soziale Bedürfnisse, Geltungsbedürfnisse, Bedürfnis danach, gebraucht zu werden, gerne im Mittelpunkt stehen oder kommandieren, Helfer-Syndrom etc. Am besten in Supervision.

3. Ich sorge dafür, dass ich auch fachlich qualifiziert bin.

4. Ich achte auf meine eigene körperliche, psychische und spirtuelle Gesundheit.

5. Ich gebe meinen Glauben und meine Überzeugungen dabei nicht ab.

6. Ich werte Kritik nicht automatisch als persönlichen Angriff.

7. Ich tue dies uneigennützig und bedingungslos. So darf ich meine Hilfe nicht nur auf Menschen einer Religion beschränken. Auch muss ich damit rechnen, dass sich der Hilfeempfänger nicht zwangsweise danbkbar zeigt.

8. Ich sage den Hilfeempfängern, was sie hören müssen und nicht nur, was sie hören wollen. Ebenso verfahre ich mit meinen Taten.

9. Ich liebe andere, weil Gott mich zuerst geliebt hat.

10. Wenn ich etwas Gutes tue, rede ich nicht darüber. Ich gebe nicht damit an und halte mich nicht für etwas Besonderes deswegen.

Hilfe in Notlagen?

Posted on July 24, 2016 at 8:55 AM

Hilfe in Notlagen? Aber klar doch, aber bestenfalls Hilfe zur Selbsthilfe nach dem Subsidiaritätsprinzip! Manchmal kommt mir schon die Galle hoch, wenn Menschen einen Job haben, der nicht zum Leben reicht, den Rest mit Grundsicherung aufgefüllt bekommen und dann meinen, sie "dürften" nicht mehr verdienen, da ihnen sonst die Sozialhilfe gekürzt werde. Na und? So soll es doch sein? Oder Menschen, die die eidesstattliche Versicherung abgeben und dann meinen, sie "dürften" nicht mehr wie einen Betrag X verdienen, da ihnen das sonst gekürzt werde. Na und? Dann gehen eure Gläubiger wenigstens nicht ganz lehr aus! Sollten Schulden nicht bezahlt werden?

 

Weiter im Text: Menschen, die Schulden bei anderen machen, die sie lange kennen und bei denen sie wissen, dass ein gewisses Vertrauens- und Freundschaftsverhältnis da ist. Wohl wissend, dass sie diese Schulden nie zurück zahlen können - und vielleicht auch gar nicht wollen. In den Urlaub fahren kann man aber schon.

 

Suppenküche? Manna? Münchner Tafel? Kleiderkammer? Möbellager? Ist ja schön, dass Lebensmittel und gebrauchte Sachen wiederverwendet werden. Nur unterstützt man damit die Unselbständigkeit der Notleidenden (warum sollten sie den Hintern bewegen, wenn sie alles umsonst bekommen?) und hindert den Staat davon, seiner Verantwortung den Notleidenden nachzukommen (es gibt ja genügend Ehrenamtliche, die das machen).

 

Wenn man dann aus welchen Gründen auch immer berechtigterweise Hartz IV oder Grundsicherung bezieht, wäre es da nicht angemessen, sich ehrenamtlich zu betätigen, um zumindest eine Gegenleistung für die Gesellschaft zu erbringen? Außerdem sieht es in jedem Lebenslauf besser aus, wenn man nachweisen kann, man hätte sich ehrenamtlich betätigt, als wenn da nur steht, er/sie hat Geld vom Staat bekommen und nichts dafür getan. Ganz abgesehen davon bekommt man so den Fuß in die Tür so mancher Firma.

 

Obdachlose? Natürlich muss man hier das individuelle Schicksal betrachten und ihnen wieder auf die Füße helfen. Mein Mitleid hält sich aber in Grenzen, wenn die Betreffenden das nicht wollen. Niemand muss obdachlos sein. Wer will, bekommt von der Stadtverwaltung eine Unterkunft, Verpflegung, Sozialberatung etc. zugewiesen. Wer trotzdem obdachlos ist, ist dies, weil er/sie das will (!) - und dagegen ist kein Kraut gewachsen.

 

Mag sein, dass ich nun einigen auf den politisch korrekten Schlips getreten bin. Sei's drum. Das musste mal gesagt werden.