Robert Gollwitzer

Seelsorger. Berater. Aktivist. - Politisch. Katholisch. Leidenschaftlich.

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Krankheitsgewinn

Posted on January 4, 2020 at 8:15 AM

Viele Menschen leiden unter Burnout. Sie sollen jede erdenkliche Hilfe erfahren. Interessant wird es jedoch, wenn es um Menschen geht, die (bewusst oder unbewusst) einen primären oder sekundären Krankheitsgewinn aus ihrer - vorgegebenen - Erkrankung ziehen. In anderen Worten: Menschen, die gelernt haben, dass sie keine Verantwortung übernehmen müssen, dass für sie gesorgt wird, dass sie Aufmerksamkeit und Mitgefühl erhalten und dass sie nicht in die Arbeit gehen müssen, wenn sie eine psychische oder körperliche Erkrankung haben. Derartiges zu erkennen ist oft nicht leicht und ich frage mich, wieviele Therapeuten dabei mit vergebenen Therapieversuchen verschleißt werden (da der Patient ja nicht gesund werden will!). Manchmal dürfte der Grund tief in der Psyche zu suchen sein (etwa aus Konditionierungen in der Kindheit), der Patient also ein Fall für die Psychoanalyse sein. In jedem Fall aber wird er/sie höchstwahrscheinlich den Krankenkassen und der Wirtschaft eine Menge Geld kosten...

Therapie? Jahrelange Psychoanalyse mit unsicherem Ausgang, da den Betroffenen für gewöhnlich jegliche Einsicht und jedes Krankheitsbewusstsein fehlt. Alternative? Eigentlich nicht. Zumindest nicht psychotherapeutisch korrekt: Tritt in den Hintern, weg mit jeglicher Unterstützung und ab in die Arbeit! (nicht unbedingt immer meine Meinung, aber manchmal eventuell hilfreich...)

Wann verändern sich Menschen?

Posted on October 17, 2019 at 8:25 AM

Folgende Faktoren spielen bei Veränderungsprozessen eine Rolle:


Energie. Wer sich verändern will, braucht zuallererst die erforderliche Energie hierfür.


Ziel. Was wollen wir mit einer Veränderung erreichen?


Stress- und Frustrationstoleranz. Auf dem Weg zum Ziel wird es Hindernisse geben. Es ist unerlässlich, damit konstruktiv umzugehen. Wer ein Ziel hat, muss darauf hinarbeiten und sich ständig darauf fokussieren können, ohne den Willen zur Zielerreichung zu verlieren - auch wenn der Weg dorthin lang dauern und hart sein wird. Ausdauer und Geduld sind die Grundlagen für jede Veränderung. Für die hierfür nötigen Energiereserven muss laufend Sorge getragen werden.


Leidensdruck. In der Regel muss unser Leidensdruck erst eine bestimmte Höhe erreicht haben, bevor wir trotz unserer Bequemlichkeit einen Veränderungsprozess angehen.


Zeit. Eine Veränderung braucht zumeist Zeit.


Schock. Eine Veränderung wirkt oft wie ein Schock. Wesentlich ist nun, diesen überwinden zu können.


Einsicht. Die Notwendigkeit einer Veränderung muss rational erkannt werden.


Akzeptanz. Neben der rationalen Akzeptanz ist auch die emotionale Akzeptanz einer Veränderung wichtig.


Ausprobieren. Für eine Veränderung muss man sich aktiv mit den neuen Anforderungen und Aufgaben auseinandersetzen.


Erkenntnis. Welche Auswirkungen hat die Veränderung und welche Kompetenzen haben wir hierfür?


Integration. Die neu gewonnene Selbstsicherheit und die ersten positiven Erfolge führen zu einer Integration der Veränderung in den Alltag.


Verneinung. Wenn wir mit der Notwendigkeit einer Veränderung konfrontiert wird, reagiert in der Regel ablehnend und abweisend. Seine Komfortzone verlassen zu können, ist aber notwendig, um sich zu verändern.


Werte. Um uns auf ein Ziel hin zu verändern, muss dieses mit unserem Wertesystem übereinstimmen.


Hilfe und Feedback. Wer sich verändern will, muss sich Hilfe und Feedback von anderen holen können.


Aufgeschlossenheit. Wer sich auf etwas Neues zubewegen will, muss dem gegenüber aufgeschlossen sein.


Eigenverantwortung. Nicht meine Kindheit, nicht meine Eltern und Umgebung und auch nicht meine Gene sind für unser Leben verantwortlich, sondern wir allein! Wir haben es in der Hand, uns zu verändern!


Flexibilität. Wer sich verändern will, muss flexibel und anpassungsfähig sein.


Fehler. Wer sich verändern will, muss akzeptieren, dass Fehler geschehen und daraus lernen können.


Lernen - lebenslang. Um sich verändern zu können, muss man das Leben als lebenslanges Lernen begreifen.


Körper, Psyche und Spiritualität wirken bei jeder Veränderung mit und müssen deshalb als Einheit berücksichtigt werden. Bei einer Veränderung des Verhaltens oder der Gedanken bzw. Einstellung sind deshalb die Gedanken, Medikamente, der Organismus, Verstärker, Kontingenz, das System, die Übung, Stimuli und die Spiritualität zu berücksichtigen.


(Quellen: u.a. https://www.ankevonplaten.de/blog/faktoren-veraenderung/, https://www.selbstbewusstsein-staerken.net/persoenlichkeitsentwicklung/, https://change-leadership.org/die-sieben-phasen-der-individuellen-veraenderung/, https://bts-ips.de/wp-content/uploads/2016/06/67_11-10_BTS_aktuell.pdf, https://www.bts-wuppertal.de/Prospekte/BTS_Broschuere.pdf. Abgerufen am 17.10.2019)


Ein Liebesbrief an unsere Priester

Posted on May 12, 2018 at 7:05 AM

Ich möchte mich an dieser Stelle von ganzem Herzen bei den wenigen aufrichtigen katholischen Priestern bedanken, die es noch gibt.

In meiner Kindheit auf dem Land in der Oberpfalz war es selbstverständlich, sich zu verneigen und "Gelobt sei Jesus Christus!" zu sagen, wenn einer unserer Priester auf dem Fahrrad vorbei fuhr. So lernten wir, was uns auch die Bibel lehrt - geweihte Männer zu respektieren. Ich war sehr überrascht, als ich Jahrzehnte später in München sah, wie Katholiken (und Christen in "Freikirchen"!) mit ihren Priestern (Pastoren/Evangelisten) umgingen!

Mittlerweile blutet mein Herz, wenn ich sehe, wie die Kirche die Nachfolger Jesu Christi behandelt. Von Respekt kann da keine Rede mehr sein. Da erlauben sich Laien, die keinerlei (oder bestenfalls eine unsägliche liberal-modernistische) theologische Ausbildung haben, ihnen vorzuschreiben, was sie tun sollen.

Da mischen sich Pfarrgemeinderäte in jede Angelegenheit ein, die sie im Grunde nicht das geringste angeht.

Sakramentales Leben und katechetische Glaubens-Unterweisung existieren (fast) nicht mehr.

Die wenigsten haben noch eine Ahnung davon, was die Katholische Kirche lehrt und warum.


Meine Vorschläge deshalb:


- Sofortige Abschaffung der Pfarrgemeinderäte. Dieses gutgemeinte, aber schlecht gelaufene Experiment in Folge des II. Vatikanischen Konzils ist gescheitert. Leiter einer Pfarrei ist der Priester. Es gibt genügend Möglichkeiten, ihn ehrenamtlich in seinem Tun zu unterstützen, ohne selbst Priester spielen zu wollen.


- Auflösung der Pfarrverbände und Rückkehr zu den Einzel-Pfarreien. Das Argument, es gäbe zu wenig Priester, ist falsch. Weltweit ist die Zahl der Priester am Steigen - und viele unserer Pfarrer kommen eh aus dem Ausland.


- Abschaffung der Kirchensteuer. Die Kirche wird sich nur reformieren, wenn die Kohle - und mit ihr die Berufskatholiken - weg sind und sie zu Reformen gezwungen wird.


- Radikale Reform des Theologiestudiums, der Ausbildung in geistlichen Berufen sowie der katechetischen Unterweisung vor Ort in den Pfarreien. Weg von anti-katholischen liberalen Vorstellungen und zurück zu dem, wofür die Katholische Kirche steht.


- Das alleinige Kriterium bei der Auswahl von künftigen Bischöfen sollte sein, ob sie ihr Hirtenamt bisher gemäß den Vorgaben der Katholischen Kirche gut ausgefüllt haben.


- Priester sollten auch in der "Alten Messe" ausgebildet werden und die Feier derselben sollte weiterhin ermutigt werden. Liturgische Missbräuche wie sie in fast jeder Pfarrei zu finden sind, sind sofort abzustellen.



Priester sind Menschen. Sie haben auch ihre Bedürfnisse. Es erfüllt mich mit tiefer Trauer zu sehen, wie manche von ihnen gemobbt, respektlos behandelt und fortwährend dafür angegriffen werden, dass sie den Katholischen Glauben verkünden (zumindest die wenigen, die das noch tun).

Hirten können ihre Herde nur auf den rechten Weg führen, wenn die Schafe ihnen folgen - das aber ist kaum noch der Fall. Die meisten Katholiken wissen eh alles besser und suchen sich aus, welche Gebote der Kirche sie wann befolgen. Priester sind nur mehr Angestellte. Einer unter vielen in großen Pfarreiverbänden. Sie sollen sich einem "Team" unterordnen und von diesem vorschreiben lassen, was sie zu tun und lassen haben. Die Eucharistie ist beinahe zu einer Belanglosigkeit verkommen - zumindest wird sie von vielen so behandelt. Die Beichte ist beinahe abgeschafft. Wer beichgten will, muss einen Termin mit dem Priester vereinbaren.


Ja, in Deutschland (!) geht die Zahl der Priester (und Ordensangehörigen) zurück. Leider. Allerdings haben wir nichts anderes verdient. Laien können keine Priester ersetzen und die Heilige Messe ist kein Theaterspiel, bei dem jede/r nach Belieben mitspielen kann.


Mittlerweile habe ich von einer Reihe von Priestern (und sogar Kardinälen!) etwas gehört, was ich noch nie zuvor von katholischen Geistlichen gehört habe: dass wir in der Endzeit leben.


Wenn dem so ist, werden die Dinge allerdings erst einmal sehr viel schlechter, bevor sie wieder besser werden.


Das Gute dabei: Wer "das Buch" zu Ende gelesen hat, weiß auch, wer am Schluss gewinnt: Jesus Christus und Sein Leib, die Kirche (wobei letztere nicht der Verwaltungsapparat ist, den wir kennen, sondern die Kirche des Herrn).


Entscheide dich jetzt, auf welcher Seite du stehst. Du hilfst niemandem, wenn du weiterhin auf dem Zaun sitzt.


München, 12.05.2018


Robert Gollwitzer

Suizid

Posted on May 21, 2017 at 2:35 PM

Suizid - Ausdruck letzter Freiheit, Ende eines Leidens, Todsünde oder einfach nur ein großes Mysterium?

 

Beim Thema Suizid scheiden sich die Geister und es kommt schnell zu hitzigen Diskussionen. Muss es das? Eigentlich zeigt sich hier nur allzu offensichtlich die eigene Haltung in Lebens- und Glaubensfragen. Wer aber hier keine Standfestigkeit hat, wird sie im ganzen Leben nicht finden.

Ist also der Suizid, also die Selbsttötung ein "Ausdruck letzter Freiheit", eine "Freiheit der Entscheidung, nicht mehr leben zu müssen" - oder wie auch immer man das formulieren mag? Mitnichten. Wer den Suizid wählt, hat keine Freiheit mehr. Suizid und Freiheit schließen sich aus. Suizid als Ausdruck menschlicher Entscheidungs-Freiheit zu bezeichnen, ist im Grunde und zutiefst Menschen-verachtend. Es ist der Bankrott vor allem, was Mensch sein ausmacht.

 

Wie ist es mit dem Suizid als "Ende eines Leidens", als "letzter Sinn in einer Sinnlosigkeit"? Selbst mancher Therapeut kommt hier ins Schwanken - wenngleich nur hinter vorgehaltener Hand, da er rechtlich ja eine Einweisung eines akut Suizid Gefährdeten vornehmen lassen muss. Aus spiritueller Sicht kann man hier anführen, dass der Suizid keineswegs ein Leiden beendet, sondern möglicherweise das richtige Leiden nun erst beginnt - auch wenn das politisch absolut nicht korrekt ist. Wie schnell sagt man in Situationen tiefstem psychischen, emotionalen oder körperlichen Leiden "ich will so nicht mehr weiter leben" oder "dieses Leben ist nicht mehr Lebens-wert, es hat keinen Sinn mehr" oder ähnliches. Abgesehen davon, dass solche Menschen nicht selten ihre Meinung ändern, sofern eine kurzfristige Besserung eintritt oder sich etwas anderes an ihrer Situation ändert, hilft man ihnen keineswegs, indem man ihnen beim Suizid beisteht (und sei es nur passiv). Ganz im Gegenteil - das ist ein Armutszeugnis jeglicher Therapie und Seelsorge.

 

Ein Beispiel: Therry Schiavo. Über ihren Fall gibt es einen ausgezeichneten Dokumentarfilm, den ich jeden nur empfehlen kann. Zur Erinnerung: Eine junge, verheiratete Frau landet durch einen Unfall im Wachkoma. Die Eltern und Familie kümmern sich aufopferungsvoll um sie. Bis der Moment kommt, andem der Ehemann der Verstorbenen sagt, so hätte seine Frau nicht leben wollen - und das Abschalten aller lebenserhaltenden Geräte verlangt. Hier beginnt nun einer juristischer Krieg durch alle Instanzen. Die Eltern und Familie der Toten - unterstützt u.a. von der Katholischen Kirche - verlangen vom Ehemann nichts anderes, als dass sie sich um Therry kümmern dürfen. Er lehnt ab. Mittlerweile begleitet eine Kamera die Besuche der Familie. Wer nun meint, hier hätte ein willenloses Stück Fleisch gelegen, dessen Leben eh nichts mehr wert war, irrt zutiefst. Wenn etwa der Vater zu seiner Tochter ging, ihr über den Kopf strich und beruhigend auf sie einredete, leuchtete und strahlte ihr ganzes Gesicht und sie lächelte. Herzzerreißend. Beim Sterbevorgang selbst durften Kameras nicht dabei sein, die Familienangehörigen berichteten aber, dass sich das nicht so friedlich vollzogen hatte, wie die Seite des Ehemanns behauptet hatte, sondern dass sie furchtbar leiden musste.

 

Was uns das sagt? Leben ist in jeder Form lebenswert. Alles andere führt uns schnell zu einer - wenn auch selbstgewählten - Kategorisierung des Lebens in "lebenswert" und "nicht lebenswert". Inwiefern man hier überhaupt noch von einer unbeflussten Willensentscheidung sprechen kann, sei dahin gestellt, jedenfalls endet man hier dort, wo Adolf Hitler hin wollte.

 

Anstatt einen Patienten also beim Suizid zu "begleiten" (was für ein widerlich beschönigendes Wort!) könnte man vielmehr an einer ander Sichtweise, einen anderen Umgang mit oder einer anderen Sichtweise dem Leiden gegenüber - oder schlicht eine Annahme desselben arbeiten, vielleicht auch an Glaubensfragen etc. Die palliative Medizin jedenfalls ist heute soweit, dass Patienten, die im Sterben liegen, dies tun können, ohne dabei körperlich schrecklich zu leiden.

 

Was ich schon davon weiß? Ich habe in meinem Leben zweimal versucht, mich umzubringen. Gott sei Dank hat es nicht geklappt. Das wäre weder eine freie Entscheidung gewesen noch hätte es irgendetwas gelöst oder beendet. Ganz im Gegenteil - es wäre eine sehr egoistische, feige Handlung gewesen. Weiterhin war ich mehrmals mehr oder weniger freiwillig kurz vor dem Tod. Schließlich habe ich Menschen begleiten dürfen, die im Sterben lagen - und auch entsprechende Ausbildungen gemacht.

 

Wie ist das nun aus christlicher Sicht? Ich spreche hier als Katholik: Für einen Katholiken ist Suizid im Grunde eine Todsünde. Wer aber im Zustand der Todsünde stirbt, kann nicht in den Himmel kommen. ABER: Die Katholische Kirche hat bei noch keinem einzigen Menschen bisher offiziell gesagt, dass er in der Hölle ist. Warum? Weil wir nicht Gott sind und die Umstände des Einzelfalles nicht kennen. Der Betroffene kann noch kurz vor dem Tod seine Tat bereut haben. Möglicherweise lag auch eine psychische Erkrankung vor, die eine freie Entscheidung unmöglich machte.

 

Kurz und gut: Wer Suizid als Mittel in Betracht zieht, hat nie und nimmer das Beste für den Betroffenen im Blick.

 

Menschen sind wundervolle Geschöpfe Gottes und fähig, über sich selbst hinaus zu blicken. Sie haben etwas besseres verdient, als eine "Abkürzung" - nämlich die tatsächliche Freiheit, das menschlische Leben zu leben. Voll und ganz. In allen Situationen. Im Guten und im Schlechten.

 

Für immer.

 

München, 21.05.2017

 

Robert Gollwitzer

Anger issues?

Posted on April 13, 2017 at 4:45 PM

Have you ever been told you have an "anger issue" - along with some Bible verses to help you to repent? Anger is a completely normal emotion. Nobody (!) does NOT get angry. Jesus got angry. He got so angry He chased the merchants out of the temple. Stop pretending you have no emotions and/or emotions are a bad thing. Emotions have a function in our lives. We have them for a reason. Without emotions, humanity would not even have survived. They protect us, motivate us or prevent us from doing something. Get a life!

Advice

Posted on December 17, 2016 at 10:35 AM

I find it funny when Christian counselors or people who are involved in pastoral care keep on repeating the "mantra" that you should not give advice to someone, but rather help him or her finding it out themselves while at the same time "guiding" them into exactly the very direction the advice would have gone. This is what people usually refer to as manipulation. To help someone find out things by himself or herself has its place in counseling - as well as an advice has.

Emotions and Facts

Posted on December 17, 2016 at 10:25 AM

To tell someone in a discussion to leave away emotions when talk about facts is absurd and scientifically nonsense. First, it is impossible to discuss without emotions. Second, it is not a bad thing to have emotions. They have many functions. Only one of them: they help us remembering things better. Whoever tells someone else to "stop being emotional" basically surpresses and denies his own emotions. They then seek another hole to come out. One example: If someone steps on your foot with high heels, it is a good thing to let the anger, frustration and hurt out - like by yelling and screaming. If you pretend nothing happened, the emotions will find another way. Example: you then write an "intellectual" book about why high heels should be forbidden.

Forgive, but not forget?

Posted on November 21, 2016 at 3:20 PM

I've heard so many times now that forgiveness does not mean forget. People who say this just want to keep the backdoor open. Yes it means forget. We should forget what we wanted to forgive - and not let the grudge rest in us in a politically correct version.

Ratschlaege

Posted on August 31, 2016 at 1:05 PM

Ja keine Ratschläge geben – das hört man schon beinahe Mantra-mäßig von allen, die irgendwie mit dem Thema Ratgeber, Therapie, Seelsorge oder was auch immer zu tun haben. Gutgemeinte Ratschläge hören die Leute genug, man solle ihnen lieber helfen, selbst auf Änderungsvorschläge zu kommen, Ratschläge sind nur eigene Erfahrungen, da will sich nur einer selber reden hören usw. – alles Argumente, die hierfür herhalten sollen.

 

Prinzipiell ist das ja auch alles richtig – irgendwie. Natürlich ist es gut, wenn Menschen selbst drauf kommen, wie sie ihr leben ändern können. Natürlich beruhen viele Ratschläge auf eigenen Erfahrungen und manch einer mag sich gerne selbst reden hören. Und natürlich beruhen viele dieser Ratschläge manchmal auch auf einer „Alltagspsychologie“ oder auch „Hobbypsychologie“.

 

ABER:

 

Nicht jeder kommt selbst drauf – auch mit der besten Begleitung nicht. Nicht jeder will auch selbst drauf kommen und muss zum eigenen Besten vielleicht das zu hören bekommen, was er hören sollte – nicht das, was er hören oder tun will.

 

Auch mancher Ratgeber, Seelsorger oder Therapeut hört sich selbst gerne reden. Und greifen wir nicht alle auf eigene Erfahrungen zurück? Niemand kann in die Haut des anderen schlüpfen.

 

„Das Herz freut sich an Salbe und Räucherwerk, und süß ist der Freund, der wohlgemeinten Rat gibt.“

 

(Sprüche 27,9 Luther 1984)

 

Einem wahren Freund geht es nicht darum, mich mit irgendwelchen billigen Sprüchen abzuspeisen. Er will mein bestes und somit ist sein Rat für mich Gold wert und ich werde mir bei wichtigen Angelegenheiten immer zuerst den Rat eines meiner besten Freunde einholen.

 

Auch im therapeutischen oder seelsorgerischen Verhältnis kann es durchaus Situationen geben, wo ein Rat von Nöten ist – gefragt oder ungefragt.

 

Mit Vorgaben, was als Ratgeber/Seelsorger/Therapeut zu tun und zu lassen ist, ist es so eine Sache: Viele davon sind zwar oft begründet, aber manchmal auch Mode-Erscheinungen. Sie sind nicht pauschal zu verwenden, da sonst vieles, das wertvoll gewesen wäre, verloren gehen kann.

Bekommen Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen keine Hilfe?

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Alle Unterstützung für aktive Schwule, aber keine für die, die erst gar nicht dorthin wollen?

 

Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben in der Regel ein breites Angebot an Beratungs- und sonstigen Dienstleistungen zur Verfügung – wenn sie diese ausleben. Staatlicherseits dick subventioniert bleibt hier kaum ein Wunsch oder Bedürfnis unbefriedigt.

Will man/frau aber – aus welchen Gründen auch immer – dieses Leben verlassen oder erst gar nicht dorthin kommen, sieht es rabenschwarz aus.

 

Therapien

 

Ansprechpartner für psychotherapeutische Unterstützung: Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Auf eine Anfrage hin, ob es denn für Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen Unterstützung gibt – wohlgemerkt nicht (!) automatisch für Menschen, die „heterosexuell“ werden wollen, kam eine sehr standardisierte Antwort: Zunächst wird man darüber belehrt, dass 1973 die amerikanische Psychiatervereinigung APA Homosexualität vom DSM (Liste der psychischen Krankheiten) gestrichen hatte. Als Folge davon wurde das 1991 auch bei uns (hier: der ICD) so gehandhabt. Homosexualität sei keine Krankheit, sondern eine häufige Form menschlichen Zusammenlebens. Sie bedürfe deshalb keiner Therapie.

 

Abgesehen davon, dass dies keine Antwort auf die ursprüngliche Frage war (es ging nicht um eine „Therapie“ von Homosexualität, sondern um therapeutische Begleitung bei der Suche nach einem alternativen Leben!), wird hier – bewusst oder unbewusst – ein wesentliches Detail verschwiegen.

 

Die Tatsache, dass Homosexualität aus dem DSM bzw. ICD genommen wurde, beruhte keineswegs auf neuen medizinischen Erkenntnissen. Die lagen damals schlichtweg nicht vor – und tun dies auch heute nicht. Der Grund hierfür war allein politischer Art – ein erheblicher Druck der Schwulenbewegung. Selbst heute also lässt sich die DGPPN instrumentalisieren und verschließt politisch nicht korrekten Forschungen den Weg.

 

Weiterhin heißt es in der Antwort, die DGPPN lehne „reparative Therapien“ oder „Konversionstherapien“ entschieden ab. Auch hier: dies war nicht Gegenstand der Frage. Außerdem konnte ich keine Organisation und keinen Therapeuten hier in Deutschland ausfindig machen, der eine „Konversationstherapie“ anbietet. Auch hier geht die DGPPN der Schwulenbewegung auf dem Leim. Reparative Therapie und Konversionstherapie werden hier fälschlicherweise in einem Atemzug genannt, beschreiben aber etwas ganz anderes. Während eine Konversionstherapie die sexuelle Orientierung verändern will (es gibt mittlerweile tatsächlich Anzeichen für eine „Fluidität“ menschlicher Sexualität – sie ist also keineswegs in Stein gemeiselt!), konzentriert sich die Reparative Therapie auf einige der Faktoren, die zur Entwicklung gleichgeschlechtlicher Neigungen beitragen, etwa eine Störung der Geschlechts-Identität, unerfüllte legitime Bedürfnisse, ein gestörtes Verhältnis zum gleichgeschlechtlichen Elternteil etc. Dies ist offenbar der DGPPN noch nicht einmal bekannt – sie bedient sich ungeprüft der Meinung von wissenschaftlichen Laien, die ihre eigene Agenda verfolgen. Selbst das Argument, Homosexualität sei eine „häufige“ Form menschlichen Zusammenlebens, ist wissenschaftlich irrelevant. Eine psychische Störung, die häufig auftritt, wird alleine dadurch ja auch noch nicht zum weniger pathologisch. Die Tatsache, dass es viele tun, macht etwas weder in moralischer noch in medizinischer Form „besser“ oder „schlechter“.

 

Als medizinischen „Beleg“ für die eigene Sichtweise führt die DGPPN an, es gebe keine empirische Evidenz (Nachweis) für günstige Effekte von Konversionsverfahren, wohl könne Patienten dadurch aber Schaden zugefügt werden. Erneut wird hier auf eine Verfahren polarisiert, dass weder bei uns allgemein angewandt noch gefragt wurde. Derart pauschalisierte Aussagen sind nicht wissenschaftlich und schon gar nicht ethisch vertretbar. Jeder Therapeut und jede Therapeutin kann dem Hilfesuchenden potentiell Schaden zufügen. Die Frage ist, ob dann die Therapieform als ganze oder der Therapeut Schuld hierfür trägt. Da die DGPPN sich offensichtlich noch nicht einmal mit den wissenschaftlichen Arbeiten hierzu befasst hat und alternative Therapiemodelle auch im Studium nicht Gegenstand der Lehre sind, kann sie hierzu auch keine gültige Aussage treffen. Würde man die von ihr getroffenen Aussagen auf alle Formen sexuellen Empfindens übertragen und damit alles mehr oder weniger als „normale“ Formen menschlichen Zusammenlebens hinstellen, würde dies zu absurden und unverantwortlichen Ergebnissen führen.

 

Die Mitarbeiterin der DGPPN (der ich noch nicht einmal böse Absicht unterstellen will!) weist weiterhin darauf hin, dass psychische Erkrankungen unabhängig von der sexuellen Orientierung „anhand der klinisch relevanten Symptome gemäß ICD-10 Kriterien klassifiziert“ werden und dementsprechend von Fachleuten therapiert werden sollen. Dies ist schon aus wissenschaftlicher Sicht ein unsinniges Vorgehen. Hier werden bewusst Faktoren und Ursachen ausgeklammert bzw. voneinander getrennt gesehen, die durchaus etwas miteinander zu tun haben können. Mit anderen Worten: Der Patient bekommt nicht die beste Hilfe, die verfügbar ist, da dies politisch nicht korrekt ist.

 

Womit wir beim Abschluss-Statement der DGPPN-Kollegin sind: "Direkt oder indirekt erfahrene Diskriminierung kann zur Entstehung psychischer Erkrankungen bei homosexuellen Menschen beitragen." Hier trägt die schwule Propaganda reiche Früchte: alles, was nicht politisch korrekt ist, ist „Diskriminierung“. Hier wird in unglaublicher Art und Weise unterstellt, dass Therapeuten, die oben genannten Ratsuchenden Hilfe anbieten, nicht wissenschaftlich arbeiten, sondern „diskriminieren“. So macht man es sich selbst sehr einfach – man muss sich erst gar nicht mit dem Thema in einer objektiven, wissenschaftlichen Herangehensweise befassen, sondern stellt Andersdenkende als Menschen zweifelhaften moralischen Charakters dar. Das ist nichts anderes als unselige Propaganda.

 

Die angestrebte Therapie, so die DGPPN, ziele nicht auf die Homosexualität ab, sondern auf die Konflikte, die in Verbindung mit religiösen, gesellschaftlichen und internalisierten Normen entstehen. Mit anderen Worten: der gute alte Leitsatz „Nicht der Homosexuelle hat ein Problem, sondern die Gesellschaft“. Ziel des Therapeuten sei es, dass sich der/die Homosexuelle wieder gut bei dem fühle, was er/sie tut und gegebenenfalls alle Einstellungen überwindet, die dem entgegen stehen. Das ist keine wissenschaftliche Therapie, das ist ideologisch motivierte politische Korrektheit par excellence. Hier fügt die DGPPN ihrerseits möglicherweise denen Schaden zu, die aus persönlichen, religiösen oder anderweitigen Gründen ein Ausleben ihrer Neigungen nicht für gut heißen können. Anstelle ihnen beizustehen und ihre Ansichten zu respektieren, sorgt die DGPPN noch für Schuld- und Schamgefühle und will ihnen Ansichten aufschwatzen, die nicht die ihren sind. Mit welchem Recht?

 

 

Die Krankenkassen

 

Hier hält man sich mit einer klaren Antwort auf die Anfrage bedeckt. Die AOK etwa geht erst gar nicht auf dieses Thema ein, sondern verweist allgemein auf Informationen zur Psychotherapie. Auch hier wird einem Ratsuchenden offenbar nicht weiter geholfen. Soll man vielleicht erst alle Therapeuten in der Gegend abklappern, um einen zu finden, der bereit ist, einem beizustehen?

 

 

 

 

Die Kirchen

 

Bei einem Pastor, einem Priester etc. Hilfe zu suchen, ist beinahe ein Glücksspiel. Manch einer wird hier das finden, was er/sie sucht, allerdings ist die Bandbreite der Haltungen, Meinungen, Ansichten und Herangehensweisen hier – selbst innerhalb einer Kirche – enorm. Wenige halten sich an das, was ihre eigene Lehrautorität verkündet. Viele handeln nach eigenem Gutdünken. Wirklich empfehlenswert ist dies für Betroffene nicht. Zu groß ist das Risiko hierbei, an „den Falschen“ zu geraten – mit unkalkulierbaren Konsequenzen.

 

 

Angebote im Bereich Lebensberatung und Seelsorge

 

Hier sieht die Lage etwas besser aus. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind von anerkannten Lehreinrichtungen zertifizierte Lebensberater und Seelsorger in der Regel theoretisch und praktisch sehr gut ausgebildet und erfahren. Natürlich führen diese Einrichtungen keine Therapien durch, eine seelsorgerische Begleitung oder eine Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kann hier sehr hilfreich sein. Zu nennen sind hier etwa christliche Einrichtungen wie Wüstenstrom (www.wuestenstrom.de), das Weisse Kreuz (www.weisses-kreuz.de) oder Organisationen wie Jason International (http://jason-online.webs.com), der Partnerorganisation der internationalen, wohl ältesten Organisation auf diesem Gebiet: Homosexuals Anonymous (www.homosexuals-anonymous.com).

 

 

Fazit

 

Der Standpunkt der DGPPN soll hier auf keinen Fall verteufelt werden. Selbstverständlich sind psychische Krankheitsbilder von entsprechenden Psychotherapeuten oder Psychiatern zu behandeln. Betroffene sollten hier keinesfalls zögern, Hilfe zu suchen. Nötigenfalls klärt ein Eingangsgespräch, ob der Therapeut/Arzt bereit ist, die Einstellung des Patienten zu akzeptieren und nicht dagegen zu arbeiten. Gleichwohl werden die meisten Betroffenen alleine dadurch nicht die Hilfe finden, die sie brauchen. Abgesehen davon hat nicht jeder von ihnen eine psychische Erkrankung. Deshalb ist ein TNetzwerk von Freunden, Seelsorgern, Lebensberatern, Therapeuten, Ärzten usw. nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Der DGPPN kann man nur wünschen, dass sie nicht das nachplappert, was andere ihr vorplappern, sondern sich als Teil eines Netzwerkes siieht und dieses – wie auch die Ratsuchenden und deren Überzeugungen selbst – respektiert.