Robert Gollwitzer

Seelsorger. Berater. Aktivist. - Politisch. Katholisch. Leidenschaftlich.

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Aus der Kirche ausgetreten?

Posted on September 3, 2019 at 12:35 AM

In Organisationen der Katholischen Kirche gilt es immer noch als Kündigungsgrund bzw. als Hindernis, das einer Einstellung im Wege steht, wenn jemand amtlich erklärt hat, aus der Katholischen Kirche auszutreten (etwa um keine Kirchensteuer mehr zu zahlen). Kein Problem haben die, die offensichtlich tagtäglich den katholischen Glauben durch ihre Lebensweise spotten, weiterhin Christinnen und Christen anderer Konfessionen (auch wenn diese aus ihrer Gemeinde ausgetreten sind), Nichtgläubige oder Andersgläubige (etwa Muslime).

Erklärt wird das damit, dass die Betroffenen schließlich klar ihre Abkehr vom katholischen Glauben kund getan haben. Das ist so aber nicht richtig. Wer aus der Kirche austritt, um keine Kirchensteuer mehr zu zahlen, ist damit nicht gleichzeitig und automatisch vom katholischen Glauben abgefallen. Das ist kirchenrechtlich schlicht nicht haltbar, auch wenn es die deutschen Bischöfe gerne so hätten. Zum Abfall gehört auch eine bewusste innere Abkehr, die dann auch ihren Ausdruck in äußeren Taten findet.

Eine derartige Abkehr wäre etwa bei denen vorhanden, die in ihrem persönlichen Leben bewusst gegen die Gesetze der Kirche verstoßen, selbst wenn sie auf dem Papier noch katholisch sind (wenn etwa ein Ehemann Frau und Kinder verlässt und künftig mit seiner Geliebten zusammen lebt). Die wären dann automatisch exkommuniziert. Damit aber haben kirchliche Verbände in der Regel kein Problem mehr.

Wenn man all dies berücksichtigt, darf man angesichts der oben beschriebenen Handhabung doch eine gewisse Scheinheiligkeit vermuten, bei der es offenbar mehr um die Kirchensteuer als um den tatsächlichen Abfall geht (der im Übrigen bei keinem Mitarbeiter oder Bewerber geprüft wird).

Was also tun? Solange der katholische Glaube in manchen kirchlichen Organisationen nur mehr in homöopathischen Dosen vorhanden zu sein scheint, kann ich nicht glaubhaft ausgetretene Bewerber ablehnen. Dies geht nur, wenn ich selbst auch dafür sorge, dass eine Organisation katholisch ist und bleibt - in Wort und Tat.

Katholische Organisationen und der gelebte katholische Glaube

Posted on July 22, 2018 at 2:25 PM

Katholische Organisationen sollten ihrem Namen auch alle Ehre machen, denn er ist Aufgabe und Verpflichtung. Wenn gläubige und praktizierende Katholiken dort immer weniger werden (zugunsten von "Papierleichen", liberalen "alles-ist-gut" Katholiken, Atheisten oder gar Moslems), hat der Teufel Einzug gehalten. Klingt komisch, ist aber so.

Dann sollte man aber auch konsequent sein und sich vom katholischen Hintergrund lossagen und ihn nicht weiter verwenden - möglicherweise der Spenden willen?

Gemeinnuetzigkeit?

Posted on January 11, 2018 at 12:35 AM

Wenn ihr wissen wollt, ob eine gemeinnützige Organisation oder Kirche so mit eurem Geld umgeht, wie ihr euch das vorstellt, besucht mal deren Verwaltungszentralen und seht euch die dortige Ausstattung an. Wenn hier das Geld nur so an den Wänden klebt, könnt ihr eure eigenen Schlüsse ziehen. Ebenso solltet ihr euch nach dem Einkommen des Vorstands und von Führungskräften erkundigen sowie deren Qualifikationen! Gibt man euch keine Auskunft oder ist deren Einkommen übermäßig hoch, wisst ihr, was ihr zu tun habt!

Noch ein Tipp: Wenn eine solche Organisation oder Kirche Veranstaltungen anbietet, wie man gegen ungeliebte politische Meinungen argumentiert (also Meinungen, die das Einkommen der Organisation gefährden könnten), wisst ihr ebenfalls, was zu tun ist. Vor allem, wenn das nicht zum Satzungszweck dieser Organisation gehört!

Gemeinnuetzige Organisationen und Migration

Posted on November 3, 2017 at 12:30 AM

Solange gemeinnützige Organisationen jegliche (fundierte und mit Fakten unterlegte) Kritik an der Asylpolitik des Staates und ihrer Rolle und ihrem Eigeninteresse dabei an sich abprallen lassen, anstatt konstruktiv damit umzugehen und über sich selbst nachzudenken, kann man den Druck von außen nur noch erhöhen, um eine Änderung zu erzwingen. Wenn diese Organisationen mit Fakten (inklusiv nachprüfbaren Quellenangabenund Zahlenmaterial!) konfrontiert werden und darauf reagieren, indem sie (ohne Fakten und nachprüfbaren Quellenangaben und Zahlenmaterial!) dem Verfasser AfD-Nähe, falsches Zahlenmaterial, schlechte Recherche, Stimmungsmache, etc. unterstellen und mit unbelegten Gegenbehauptungen kontern, frage ich mich, ob der "gemeinnützige" Charakter nicht doch ein wenig eigennützig ist...

Wenn dann auf den Homepages dieser Organisationen unter dem Thema "Migration" oder "Integration" nur reihenweise Forderungen stehen, die alle die Wörter "es muss...getan werden" enthalten, habe ich den Eindruck, hier ist man nicht an einer selbstreflektierten, werteorientierten Vorgehensweise interessiert, sondern nur an einer Propaganda unterster Schublade.

Wer Migration (und seine eigene Rolle dabei) nicht kritisch betrachtet, muss sich nicht nur den Vorwurf des Eigeninteresses gefallen lassen, er handelt außerdem auch verantwortungslos. Wer täglich mit diesem Thema zu tun hat und sämtliche Fakten, die nicht der eigenen Position dienlich sind, hinter den Tisch fallen lässt, belügt die Menschen bewusst und vorsätzlich.

Ein derartiges Verhalten bestätigt im Grunde nur die Kritiker - und hilft keinesfalls den Migrantinnen und Migranten.

Wenn kirchliche Organisationen sich in den Wahlkampf einmischen...

Posted on September 21, 2017 at 3:00 PM

Wenn kirchliche Einrichtungen Werbeaktionen anlässlich der Wahl durchführen, indem sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihre Kundinnen und Kunden kaum verholen aufrufen, für (bzw. gegen) eine bestimmte Richtung/Partei zu wählen, ist das ein Unding. Ein derartiger Eingriff in demokratische Prozesse hat bei einer gemeinnützigen Organisation nichts zu suchen. Im Grunde schneidet man sich hiermit ins eigene Fleisch - kann hierbei doch ein offensichtlicher Eigennutz unterstellt werden. Schließlich könnte eine erfolgreiche "ungewünschte" Partei (wir wissen alle, wer gemeint ist) für einen Einbruch der staatlichen Förderung bzw. für einen radikalen Politikwechsel sorgen.

Ich sage dies nicht, um diese Organisationen schlecht zu reden - ganz im Gegenteil: Mir liegt etwas an ihnen und genau deshalb möchte ich mich dagegen aussprechen, dass Spendengelder und Zuschüsse für politische Einflussnahme verwendet werden.

Wir brauchen keine platten und durchsichtigen Sprüche, um zu wissen, wen wir wählen sollen.

Konservative Kleidung?

Posted on June 20, 2017 at 3:35 PM

Und dann gibt es noch diejenigen, die meinen, wer im christlichen Umfeld in exponierter Position arbeitet, solle sich doch bitte konservativ kleiden - der Außenwirkung wegen. Das Problem damit: "konservativ" im christlichen Bereich ist zuallererst eine Werthaltung, eine traditionell-christliche Grundeinstellung. Wer diese nicht hat oder in seinem Privatleben etwas anderes darstellt, der kann sich noch so "konservativ" kleiden, es wird immer nur scheinheilig wirken. Christliche Betriebe sind eben NICHT wie BMW oder Mercedes Benz. Jesus Christus kommt es auf das Herz an und nicht auf das Äußere. Davon gibt es in der Welt genug.



Flüchtlinge

Posted on March 9, 2017 at 5:45 PM

Ich habe seit Jahren beinahe täglich mit Flüchtlingen zu tun - privat (u.a. habe ich mich ehrenamtlich für diese engagiert) und beruflich. Außerdem bilde ich mich seit langem im Bereich Migration, Traumata, Sprachen, Psychologie, Theologie, Soziale Arbeit etc. fort. So spreche ich auch mehrere Sprachen und bin gerade dem Staat Israel besonders verbunden. Dies nur als Hintergrund.

Ich kann es nicht für gut heißen, wie die Katholische Kirche - und mit ihr andere christliche Kirchen und Organisationen - derzeit mit dem Thema Migration, Flüchtlinge etc. umgehen. Bestenfalls kann ich ihnen noch einen guten Willen unterstellen, schlimmstenfalls einen Tunnel-Blick, Naivität und ein bewusstes Verfolgen eigener Interessen (ob die dann wirklich so christlich sind, sei dahingestellt).

Jeder politisch Verfolgte soll bei uns Zuflucht finden. Das, was hier aber momentan abgeht, hat damit nichts mehr zu tun. Zunächst hilft man den Betroffenen am besten in ihren Heimatländern - politisch, sozial und militärisch. Wenn sich größere Flüchtlingsströme abzeichnen, kann die Devise nicht heißen Türen auf und alles rein. Damit hilft man weder den Flüchtlingen noch den Ortsansässigen. Abgesehen davon lässt man damit mutwillig auch Terroristen ins Land. Es kann auch nicht angehen, dass man sich gegenüber allen kritischen und mit Fakten unterlegten Stimmen taub stellt und diese als "Rechtspopulisten" oder ganz einfach als Menschen abtut, die halt nicht mit ihren Ängsten umgehen können. Das ist nicht nur naiv, das ist verantwortungslos.

Ein wesentliches Prinzip der Kirche ist die Subsidiarität. Demgemäß sollte zunächst Hilfe zur Selbsthilfe erfolgen (also etwa vor Ort). Die nächst höhere Instanz sollte nur einschreiten, wenn die darunter liegende etwas nicht selbst erledigen kann.

Ich löse Probleme nicht, indem ich uferlose Prozesse gegen den deutschen Staat führe, sondern indem ich das Problem an der Wurzel angehe. Der IS ist nicht in zwei Tagen gewachsen. Die Westmächte hatten in sämtlichen Revolten in muslimischen Ländern ihre Finger mit im Spiel - um dann erstaunt festzustellen, dass man Rebellen nicht wie Roboter lenken kann.

Es gibt unzählige Fakten über dieses Thema, die objektiv angegangen werden müssen. Dies kann nicht von Menschen oder Organisationen geschehen, die ein finanzielles, politisches, religiöses oder sonstiges Interesse an einer Version der Geschichte haben.

Ich habe mich mit vielen Flüchtlingen unterhalten. Ich habe für sie gesorgt und auch mit Menschen aus dem Nahen Osten zusammen gelebt. Man kann mir also kaum rechtsradikales oder menschenfeindliches Gedankengut unterstellen.

Ich lasse mir aber auch nicht den Mund verbieten - was niemand von uns tun sollte.

Der Herrgott hat uns den Verstand gegeben, damit wir ihn nutzen!

Die AfD und die Katholische Kirche

Posted on March 9, 2017 at 5:20 PM

Die deutschen Bischöfe haben vor einiger Zeit einseitig und ohne äußeren Druck das kirchliche Arbeitsrecht dahingehend geändert, dass jemand, der in Scheidung oder in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt oder sonst wie grob gegen die katholische Moral- und Sittenlehre verstößt, nicht mehr automatisch gekündigt wird (ich frage mich, wie dieser Mensch dann glaubhaft nach außen für die Kirche eintreten kann!). Dementsprechend findet man in der Kirche selbst wie in kirchlichen Organisationen einiges an Lebensformen, die dem katholischen Glauben widersprechen, ja spotten. Selbst auf die Mitgliedschaft in der Katholischen Kirche wird nicht mehr so sehr Wert gelegt wie früher. So finden sich bei uns viele nicht-katholische Christinnen und Christen, Atheisten, Moslems etc. Der Anteil muslimischer Pflegekräfte in kirchlichen Altenheimen scheint zu steigen. Gleichzeitig wirbt man eben diese Pflegekräfte aus den Heimatländern ab - wo sie dann fehlen. Innerkirchliche Seelsorge scheint sich auf ein Wohlfühl-Christentum zu beschränken. Eine Katechese - also eine Glaubensvermittlung - findet nicht mehr statt. Wir sind Großkonzerne geworden. Die arme Kirche existiert nur mehr auf dem Papier. Die Bistümer sind teils Multi-Milliarden Unternehmen und kirchliche Wohlfahrtsverbände - auch angesichts des Flüchtlingsstroms - am wachsen.

Diese Reihe lässt sich noch lange fortsetzen (zur Anmerkung: ich bin gläubiger Katholik und liebe meine Kirche und meinen Glauben - deshalb will ich beides nicht denen überlassen, die offenbar momentan das Sagen haben!).

Jetzt meint die Bischofskonferenz, eine AfD-Mitgliedschaft sei nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar (im Übrigen ein grober Verstoß gegen das Grundgesetz bzw. das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, nach dem niemand wegen seiner politischen Überzeugung benachteiligt oder diskriminiert werden darf). Da schießt mir angesichts all dessen die Zornesröte ins Gesicht (ich bin seit 25 Jahren in der Katholischen Kirche angestellt!!). Gleichzeitig ist es offenbar kein Problem, in einer der "großen" Parteien aktiv zu sein, die offen für Abtreibung, gleichgeschlechtliche Lebensweisen und so einiges mehr eintritt, was ein Christ nie und nimmer für gut heißen kann.

Es ist höchste Zeit, dass jeder gläubige Katholik und jede Katholikin jetzt aufsteht und für unseren Glauben und unsere Kirche eintritt!

Kirche und Flüchtlingspolitik

Posted on January 16, 2017 at 12:45 AM

Christliche Organisationen reagierten ja sehr aggressiv auf den Vorwurf, sie würden an den Flüchtlingen kräftig verdienen. Gleichzeitig scheinen ihre Mitarbeiter sich aber um jeden Preis und immer für Flüchtlinge auszusprechen und schon fast panisch Fakten, die nicht in dieses Weltbild passen, zu meiden oder "wegzuerklären". In bester Bollwerk-Mentalität werden da die eigenen Mitarbeiter mit "Argumentationshilfen" ausgestattet - und Tatsachen, die ganz andere Perspektiven zulassen, mehr oder weniger bewusst ignoriert. Andersdenkende werden - wenn Nichtbeachtung nicht mehr weiter hilft - in eine radikale Ecke gestellt - fast auf einem Niveau mit Nazis. Oder es werden ihnen diffuse "Ängste" unterstellt, sie also als psychisch instabil präsentiert - als Menschen, mit denen man Mitleid haben muss. Das ist Propaganda der untersten Schublade.

Ich liebe die Kirche und mit einem solchen Verhalten helfen wir bestimmt nicht der Sache der Flüchtlinge. Vom Schaden, den wir dem Ansehen der Kirche dabei zufügen, ganz zu schweigen.

Working for the Catholic Church

Posted on January 6, 2017 at 8:20 AM

I wonder how many people who work for the Catholic Church and its organizations really live according to Catholic teachings on morals and faith. Because if not, what's the point.