Robert Anton Gollwitzer

Seelsorger. Berater. Aktivist. - Politisch. Katholisch. Leidenschaftlich.

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Priester, die die Kirche verlassen

Posted on May 17, 2022 at 1:45 PM

Wenn ein katholischer Priester aus der Kirche austritt, weil ihm da einiges, für das er einst eingestanden hat, auf einmal nicht mehr passt, ist das sein Problem. Das Ganze theologisch begründen zu wollen, wirkt auf mich durchsichtig und vorgeschoben. Dann aber in einer anderen Gemeinschaft als "Priester" (der er ja gar nicht mehr ist!) anzufangen, das scheint mir beinahe peinlich zu sein. Auf manch einen mag das so wirken, als ob da jemand im selben Beruf bleiben will, weil er nichts anderes gelernt hat, auch wenn die Umstände dies eigentlich gar nicht mehr zulassen. Ein Elektriker kann bei einer Firma kündigen und bei einer anderen wieder anfangen - und bleibt dennoch Elektriker. Ein katholischer Priester hingegen, der die Kirche verlässt, exkommuniziert sich selbst und gibt damit sein Priesteramt auf. Woanders dann als "Priester" tätig sein zu wollen, ist schlicht nicht möglich, da er genau das nicht mehr ist. Er mag dieselben Riten und Handlungen vollziehen, sie bleiben jedoch inhaltsleer und verkehren sich fast in ihr Gegenteil. Dann lieber gleich konsequent sein und einen "richtigen" Job ergreifen! Richtig peinlich wirkt es aber auf mich, wenn ebendieser "Priester" dann aus seinem Schritt Geld machen will, indem er ein Buch schreibt und sein Handeln theologisch wie moralisch begründen will - womöglich noch, indem er mit dem Finger auf andere zeigt. Schämen Sie sich, Herr Pfarrer!

Eine Gemeinde, die kein Mensch braucht!

Posted on May 4, 2020 at 1:35 PM

Kardinal Marx erlässt ein Dekret in München und öffnet die Türen dafür, dass weniger Gläubige in mehr Gottesdienste gehen können - indem die Priester nun zweimal werktäglich und dreimal sonntäglich die Heilige Messe feiern dürfen. Und was tut mein Ortspfarrer? Er verlängert die Sperrfrist bis zum 17. Mai. Bis dahin gibt es nichts - auch wenn es ihm seit heute erlaubt wäre, wieder Messen zu feiern. In seiner Begründung jammert er über "zahlreiche Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen", die zu beachten wären und den damit verbundenen organisatorischen Aufwand. All dies würde "das liturgische Geschehen dominieren". Außerdem würde es "Risikogruppen" in den Gottesdiensten geben (zu der er sich nach einer Lungenerkrankung selbst zählt). In den nächsten zwei Wochen will er "alternative liturgische Form unter Einhaltung der Vorgaben" entwickeln. Fragt sich, was er dann in der letzten Zeit gemacht hat und warum er die nicht schon längst umgesetzt hat.

Wenn er sich als Pfarrer gesundheitlich nicht in der Lage sieht, eine Gemeinde zu leiten, soll und muss er zurücktreten - mit sofortiger Wirkung. Eine solch erbärmliche und jämmerliche Begründung zu liefern, haben wir aber nicht verdient. Eine solche Kirche hat es verdient, dass sie im Nirgendwo verschwindet.

Ich bin selbst Katholik und erwarte von einem Hirten, dass er in Krisenzeiten wie ein Fels in der Brandung steht, damit sich die Schäfchen um ihn sammeln und bei ihm Schutz und Führung finden können.

Eine "Schönwetter-Pfarrei" zur spirituellen Unterhaltung in gefahrlosen Zeiten braucht nun wirklich kein Mensch. Das kann die Welt da draußen besser.

Offener Brief

Posted on May 3, 2020 at 1:40 PM

Offener Brief an die Kirche Präambel: Inmitten der "Corona-Krise" wende ich mich aus tiefstem Herzen und mit großer Sorge an die Kirche (insbesondere die Katholische Kirche, es dürften sich aber Parallelen in anderen christlichen Glaubensgemeinschaften finden). Hier vor allem an die Hirten - die Bischöfe und Priester, aber auch an jede und jeden einzelnen Gläubige/n. Wir alle sind gerufen - und nur wenige von uns haben geantwortet. In einer Zeit großer Not und Sorge, in der es traditionell selbstverständlich und wesensgemäß war, dass die Vertreter und Verantwortlichen der Katholischen Kirche ohne Rücksicht auf eine Verluste oder Gefahr den Gläubigen zur Seite standen, war die Kirche nunmehr (beinahe) nicht-existent. Keine Gottesdienste, keine Heiligen Messen und auch sonst wurde alles abgesagt. Laden zu. Wir haben fertig. In unverantwortlicher Art und Weise hat man sich der Staatsmacht mehr unterworfen, als diese gefordert hat. Anstatt die Sakramentenspendung kreativ zu gestalten, sodass diese auch weiterhin möglich ist, gab es einfach nichts. Nicht einmal juristisch hat man sich gegen unverhältnismäßige und völlig überzogene Maßnahmen zur Wehr gesetzt. Der für alle Christen geltende Missionsauftrag besteht darin, dass wir hinaus (!!) gehen, Menschen taufen und sie zu Jüngern Jesu Christi machen. Unsere Priester verkrochen sich bestenfalls in ihre Pfarrbüros. Wenn überhaupt. Das Gehalt kommt ja weiterhin aufs Konto, also warum zu viel Aufhebens machen? Einige wenige haben noch die Messe gefeiert und im Internet übertragen. Na immerhin. Anstatt die Heilige Messe alleine zu feiern (nun nicht mehr mit den Gläubigen, sondern für sie!), gehe ich mal davon aus, dass 99 % der Pfarrer eben gar keine Messe gefeiert haben. Das sagt schon einiges über ihr Glaubensverständnis aus... Keine Kontaktaufnahme mit den Gläubigen (ja, es gibt Telefon, E-Mail - oder auch den persönlichen Besuch mit Mindestabstand!), keine Organisation von Hilfsmaßnahmen (von Ausnahmen mal abgesehen), kein Tragen der Monstranz auf die Straßen, keine Beichte (mit Abstand...), keine Kontaktaufnahme mit Kranken oder Sterbenden (meiner Kenntnis nach) - nichts. Ich habe kürzlich einen Bericht vom "Sündenviertel" St. Pauli in Hamburg gesehen. Tiefbewegt durfte ich beobachten, wie dort Privatmenschen dafür sorgten, dass die Armen und Obdachlosen täglich etwas zu essen und trinken hatten! Die Gläubigen haben ihrerseits nun die Erfahrung gemacht, dass sie auch ohne die Kirche ganz gut zurecht kommen. Sie gingen durch eine schwere Zeit - und sie gingen alleine. Diejenigen, die es überstanden haben, werden sich nun möglicherweise überlegen, wofür sie denn eigentlich die Kirche noch brauchen. Gerade als gläubiger Katholik kann ich es ihnen noch nicht mal verdenken. Manchmal schießt es mir selbst durch den Kopf: "So eine Kirche braucht kein Mensch!" Wie nahe war Mutter Kirche in meiner Kindheit den Menschen gestanden! Wie viele verdanken ihr Trost, aufopfernde Pflege, Seelsorge - und manch einer gar sein Leben! Diese Kirche vermisse ich so sehr, dass es mir beinahe körperlich weh tut. Nein, an der jetzigen Situation sind nicht nur die Priester und Bischöfe schuld. Wir alle haben unseren Teil dazu beigetragen. An uns allen liegt es nun, das Ruder herumzureißen. "Ich kenne deine Taten. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! Daher, weil du lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien." Offenbarung 3,15-16 Einheitsübersetzung 2016 München im Mai 2020 Robert Gollwitzer www.katholisch-leben.org

Coronavirus

Posted on March 22, 2020 at 5:30 AM

 

Ich habe eben kurz in die Predigt eines katholischen Priesters reingehört. Zunächst wollte ich gleich wieder abschalten. Die üblichen theologischen Versatzstücke à la "Wir müssen Jesus einladen" oder "Jesus will mit uns ein Stück des Weges gehen" - ihr kennt das. Phrasen, die beliebig austauschbar sind und irgendwie überall - und nirgends - passen. Trotzdem zwang ich mich, zuzuhören. Als er dann aber darauf kam, dass manche Menschen hinter dem Coronavirus Gott sehen, schaltete ich um. Ich denke mal, da kam das Übliche - dass Gott sowas nicht tut etc.

Was ich davon halte? Natürlich muss Gott nicht hinter dem Virus stehen - ich schließe es aber auch nicht aus. Er hat schon Schlimmeres getan bzw. zugelassen. Schuld war damals nicht Er, sondern die Sündhaftigkeit der Menschen.

Solche Predigten, solche Priester und eine solche Kirche, die all dies verleugnet und einen Gott verkündet, mit dem alle leben können und von dem niemand etwas hat (geschweige denn spirituell genährt wird), sind für mich schlimmer als der Atheismus.

Letzterer leugnet wenigstens gleich die Existenz Gottes. Jene gehen (zumindest auf dem Papier) von dessen Gegenwart aus, reden diese aber derart klein, dass eine Nicht-Existenz noch die bessere Wahl gewesen wäre.

Es macht keinen Unterschied, ob eine derart weich gespülte Kirche existiert oder nicht. Sie verkündet nichts anderes als das, was der Rest der Welt ebenso (wenn auch mit anderer Wortwahl) verkündet.

Gott sei Dank gibt es da aber weit unter der Oberfläche noch die wahre Kirche, von der Jesus uns versprach, sie würde bis zu Seinem Wiederkommen nie untergehen...

 

Aus der Kirche ausgetreten?

Posted on September 3, 2019 at 12:35 AM

In Organisationen der Katholischen Kirche gilt es immer noch als Kündigungsgrund bzw. als Hindernis, das einer Einstellung im Wege steht, wenn jemand amtlich erklärt hat, aus der Katholischen Kirche auszutreten (etwa um keine Kirchensteuer mehr zu zahlen). Kein Problem haben die, die offensichtlich tagtäglich den katholischen Glauben durch ihre Lebensweise spotten, weiterhin Christinnen und Christen anderer Konfessionen (auch wenn diese aus ihrer Gemeinde ausgetreten sind), Nichtgläubige oder Andersgläubige (etwa Muslime).

Erklärt wird das damit, dass die Betroffenen schließlich klar ihre Abkehr vom katholischen Glauben kund getan haben. Das ist so aber nicht richtig. Wer aus der Kirche austritt, um keine Kirchensteuer mehr zu zahlen, ist damit nicht gleichzeitig und automatisch vom katholischen Glauben abgefallen. Das ist kirchenrechtlich schlicht nicht haltbar, auch wenn es die deutschen Bischöfe gerne so hätten. Zum Abfall gehört auch eine bewusste innere Abkehr, die dann auch ihren Ausdruck in äußeren Taten findet.

Eine derartige Abkehr wäre etwa bei denen vorhanden, die in ihrem persönlichen Leben bewusst gegen die Gesetze der Kirche verstoßen, selbst wenn sie auf dem Papier noch katholisch sind (wenn etwa ein Ehemann Frau und Kinder verlässt und künftig mit seiner Geliebten zusammen lebt). Die wären dann automatisch exkommuniziert. Damit aber haben kirchliche Verbände in der Regel kein Problem mehr.

Wenn man all dies berücksichtigt, darf man angesichts der oben beschriebenen Handhabung doch eine gewisse Scheinheiligkeit vermuten, bei der es offenbar mehr um die Kirchensteuer als um den tatsächlichen Abfall geht (der im Übrigen bei keinem Mitarbeiter oder Bewerber geprüft wird).

Was also tun? Solange der katholische Glaube in manchen kirchlichen Organisationen nur mehr in homöopathischen Dosen vorhanden zu sein scheint, kann ich nicht glaubhaft ausgetretene Bewerber ablehnen. Dies geht nur, wenn ich selbst auch dafür sorge, dass eine Organisation katholisch ist und bleibt - in Wort und Tat.

Missbrauch des Evangeliums

Posted on July 27, 2019 at 1:10 PM

Wenn mich was wirklich auf 180 bringt, dann sind es modernistische Priester, die das Evangelium dazu missbrauchen, ihre persönlichen Thesen zu untermauern. Sozusagen als göttliche Bestätigung der Richtigkeit ihres Denkens.

Da wird dann (in einer Messe vor Altenheimbewohnern!!) kurzerhand gefordert, dass die "alten Schläuche" ausgewechselt werden müssen zugunsten neuerer Versionen (da wird dann gerne mal der Zugang zum Priesteramt erwähnt), da es sonst alles "zerreißt". Das Einzige, was es hier zerreißt, sind vielleicht meine Nerven!

Genau solches modernistisches Gedankengut hat uns (die Kirche) doch in die Situation gebracht, in der wir heute sind! Anstatt sich auf das zu besinnen, was den katholischen Glauben ausmacht, werden dann noch radikalere Reformen gefordert, die uns noch schneller in den Untergang treiben! Solche Priester haben es verdient, dass ihnen ihre Schäfchen davonlaufen. Die Schäfchen wiederum haben nicht solche Priester verdient!

Was hat uns das 2. Vatikanische Konzil und all die Neuerungen (Pastoralreferenten, Gemeindereferenten, Pfarrgemeinderäte...) denn gebracht? Jedes Jahr neue Rekorde bei den Austrittszahlen! Aber wenn es um die Kohle geht (Stichwörter: Reichsdeputationshauptschluss, Kirchensteuer, Gehälter), sind einem die "alten Schläuche" doch noch gut genug! Da wird dann auch die eindeutig kirchenrechtlich nicht zulässige Praxis, Gläubige, die austreten, um die Kirchensteuer nicht mehr zahlen zu müssen, mit einem "Abfall vom Glauben" gleichzusetzen, wieder aufgewärmt. Das ist ganz einfach falsch!

In bester/übelster Apologetik wird dann weiterhin angeführt, dass es damals nicht die Tradition, sondern andere Umstände gewesen seien, die die Gläubigen bei der Kirche gehalten hätten... Quatsch mit Soße!

Ich kann es kaum erwarten, dass das jetzige System zusammenbricht und all die bezahlten Berufskatholiken das Weite suchen. Dann können wir mit dem verbliebenen Rest wieder von Neuem beginnen.

Arbeitshilfe zum Umgang mit Rechtspopulisten?

Posted on March 15, 2019 at 11:50 AM

Nun platzt mir aber langsam der Kragen. Die katholischen Bischöfe wollen von "Experten" eine "Arbeitshilfe zum Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen" erstellen lassen. Das Vorhaben an sich ist schon eine Frechheit - und das sage ich als gläubiger und praktizierender Katholik, der seit 28 Jahren für die Kirche arbeitet.

Eine jüngst erschienene Studie gibt die Zahl der von katholischen Geistlichen in den letzten Jahrzehnten missbrauchten Minderjährigen mit ca. 114.000 (!!!) an. Das Ganze hatte offenbar System und die Kirche als solche hatte und hat auf ganzer Linie versagt. Auch in anderen Bereichen haben unsere verantwortlichen Hirten die Kirche in Grund und Boden gewirtschaftet. Menschen treten seit vielen Jahren zu Abertausenden aus der Kirche aus. Vom katholischen Glauben ist nur mehr ein weichgespültes Etwas zurück geblieben, mit dem jeder leben kann und von dem niemand etwas hat. Kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, in dem der Autor die Ansicht vetrat, der katholische Glaube sei in kirchlichen Organisationen nur mehr in homöopathischen Dosen vorhanden. Es fällt mir schwer, dem zu widersprechen.

In dieser Lage also erdreisten sich die Bischöfe, mit dem Finger auf die bösen Populisten zu zeigen. Wer aber mit dem Finger auf andere zeigt, der muss davon ausgehen, dass mindestens drei Finger auf einen selbst zurück zeigen! Hier ist es nicht anders.

Herr Marx selbst hat offenbar - wie so viele andere - nicht die geringste Ahnung, was "Populismus" bzw. "Rechtspopulismus" überhaupt bedeutet. Zur Info: Die illegale Grenzöffnung von Frau Merkel vor einigen Jahren war eine populistische Aktion. So fantasiert er, die Rechten müssten doch fremden- und flüchtlingsfeindlich sein. Mitnichten, Herr Kardinal. Sie sind sogar weitaus fremden- und flüchtlingsfreundlicher als vieles, was die Kirche zu bieten hat.

Wer den Syrern, Lybiern, Irakern usw. wirklich helfen will, tut das vor Ort. Nichts anderes sagt das Prinzip der Subsidiarität, dem die Kirche folgt. Diejenigen nämlich, die die Hilfe am meisten benötigen, können es sich nicht leisten, illegale Schlepper zu bezahlen. Sie lassen auch nicht ihre Familien zurück und laufen davon. Vor Ort muss die internationale Gemeinschaft militärisch und materiell helfen, damit die Menschen ihre Heimat wieder aufbauen können. Meine Familie stand nach dem 2. Weltkrieg auch vor dem nichts. Sie sind nicht davon gelaufen, sondern haben unter schweren Bedingungen und teilweise auch unter Gefahr für Leib und Leben ihre Heimat wieder aufgebaut.

Wer jedoch bestimmte Bevölkerungsgruppen sogar noch bei der Flucht unterstützt, muss sich fragen lassen, welchen Interessen er damit eigentlich dient.

Im schönsten Pseudo-Therapeuten- und Sozialpädagogen-Deutsch spricht Herr Marx weiter von der "Abwertung von als fremd wahrgenommenen Religionen" und sinniert über "Ängste vor anderen Kulturen". Nein, Herr Marx, hier werden nicht einfach nur andere Religionen "als fremd wahrgenommen". Hier geht es konkret um den Islam und die unglaubliche Naivität im Umgang mit diesem. Unsere Ahnen haben das christliche Abendland aufgebaut, ohne das auch Sie nicht Bischof wären und im Erzbischöflichen Palais residieren könnten. Ich schätze Moslems wie ich alle Menschen schätze - den Islam aber lehne ich aus ganzem Herzen ab (für mehr Infos siehe www.a-christian-view-on-islam.org). Wenn Sie hier gegensätzlicher Meinung sind, können Sie mir bestimmt ein Land mit mehrheitlich islamischer Bevölkerung nennen, das eine vergleichbare Demokratie und vergleichbare Menschenrechte wie der christliche Westen hat. Sparen Sie sich die Suche - dieses Land gibt es nicht.

Nur wer sein eigenes Volk liebt, kann auch andere Völker lieben. Wer keinen Pfifferling auf die Tradition und Kultur seiner Ahnen gibt, der preist eine diffuse "Vielfalt" - die doch nichts anderes ist als die totale Gleichgültigkeit der Zerstörung der eigenen Wurzeln und Identität sowie der Identität anderer Völker gegenüber. Wer Europa wirklich liebt, der trachtet nach einem "Europa der Vaterländer" und nicht nach einem totalitären Land wie die "Vereinigten Staaten von Europa".

Ja, wir haben in unseren Genen die Einflüsse verschiedener Völker. Daraus aber hat sich im Lauf der Jahrtausende eine ganz besondere Kultur und Eigenheit gebildet - wie dies auch bei anderen Völkern der Fall ist. Wer die Wertschätzung desselben als rassistisch bezeichnet, bedient sich einer Art von Propaganda, die ich schon als vergangen wähnte.

Somit habe ich nicht Angst vor anderen Religionen und Kulturen, sondern vor politisch korrekten Menschen, die ihren Willen als den einzig moralisch akzeptablen ansehen und anderen aufzwingen wollen - und damit drauf und dran sind, diese Gesellschaft in Grund und Boden zu richten, frei nach dem Zitat von Ignazio Silone: «Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.»

Ich habe auch keine Angst vor einem "sozialen Abstieg in Zeiten der Globalisierung". Mich besorgt eher die Globalisierung als solche - weil sie naturgemäß das Ziel eines totalitären Systems à la "1984" von George Orwell verfolgt.

Abschließend noch ein weiterer Hinweis: die von Herrn Marx und Konsorten so verachteten "Rechtspopulisten" stehen in vielen Fragen (Ehe und Familie, Abtreibung etc.) der Katholischen Kirche weitaus näher als irgend eine andere Partei. Eine ganze Reihe von Parteien ist etwa für jeden Katholiken allein schon wegen ihrer Stellung zur Abtreibung unwählbar. Davon spricht aber keine von "Experten" erstellte "Arbeitshilfe".

Es ist nicht Aufgabe der katholischen Bischöfe, sich vor den politischen Karren einer gänzlich unkatholischen Bewegung spannen zu lassen.

Diesem Bestreben werde ich Widerstand leisten. Wenn die Hirten der Kirche versagen, müssen die Schafe aufstehen. Das Berufskatholikentum hat versagt. Es ist höchste Zeit, dass wir unsere geliebte Kirche wieder auf den rechten Weg bringen!


München, den 15.03.2019


Robert Gollwitzer

www.robert-gollwitzer.com

Welchen Sinn hat das kirchliche Arbeitsrecht noch?

Posted on February 18, 2019 at 3:15 PM

Das besondere Arbeitsrecht für Kirchen ("Tendenzbetriebe") wird durch die EU-Gesetzgebung und durch einseitige Zugeständnisse der Deutschen Bischofskonferenz immer weiter ausgehöhlt. Zusätzlich scheinen kirchliche Organisationen keinen besonderen Wert mehr darauf zu legen, dass neue Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter katholisch sind und dies auch leben - auch und gerade privat. Mittlerweile geht vieles.


Warum also brauchen wir dann noch katholische Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser, Sozialarbeiter, wenn das dortige Personal eh wenig Wert auf den katholischen Glauben zu legen scheint?


Wenn ich guten Glaubens in ein katholisches Alten- und Pflegeheim gehe und dann feststellen muss, dass der überwiegende Teil des Pflegepersonals muslimischen Glaubens ist, dann ist das schlimmer, als wenn ich gleich in ein weltliches Heim gehe. Die geben wenigstens nicht vor, katholisch zu sein.


Das Argument, anderes Pflegepersonal sei eben nicht zu finden, lässt sich leicht entkräften: dann muss ich eben ehrlich sein und den christlichen Bezug aufgeben. Gottesdienste finden schließlich auch in weltlichen Heimen statt.


Noch schlimmer wird es, wenn christliche Heime Personal aus armen Ländern abwerben, wo sie dann noch dringender fehlen als bei uns. Das ist moralisch verwerflich.


Provozierende Gedanken - aber wie ich finde, durchaus notwendige - und ich sage das, weil mir etwas an der Kirche liegt.


Das Kreuz mit den Schwulen...

Posted on December 29, 2018 at 11:15 AM

Nicht nur die Kirche als Ganze, sondern auch ihre Glieder und sogar christliche Einrichtungen (etwa "Ex-Gay Ministries") tun sich schwer mit den "Schwulen" - also Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, insbesondere denen, die diese ausleben.


Das geht von völliger Akzeptanz oder totaler Gleichgültigkeit ("Leben und leben lassen", "wenn sie sich doch lieben", "solange sie niemandem weh tun") über Unsicherheit und damit Tapsen im Dunkeln ("Try & Error") bis hin zur herablassenden Arroganz ("Wir lieben den Sünder, aber hassen die Sünde" - als ob man selbst kein Sünder wäre!) oder gar dämonischer Verurteilung ("Ihr fahrt alle zur Hölle!" - Ja, die Bibel und die Lehre der Kirche reden von "Sünden, die zum Tod führen", es ist aber immer noch die Entscheidung Gottes, wer darunter fällt und wer nicht.).


Nichts davon ist wirklich hilfreich - weder für die Betroffenen noch für die Kirche als Ganze.


Wer Menschen liebt, will das Beste für sie - und das Beste ist immer noch das Beste in Gottes Augen, nicht in unseren. Wer Mitchristen nicht ermahnt, liebt sie nicht, sondern will nur Unannehmlichkeiten vermeiden. Wer jedoch nicht absolut jeden (!) Menschen bedingungslos (also ohne "aber" hinter "ich liebe dich"!) liebt, kann sich nicht als Jünger Jesu bezeichnen.


Jesus selbst hat die Sünderin, die gesteinigt werden sollte, gerettet - ohne dass sie einen Ton von sich gab (geschweige denn ihr bisheriges Leben bereute). Ja, Er wies sie anschließend darauf hin, fortan nicht mehr zu sündigen, das war aber keineswegs Vorraussetzung für Seine Liebe, die sich in Taten erwies.


Bezeichnenderweise aber vergessen die meisten den Missionsauftrag Jesu dabei, also hinaus(!!) zu gehen, Menschen zu taufen und zu Jüngern Jesu zu machen.


Das heißt demnach nicht, einfach nur kirchliche Veranstaltungen anzubieten, Homepages ins Netz zu stellen oder für Seelsorge-Angebote zu werben und zu warten, ob und bis jemand an die Tür klopft.


Nichts davon tat Jesu. Er ging ZU denjenigen Menschen, was Seinerzeit ein unglaublicher Skandal war!


So habe ich mich kürzlich und für einige Zeit in einigen schwulen Dating-Portalen angemeldet (für Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht nachahmenswert!). Ja, in der "Höhle des Löwen" zu sein, ist für Christen nicht ohne Risiko - auch für mich war es schwer, in meine Vergangenheit zuirückzukehren. Nicht immer habe ich dabei eine gute Figur gemacht.


Habe ich es bereut? Nein!! Ich hatte einige erstaunliche Unterhaltungen und Treffen. Manch einer war überrascht darüber, dass hier einer war, dem es nicht einfach nur um potentielle Sexangebote auf dem Fleischmarkt geht und hat mir bereitwillig aus seinem Leben und von seinen Sorgen und Leidenschaften erzählt. Auch ich habe persönliche Dinge geteilt. Dadurch habe ich mehr gelernt als in Jahren "christlicher" Tätigkeit!


Die Menschen dort wissen größtenteils nichts von "Ex-Gay MInistries", sie haben oft augrund negativer Erlebnisse verzerrte Vorstellungen von dem, was Kirche ist und schon gar nicht können sie sich vorstellen, dass sie wegen sich selbst geliebt werden und dass es da noch ein anderes Leben jenseits der Szene gibt.


All das wird in meine künftige Tätigkeit einfließen.


Ich bin jedem dankbar, den ich auf diesem Weg kennenlernen durfte.

Katholische Organisationen und der gelebte katholische Glaube

Posted on July 22, 2018 at 2:25 PM

Katholische Organisationen sollten ihrem Namen auch alle Ehre machen, denn er ist Aufgabe und Verpflichtung. Wenn gläubige und praktizierende Katholiken dort immer weniger werden (zugunsten von "Papierleichen", liberalen "alles-ist-gut" Katholiken, Atheisten oder gar Moslems), hat der Teufel Einzug gehalten. Klingt komisch, ist aber so.

Dann sollte man aber auch konsequent sein und sich vom katholischen Hintergrund lossagen und ihn nicht weiter verwenden - möglicherweise der Spenden willen?