Robert Gollwitzer

Seelsorger. Berater. Aktivist. - Politisch. Katholisch. Leidenschaftlich.

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Coronavirus

Posted on March 22, 2020 at 5:30 AM

 

Ich habe eben kurz in die Predigt eines katholischen Priesters reingehört. Zunächst wollte ich gleich wieder abschalten. Die üblichen theologischen Versatzstücke à la "Wir müssen Jesus einladen" oder "Jesus will mit uns ein Stück des Weges gehen" - ihr kennt das. Phrasen, die beliebig austauschbar sind und irgendwie überall - und nirgends - passen. Trotzdem zwang ich mich, zuzuhören. Als er dann aber darauf kam, dass manche Menschen hinter dem Coronavirus Gott sehen, schaltete ich um. Ich denke mal, da kam das Übliche - dass Gott sowas nicht tut etc.

Was ich davon halte? Natürlich muss Gott nicht hinter dem Virus stehen - ich schließe es aber auch nicht aus. Er hat schon Schlimmeres getan bzw. zugelassen. Schuld war damals nicht Er, sondern die Sündhaftigkeit der Menschen.

Solche Predigten, solche Priester und eine solche Kirche, die all dies verleugnet und einen Gott verkündet, mit dem alle leben können und von dem niemand etwas hat (geschweige denn spirituell genährt wird), sind für mich schlimmer als der Atheismus.

Letzterer leugnet wenigstens gleich die Existenz Gottes. Jene gehen (zumindest auf dem Papier) von dessen Gegenwart aus, reden diese aber derart klein, dass eine Nicht-Existenz noch die bessere Wahl gewesen wäre.

Es macht keinen Unterschied, ob eine derart weich gespülte Kirche existiert oder nicht. Sie verkündet nichts anderes als das, was der Rest der Welt ebenso (wenn auch mit anderer Wortwahl) verkündet.

Gott sei Dank gibt es da aber weit unter der Oberfläche noch die wahre Kirche, von der Jesus uns versprach, sie würde bis zu Seinem Wiederkommen nie untergehen...

 

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