Robert Gollwitzer

Seelsorger. Berater. Aktivist. - Politisch. Katholisch. Leidenschaftlich.

Israel

Israel bedeutet mir sehr viel - aus politischen, religiösen und persönlichen Gründen. Ich habe mit Israelis gelebt und auch heute noch israelische Freunde. Auch spreche ich etwas hebräisch. Benjamin Netanyahu ist einer der wenigen Politiker, die ich schon seit vielen Jahren respektiert habe. Wenn ihr euch über aktuelle Neuigkeiten in Israel informieren wollt, empfehle ich zum Beispiel die Israel National News (Arutz Sheva) oder The Times of Israel. Besonders aber David Ha'ivri.



Wer meint, die ständige Kritik an der Außenpolitik Israels, das Labeln von Waren aus den "besetzten" Gebieten und vieles mehr hätte nichts mit Antisemitismus zu tun, soll sich doch bitte mal gut überlegen, welches Land auf der Erde in ähnlicher Form ständig kritisiert wird, wenn es um sein eigenes Überleben kämpfen muss. Sehen wir uns doch mal die UN an: Resolution über Resolution gegen Israel - und keine einzige gegen die Terrorakte der sogenannten "Palästinenser".

All das, was sich hier hinter scheinheiliger Kritik versteckt, ist doch oft nichts anderes als eine intellektuelle und damit viel gefährlichere Form des Antisemitismus. Dieser jedoch kommt in der Regel von den Linken und nicht von den ach so verhassten "Rechtspopulisten". Dr. Gauland selbst hat einmal in einem Interview betont, dass im Falle einer Gefahr für Israel Deutschland militärisch Hilfe leisten sollte. Etwas Ähnliches habe ich noch von keinem Politiker einer anderen Partei gehört.



An all die "Ich schulde der Welt einen Scheiß!"-Typen: auch ich habe in meiner Jugend ähnlich gedacht. Ich bin 1967 geboren - was habe ich mit den Verbrechen des II. Weltkriegs zu tun?
Bis ich dann mit Israelis zusammen lebte. Die haben mir nie irgendetwas vorgeworfen oder irgendeine Schuld gegeben.
Allerdings bin ich schon ins Nachdenken gekommen, als sie mir über die Schicksale ihrer Eltern und Großeltern erzählten.
Auch sie wurden nach 1945 geboren. So gesehen könnte man auch meinen, das gehe sie nichts an.
Mit einer Ausnahme: Ihre Eltern, Großeltern und der Großteil ihrer Familie ist immer noch tot. Ihre Besitztümer sind immer noch weg. Ihre Vergangenheit ist immer noch ausgelöscht.
Ganz so leicht ist das mit dem "Ich schulde der Welt einen Scheiß" also doch nicht.
Auch wenn wir persönlich nicht an vergangenen Verbrechen schuldig sind, so verbindet uns doch ein Band mit unseren Vorfahren. So wie Eltern für ihre Kinder verantwortlich sind, gilt das auch umgekehrt...